Schrenk

 

 

Röttenbach aktuell

Jahreskonzert des Musikvereins Röttenbach 2018

Der Musikverein Röttenbach hatte zum Jahreskonzert in die Turnhalle der Grundschule eingeladen, und – wie nicht anders zu erwarten – war diese bis auf den letzten Platz gefüllt, als Michaela Padua die Gäste zu einem Abend mit dem Jugend- und Blasorchester  unter dem Motto „Musical Night“ begrüßte.

Seit zwölf Jahren leitet Sven Weichhahn das Orchester. Er ist besonders stolz darauf, dass die Nachwuchsarbeit in Röttenbach vielfältig unterstützt wird. So haben in diesem Jahr von der 18 Schüler starken ersten Klasse der Grundschule Röttenbach-Mühlstetten zwölf Kinder damit begonnen, ein Instrument zu lernen. Von der Schule mit ihren 100 Schülern sind alleine 18 Kinder im Trommelkurs, was ohne die tatkräftige Unterstützung von Seiten der Schule, der Eltern und der Gemeinde gar nicht möglich wäre. Nach dem Trommelkurs wechseln die Kinder in der Regel zum Nachwuchsorchester „KunterBUND“, bevor sie dann im Orchester selbst aufgenommen werden. Die Musiker und Musikerinnen danken dies mit ihrer Treue zum Orchester. So befänden sich im „Erwachsenen-Orchester“ zur Zeit etliche Studierende, die zu allen Proben und Auftritten nach Röttenbach kommen würden. Und für die großen Konzerte würden alle ihre Freizeit opfern und in den Tagen vor dem Auftritt mithelfen, das Ereignis vorzubereiten.

Neben dem Jugend- und Blasorchester tritt bei diesem Jahreskonzert traditionell auch ein kleines Ensemble aus dem Nachwuchs auf, das nach der Pause zwei Arrangements des Norwegers Idar Torskangerpoll zum Besten gab. Am Schlagzeug glänzte Felix Bram, auf der Klarinette spielten Isabella Flock und Anika Meinhold und auf der Querflöte Franziska Mühling. Benedikt Genzler und Johannes Flock bliesen die Trompeten und Barnabas Balint das Saxophon bei den beiden Stücken „Three c-Rock“ und „Hat det bra“, was im Norwegischen soviel wie „Tschüss Freunde“ bedeutet. Sven Weichhahn fand den Auftritt ganz ordentlich, meinte aber, „da sei noch Luft nach oben drin“.

Das Jugend- und Blasorchester unterhielt die Gäste des Jahreskonzerts vor der Pause mit Musical-Arrangements, die sich nicht selten in tosenden Applaus Ausdruck verschaffte. Nach „Circle of Life“ und „Can you feel the love tonight“ aus „König der Löwen“, einem Broadway-Musical von Elton John und Tim Rice, überraschte das Orchester mit einer gekonnten Performance von Beatles-Songs aus dem Musical „All you need is love“. Bei den Klängen zu „Let it be“ und „Yesterday“ blieb kaum jemand im Saal auf seinem Stuhl ruhig sitzen. Insgesamt hatte Kurt Gäble sