Schrenk

 

 

GraiRöttenbach im Fränkischen Seenland (Landkrs. Roth)

(3200 Einw., Tendenz steigend)

In dieser Luftbildaufnahme von Röttenbach ist der zentrale Ortskern mit der Straßenkreuzung im Zentrum des Altorts gut erkennbar. Die Weißenburger Straße (von Süden) und die Rother Straße (von Nordosten) stoßen hier auf die Mühlstettener Straße, die zum westlich gelegenen Ortsteil Mühlstetten führt, und auf die Deutschherrnstraße, die gen Osten entlang der historischen Bauten aus der Deutschordenszeit (17.-19. Jh.) zur Kirche mit dem Freidhof verläuft. (Quelle: Gemeinde Röttenbach, Vorbereitende Untersuchungen zur Ausweisung des Sanierungsgebietes „Altort Röttenbach“; Erläuterungsbericht zu den Ergebnissen der Vorbereitenden Untersuchungen, Stand 20.11.2014)

Die Nord-Süd-Achse soll nun mit großem Aufwand "rückgeführt", d.h. menschenfreundlicher, erlebensorientierter und umweltschonender gestaltet werden. mehr

Neben dieser "Revitalisierung des Altorts Röttenbach stehen für die kommende Zeit noch zwei weitere Großprojekte in Röttenbach an: Die Erweiterung des Rathauses und das Projekt "Wohnen für Alle".

Im Bild jeweils links Architekt Thomas Wenzel, der den Gemeinderäten und der Verwaltung (im Bild rechts Peter Straß und 1. Bürgermeister Thomas Schneider) die aktuelle Planung erläutert (Fotos und Texte J. Schrenk, 2017); mehr

Bericht zum 10-jährigen Jubiläum des Röttenbacher Musikvereins

Zu seinem zehnjährigen Jubiläum hatte der Musikverein Röttenbach in die Turnhalle geladen. „Best of Music“ war das Motto für den Konzertabend des Jugend- und Blasorchesters Röttenbach. Unter dem Taktstab von Dirigent Sven Weichhahn spielten die insgesamt 41 Musiker Lieblingsstücke aus ihrem Aufführungsprogramm der Jahre von 2008 bis 2017.
Michaela Padua von der Gemeinde Röttenbach führte das Publikum in gekonnt souveräner Art durch den Abend, und das Orchester eröffnete den bunten Reigen mit „Slovenia“, einer Komposition über den erfolgreichen Befreiungskampf des slowenischen Volkes gegen die Unterdrückung durch das serbische Regime. Schon nach dieser Eröffnungsmusik waren die Zuhörer von der Klangfülle des Orchesters und dem virtuosen Können der Musiker und Musikerinnen begeistert. Fünf Flöten, sechs Klarinetten, zwei Tenorhörner, neun Saxophone, je zwei Tuben und Posaunen, sieben Trompeten, Pauke, Schlagzeug, Percussion und vier Waldhörner kamen zum Einsatz. Es folgte ein quirliges Medley aus den 70-er und 80-er Jahren, wobei sich das Orchester zwei Musikberühmtheiten ausgesucht hatte: Udo Jürgens und die schwedische Pop-Gruppe ABBA. Peter Schüller und Heinz Briegel stellten die Auswahl zusammen. Danach entführte das Jugend- und Blasorchester seine Zuhörer in die Traumwelt der „Highland Cathedral“, ein eindrucksvoll arrangiertes Musikstück aus dem schottischen Hochland.
Vor der Pause inszenierte der Musikverein „sein bestes Stück“, wobei in diesem Fall nicht das Musikstück „Immer kleiner“, sondern eine dreizehnjährige Musikerin im Rampenlicht stand: Anna-Lena Dollinger. Sie brillierte mit einem Klarinetten-Solo der besonderen Art. Michaela Padua dazu: „Sie alle kennen ja eine Klarinette. Da haben wir das Mundstück, dann die sogenannte Birne, den oberen Teil, dann das untere Teil und zum Schluss den Becher. Alles zusammengebaut, fertig zum Spielen. Aber jetzt passen Sie mal auf, was unsere Jüngste damit machen kann! So viele Teile braucht man gar nicht!“ Und wahrlich: Anna Lena Dollinger verkleinerte ihre Klarinette von Stück zu Stück und landete damit beim Publikum einen „Volltreffer“. Danach wurde sie von Sven Weichhahn für ihr besonderes musikalisches Können gelobt. Sie sei, so der Dirigent mit stolz geschwellter Brust, in Bayern wohl die einzige Jungmusikerin, die bereits im Alter von 12 Jahren das Musikerleistungsabzeichen D3 absolviert hat, das in der Fortbildungsstruktur der Blasmusikverbände die höchste instrumentale Qualifikation darstellt. Um diese Prüfung zu bestehen, wird eine mehrjährige intensive Instrumentalausbildung vorausgesetzt. Anna-Lena Dollinger, deren Eltern Siglinde und Alfons Dollinger an diesem Abend ebenfalls auf der Bühne mitwirkten, hat bereits im Alter von 9 Jahren mit ihrer Ausbildung begonnen.


Thomas Sonnauer, Erster Vorstand des Musikvereins Röttenbach, berichtet im Gespräch mit unserer Zeitung, dass das Röttenbacher Orchester, das sich ausschließlich aus Musikern vor Ort rekrutiet, ganzjährig mit 40 Proben, einem guten Dutzend Konzerten und etlichen Auftritten bei Vereinsabenden oder bei Kirchweihfesten ausgelastet ist. Die Arbeit wird nicht staatlich gefördert, und so ist man bei allen Auftritten auf die eigenen Kräfte angewiesen. Den finanziellen Aufwand für die Notenbeschaffung und die beiden Dirigenten „erwirtschaftet“ man aus Spenden bei den Veranstaltungen oder aus anderen privaten Zuschüssen. Dem Orchester kommt vor allem die gute schulische Musikausbildung in Röttenbach zugute, wo man die musikalische Erziehung bereits in der 1. Klasse mit Trommelkursen beginnt. In der 2. Klasse entscheiden sich die Jugendlichen in der Regel für ein bestimmtes Instrument. Wenn Interesse besteht, werden die Kinder in die Jüngstenabteilung des Orchesters übernommen, in die Gruppe „Kunterbund“, bevor sie dann als Jugendliche in das Blasorchester überwechseln können.
Zum zehnjährigen Jubiläum des Röttenbacher Blasorchesters spielte „Kunterbund“ unter Leitung von Sven Weichhahn mit neun musikalischen Jungtalenten auf, sehr zur Freude der vielen Eltern, die es sich nicht haben nehmen lassen, ihren Kindern an diesem Abend „beizustehen“. Wie die Größeren, so hatten sich auch die Jüngsten zwei Wochen vor dem großen Auftritt in ein dreitätiges „Trainingscamp“ begeben, um ihren Einsatz zu proben. Auf der Bühne zeigten sich dann die drei Klarinettistinnen Anika Meinhold, Hanna Breit und Isabella Flock, die Querflötistin Franziska Mühling, Johannes Flock und Benedikt Genzler an der Trompete, Balint Barnabas am Saxophon sowie Felix Bram und Finley Brenz am Schlagzeug, an den Pauken und am Woodblock von ihrer besten Seite. Sie spielten zunächst die beiden Stücke „The Music Mill“ und „Forte und Piano Song“ von Jan de Haan, bevor sie ihr Lieblingsstück „Guns ‚n‘ Cowboys“ mit Bravour präsentierten.
Zum Abschluss spielte dann das Jugend- und Blasorchester u.a. Stücke des belgischen Jungkomponisten Bernd Appermont, den „Ungarischen Tanz Nr.5“ von Johann Brahms und einen Song von John Miles. Das Finale fand dann unter der Beteiligung des Publikums statt, das gemeinsam mit dem Orchester die Sensationspolka „Böhmische Liebe“ von Matthias Rauch in die Röttenbacher Abendluft schmetterte. Bei bunten Häppchen und einem guten Glas fränkischen Weins endete der Abend in bester Stimmung. Im kommenden Jahr will das Jugend- und Blasorchester Röttenbach seine Gäste in die Welt des Musicals entführen.

Besuch der „Jugend-Zukunftswerkstatt Röttenbach“ beim Gemeinderat

Theresa Rank, die Leiterin des Röttenbacher Familienzentrums, hatte in diesem Jahr die Initiative des Kreisjugendrings Roth über eine „Jugendzukunftswerkstatt“ mit zwei spektakulären Aktionen unterstützt (wir berichteten darüber). Sie konnte nun die Röttenbacher Jugend dazu motivieren, ihre Anliegen den gewählten Gemeinderäten vorzutragen.
Erster Bürgermeister Thomas Schneider erteilte in der November-Sitzung des Gemeinderats Theresa Rank das Wort, die daraufhin die Diskussionsergebnisse der Jugendlichen zusammenfasste, bevor sie Tim Lauch darum bat, das Projekt „Jugendhaus Röttenbach“ im Detail vorzustellen. Dieser erklärte anhand einer Schautafel die Wunschvorstellungen der Jugendlichen. Man benötige dringend eine Möglichkeit, um sich in Röttenbach treffen zu können. Ein „Jugendhaus“ müsse aber kein Neubau sein. Man könne sich z.B. ein leerstehendes Gebäude vorstellen, wie das ehemalige Feuerwehrhaus in Mühlstetten. Generell wünschen sich die Jugendlichen, dass ihr „Treff“ zwei Mal in der Woche geöffnet sein, und zwar nachmittags für die Jüngeren und abends für die schon älteren Jugendlichen. Einer der Räume sollte für Feiern geeignet sein, und an Freizeitmöglichkeiten wünscht man sich einen Billardtisch, eine Tischtennisplatte, einen Kicker und eine Musikanlage. Darüber hinaus sollte ein freier WLAN-Zugang vorhanden sein. Zum Betreiben des Jugendtreffs wären noch eine Küche und ein Fernsehbereich mit Sofas wünschenswert.

Über diesen Forderungskatalog stellten die Jugendlichen Ihre Bereitschaft, beim Einrichten des Jugendhauses allesamt mitzuhelfen. Auch in den Familien würde man dafür Unterstützung finden. Tim Lauch meinte sogar, dass man sich durchaus eine pädagogische Kraft vorstellen könne, „die auf uns aufpasst und uns hilft“. Unabhängig davon würden sich die älteren Jugendlichen grundsätzlich bereit erklären, den Jüngeren bei allen Problemen, die mit dem Betreiben des Jugendtreffs zusammenhängen, zur Seite zu stehen.
Den anwesenden Jugendlichen aus Röttenbach, die ihr Anliegen mit Zuversicht und Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit der Gemeinde vorgetragen hatten, wurde in der anschließenden Diskussion mit der politischen Realität konfrontiert. Man erwarte, so u.a. Konrad Frank jun. von der CSU, einen für die Immobilie ausgearbeiteten Umbau- bzw. Gestaltungsplan mit Kostenvoranschlag, den man dann in den Gremien ausführlich erörtern könne. Das Konzept selbst, so Konrad weiter, sei ja in Ordnung, doch damit alleine kann die Arbeit in den Gremien nicht fortgeführt werden. Birgit Lang, die Vertreterin des Kreisjugendrings Roth, betonte, dass die Jugendlichen noch kein fertiges Konzept in der Tasche hätten, und es jetzt eher darauf ankäme, ein solches gemeinsam mit den Gemeindevertretern auszuarbeiten. Diese könnten „den Ball nicht einfach an die Jugendlichen zurückschießen!“
Erster Bürgermeister Thomas Schneider registrierte die Zwickmühle, in die sich die Jugendlichen hineinmanövriert fühlten, und versuchte zu vermitteln. Wenn Die Gemeinde ein solches Projekt stemmen solle, dann müsse sie schon auf längere Sicht planen. Die Jugendlichen selbst würden nach 2-3 Jahren das Zeitfenster des Jugendtreff-Projekts verlassen, während die Kommune auch noch in fünf bis zehn Jahren eine solide Möglichkeit für Jugendliche bieten wolle, sich in Röttenbach zu treffen. Dazu bräuchte man schon detailliert ausgearbeitet Pläne, die den Gang durch die Instanzen bestehen. Auch er plädiere für ein Gebäude aus dem Bestand. Es müsse möglich sein, dass die Gemeinde in 2018 über dieses Projekt entscheidet. Die Jugendlichen, so Schneider weiter, „sollten für ihr Engagement belohnt werden“.
Auch Charly Freudenberger (Freie Wähler) sprach sich dafür aus, sobald als möglich „Nägel mit Köpfen zu machen“. Er erinnerte – wie vor ihm auch Theresa Rank – daran, dass eine Nachfrage nach einem Jugendtreff erstmals vor sechs Jahren artikuliert worden sei, woraufhin jedoch alle Initiativen „im Sande verlaufen“ seien. Er schlug vor, dass der Ausschuss für Jugend- und Seniorenfragen im Dezember 2017, spätestens jedoch im Januar des neuen Jahres einen konkreten Vorschlag ausarbeiten sollte, der dann für die Haushaltsberatungen im März 2018 entscheidungsfördernd sein könne. Er halte den Vorschlag, das ehemalige Feuerwehrhaus in Mühlstetten zum Jugendtreff umzubauen, für kurzfristig umsetzbar. Die Jugendlichen hätten von ihrer Seite aus mit ihrem Auftritt vor dem Gemeinderat ein klares Signal gesetzt. Nun könnten die Gemeindevertreter sie nicht wieder hinhalten. Dafür bekam er aus allen Fraktionen Beifall.

 

„HTI GANZ NAH“ – lautete das Motto für den „Tag der offenen Tür“ im neuen HTI Handelszentrum Röttenbach. Katrin Bacher von der Abteilungsleitung Verkaufsförderung eröffnete diesen “besonderen Tag“ und erinnerte an den legendären „Spatenstich“ vom 13. November 2015, an dem der Startschuss für das HTI Handelszentrum fiel, und damit auch der Grundstein für einen Großhandel mit neuem Anspruch gelegt wurde. Gehandelt wird mit über 90.000 Sortimentsartikeln für Tiefbau und Industrietechnik. Bereits im Herbst 2016 konnten in den neu erbauten Hallen die ersten Stahlrohre eingelagert werden.

Thomas Herrmann, der persönlich haftende Gesellschafter von HTI, warf einen Blick zurück:  Zunächst war man auf der Suche nach einem in der Mitte Bayerns gelegenen Standort für das zentrale Lager der HTI-Gruppe. Über Kösching, dem eigentlichen geologischen Mittelpunkt Bayerns, gelangte man dann immer weiter ins Mittelfränkische und stieß hier auf Röttenbach, wo man ideale Ausgangsbedingungen für die Ansiedlung vorfand. Röttenbach entpuppte sich als eine „faszinierende Gemeinde“, so Herrmann weiter. Nicht nur, dass hier genügend Fläche für den Bau eines Zentrallagers für die „ganz großen Lieferungen“ angeboten wurde. Röttenbach stellte sogar die Möglichkeit in Aussicht, dass weitere Partner sich in der unmittelbaren Umgebung dazugesellen könnten. Auch sei Röttenbach eine wachsende Gemeinde und verfüge – in Bayern wohl einmalig – über ein eigenes Leerrohrnetz für den Breitbandausbau mit Glasfaserkabeln. „Am Handelszentrum 1“ lautet die neue HTI-Adresse in Röttenbach, und die „Nr. 2“ ist bereits vergeben für die Fa. Buschheuer Bau und Korrosionsschutz GmbH, die wohl noch in diesem Jahr hier bauen wolle, und mit der man eng kooperieren würde.

Momentan sehe man sich in der boomenden Bauwirtschaft mit dem Problem konfrontiert, für die Baustellen genügend Personal zur Verfügung zu haben, und auch der Nachwuchs an Fachkräften bereite Sorge. Die „Fachwelten“, die HTI an seinen Standorten in Bayern eingerichtet habe, leisteten schon seit Jahren für die Lösung dieser Probleme einen aktiven Beitrag. In ihnen werde trainiert, qualifiziert und ausgebildet. Neue Berufe würden in der Zukunft entstehen, und HTI werde dabei gestaltend mitarbeiten. Eine Erweiterung der Fachwelten im Röttenbacher Handelszentrum soll es dann auch im Herzen Bayerns möglich machen, Qualifizierung, Weiterbildung und Forschung aktiv zu leben. Dort, so Herrmann weiter, könne praxisnah geschult, Wissen vermittelt und geforscht werden. Kooperationen bestünden bereits mit der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und der TU Deggendorf. Für die Kundschaft, und dazu gehöre z.B. auch die Gemeinde Röttenbach, bestünde in der „Fachwelt“ des neuen Handelszentrums die Möglichkeit, sich über neue Technologien in der Bauwirtschaft mit kompetenten Fachleuten auszutauschen.
Zum Abschluss richtete Thomas Herrmann sich nochmals an Bürgermeister Thomas Schneider. „Wenn wir derzeit mit unseren 75 Mitarbeitern bereits der drittgrößte Betrieb in Ihrer Gemeinde sind, dann werden wir alles daran setzen, diese Zahl zu verdoppeln, um so „die Nr. 1“ in Röttenbach zu werden.“

Horst Collin, Gesellschafter der Rhein-Ruhr Collin KG und Koordinator der HTI-Gruppe mit ihren 1300 Mitarbeitern in 65 HTI-Standorten, verwies auf die aktuellen Herausforderungen für die Unternehmen der HTI-Gruppe. Mit der „Industrie 4.0“ verbinde sich eine intensive Vernetzung aller Prozesse und damit eine vorher nicht gekannte Beschleunigung der Arbeitswelt. Da benötige man „schlanke Prozesse“. Man sei bereits Marktführer in der Branche, man wolle aber auch Anführer im Digitalisierungsprozess sein. Doch bei aller Technik sei der Mensch, so Collin weiter, das „Wesentliche am Geschäft“. Deshalb setzt man bei HTI verstärkt auf die innerbetriebliche Kommunikation und den Dialog mit der Kundschaft und den Lieferanten. Mit Stolz erfülle ihn der Anblick des neuen Handelszentrums in Röttenbach, das auf über 60.000 qm Fläche ein Vollsortiment an Produkten namhafter Hersteller bereitstelle. Darunter ein Vollsortiment an Rohrsystemen aus Stahl- und Edelstahl, Kunststoff und Guss.

 

Auch Horst Collin zollte der Gemeinde Röttenbach großen Respekt für das beispiellose Engagement beim Ausbau der Breitbandverkabelung. Vor Bürgermeister Schneider ziehe er den Hut ganz tief. Mit einem Apell an das Team in Röttenbach, weiter mutig voranzugehen, und einem „Glückauf“ beendete Collin sein Grußwort.

Thomas Schneider lobte in seiner Ansprache das partnerschaftliche Miteinander mit HTI. Erfolg könne man nur haben, wenn man kooperiere. Alle HTI-ler seien, so Schneider, von diesem partnerschaftlichen Denken beseelt, und die Philosophie des Unternehmens gleiche dem eines „ehrbaren Kaufmanns“. In diesem Leitmotiv von Thomas Herrmann sehe er ideale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Unternehmen und Gemeinde. Auch er wolle sich für die Möglichkeiten einer Erweiterung von HTI einsetzen. Damit spielte er auf die Absichtserklärung von Thomas Herrmann an, „die Nummer 1“ in Röttenbach werden zu wollen. Als Willkommensgeschenk überreichte Bürgermeister Thomas Schneider gemeinsam mit Peter Straß, dem Kämmerer, zwei Apfelbäume, die auf dem Firmengelände gepflanzt werden sollen.

Bei den anschließenden Führungen nutzten zahlreiche Kunden, Mitarbeiter von Lieferantenfirmen und Röttenbacher die Gelegenheit, das Gelände und die Lagerhallen zu besichtigen. Dabei war zu erfahren, dass sich mit diesem Neubau (20.000 qm Grundfläche) eine Fülle an technischen Raffinessen verbindet, die auf den ersten Blick gar nicht sichtbar sind. So war HTI sehr darum bemüht, die Heiz- und Kühlprozesse so weit als möglich regenerativ zu gestalten. Das beginnt bei der teilweisen Begrünung der Hallendächer und endet „im Untergrund“ mit einem Netz an über dreißig bis zu 90 m tiefen Erdwärmesonden, die einen Teil der benötigten KW-Leistung –im Winter für die Beheizung und im Sommer für die Kühlung – liefern. Für diese Vorrichtung wurde ein „U-Boot“ auf dem Gelände „versenkt“, d.h. ein Abwasser-Ringkanal mit 2,5 km Länge. Einige der Verkehrswege auf dem Gelände sind als Teststrecken ausgelegt, um verschiedene Straßenbeläge auf deren Eignung zur Regenwasserabführung zu prüfen. Die Ergebnisse stehen dann für die Forschung zur Verfügung.
Auf dem 35.000 qm großen Freigelände herrscht jetzt bereits Enge. Hier lagern Geo-Textilien für den Wasserrohrbau, Gasrohre mit Geo-Mantel sowie Betonteile für Abwassereinrichtungen aus Kunststoff und Guss. In den Hallen gilt das Stahlrohrlager mit seinen 7000 qm Grundfläche – hier lagern derzeit rund 10.000 Tonnen Stahl – als „Juwel“ des Unternehmens. Bislang habe man diesen Produktbereich in Regensburg eingelagert. Dort wurden allerdings die räumlichen Möglichkeiten immer beengter, weshalb man jetzt hier in Röttenbach die große Lösung realisieren konnte. Die LKWs, die in die Halle einfahren, werden mit Laufkränen beladen. Getrennt davon werden die Edelstahlrohre in einer eigenen Halle eingealgert. Hier wird auf eine große Sorgfalt im Handling Wert gelegt. So werden diese Rohre schonend mit einem Seitenstapler in die Regale gehoben. Für alle HTI-Unternehmen in Bayern werden hier in Röttenbach die Edelstahlrohre eingelagert. In weiteren Hallen befinden sich Formteile für den Tiefbau und Kleinteile für die Industrie, wie z.B. Armaturen oder Pumpen.
Die Raffinesse in der Logistik dieses Handelszentrums zeigt sich auch im Detail. So werden der Wareneingang und die Auslieferung nach den Vorgaben eines neu entwickelten Lager-Management-Systems (LMS) organisiert. Die LKW-Fahrer bekommen beispielsweise von HTI in Form eines QR-Codes ein Zeitfenster für die Anlieferung der Waren. Dem Fahrer öffnet sich die Schranke zum Gelände nur, wenn er den auf seinem Handy abgespeicherten Code innerhalb des vorgegebenen Zeitfensters einlesen lässt.

 

Graffiti auf der neuen "Kunstmeile" in Röttenbach!

Zum zwölften Mal richtet der Bezirk Mittelfranken in diesem Jahr die Kinder- und Jugendkulturtage aus. „Unter dem Motto 360° stehen“, so Sybille Körner von der Fachberatung Kinder- und Jugendkultur für den Bezirk Mittelfranken, „die verschiedenen künstlerischen Module. Hiermit ist eine ‚Rund-um-uns-herum-Wahrnehmung‘ gemeint. Auf 360° begegnen wir Menschen mit denen wir Gemeinsames erleben, erfahren und teilen.“

 

Auf Initiative des Familienzentrums wurde von Theresa Rank der Künstler Sven Küstner für einen Graffiti-Workshop nach Röttenbach eingeladen. Gemeinsam mit Carlos Lorente betreiben er und andere Sprüher im Nürnberger Z-Bau das Event-Unternehmen „Style Scouts“. Für Schulen, Firmen und Privatpersonen bietet die Graffiti-Akademie die Erlernung spezieller Sprüh-Techniken an. Von diesem Angebot machten in Röttenbach allerdings nur wenige Jugendliche Gebrauch. Dafür aber kam die Gruppe an diesem Tag „voll auf ihre Kosten“.

In einem Seminar im Werkraum der Grundschule Röttenbach informierte Sven Küstner am Vormittag die Jugendlichen über die Graffiti-Kunst und demonstrierte verschiedene Sprüh-Techniken. Jeder durfte sich für das geplante Groß-Graffiti einen Künstlernamen ausdenken, der unter seiner Anleitung grafisch ausgestaltet wurde. Auf Übungstafeln konnten die Jungen und Mädchen dann im Freien selbst ausprobieren, wie man mit der Sprühpistole fachmännisch umgeht. Dazu mussten sie natürlich Schutzmasken und Handschuhe tragen.

Mit Begeisterung übten sie die wichtigsten Sprühtechniken, wie z.B. Linien, Kreise oder Flächen. Mit diesem Wissen machte sich die Gruppe dann nach der Mittagspause auf den Weg ins Industrieviertel von Röttenbach. Hier hatte Bürgermeister Thomas Schneider einen Unternehmer in der Messerschmittstraße dafür gewinnen können, eine Begrenzungsmauer als Malfläche für die Jugendlichen zur Verfügung zu stellen.

In einer zweistündigen Sprühaktion fertigten die sechs Jugendlichen, gemeinsam mit Sven Küstner, ein ca. 20 Quadratmeter großes Graffiti-Kunstwerk, das dem 360°-Motto gemäß mit Schlagworten wie „Nette Menschen“, „Freundschaft“, „Family“ oder „Geborgenheit“ ausgestaltet wurde. In der Mitte befindet sich die völkerverbindende Weltkugel, neben die Sherzad Doko, einer der jugendlichen Teilnehmer, seine kurdische Heimatflagge sprühte. Auch die Künstlernamen der Jugendlichen sind auf dem Kunstwerk verewigt worden.

Die Messerschmittstraße hat an diesem Tag ihre Geburtsstunde als „Kunstmeile Röttenbachs“ erlebt. Darauf dürfen die Jungen und Mädchen stolz sein.

Auf dem Bild das Graffiti-Kunstwerk in der Messerschmittstraße mit (von links): Sven Küstner (Coach), Alexander Billner, Sherzad Doko, Martha Lippa, Dana Kupfer, Denise Warnecke und Theresa Rank vom Familienzentrum Röttenbach.

Texte und Fotos: Johann Schrenk, Röttenbach 2017

Neues vom Dorfladen

Im Wettbewerb mit der stets wachsenden Konkurrenz durch Sortimenter und Discounter im benachbarten Georgensgmünd möchte sich die Crew vom Dorfladen mit ihrem Vorstandsvorsitzenden Ersten Bürgermeister Thomas Schneider mit dem Bezug von regionalen Lebensmitteln qualifizieren.

Ein Beispiel für das authentisch-regionale Sortiment sind die Produkte vom Hofladen Schnell in Kammerstein.

Gerade erst sind die letzten Kürbisse geerntet, da beginnt für Martin Schnell aus Neppersreuth bei Kammerstein die Verarbeitung der Früchte. In der Mühle werden die Kürbiskerne zunächst fein zermahlen, bevor daraus im Kneter eine teigige Masse entsteht, die mit Wasser noch etwas „gefügiger“ gemacht wird. Zur Weiterverarbeitung wird der „Kürbiskernbrei“ in die große Röstpfanne eingefüllt und dort unter ständigem Umrühren erhitzt (s. Foto).

Hierbei wird das Wasser wieder entzogen. Bei diesem Vorgang entstehen auch die für das Kürbiskernöl so typische Farbe und das schmackhafte Aroma. Die Masse kommt schließlich in die Ölpresse, wo mit einem Druck von 185 Tonnen das 100 % reine Kürbiskernöl gepresst wird. Zum Absetzen wird es in einen Spezialtank gefüllt, bevor es dann auf Flaschen abgefüllt und diese mit dem Label von „Schnell’s Hofladen“ etikettiert werden.

Weitere Berichte aus Röttenbach:

August 2017: Röttenbachs Ortsmitte wird umgekrempelt

Unübersehbar klafft im Zentrum des Altorts von Röttenbach eine Lücke, nachdem die beiden Anwesen in der Mühlstettener Straße 2 (im Bild unten) und in der Rother Straße 1 größtenteils abgerissen wurden.

Die Bewohner fragen sich: „Was wird an dieser Stelle folgen, wie sehen die Pläne für die Gestaltung des Ortszentrums aus?“. Wir haben uns auf Spurensuche begeben. mehr

Juli 2017: Brotbackfest in Röttenbach

Der Heimat- und Gartenbauverein Röttenbach/Mühlstetten e.V. (HGV) hatte zum Brotbackfest auf dem Festplatz an der Heidecker Straße in Mühlstetten geladen. Immer am letzten Juliwochenende gilt der traditionellen Bieranstich als Startschuss für die zweitägigen Feierlichkeiten.

Doch in diesem Jahr war alles anders: Die Besucher wunderten sich schon, dass um 16 Uhr das obligate Fass mit dem Festbier nicht bereit stand. Gespannt wartete man auf die Begrüßung durch Ludwig Seibold, den Schatzmeister des Vereins und neben der ersten Vorsitzenden Ingrid Merlein der Organisator des Brotbackfestes. Nach seinem „Endlich geht’s los!“ verkündete er die Neuigkeit: Erstmals wird das Brotbackfest nicht mit dem Bieranstich eröffnet, wie es in der Einladung noch zu lesen war, sondern mit einem Brotanschnitt! mehr

 

alle Texte und Fotos auf dieser Seite: Johann Schrenk, Röttenbach 2017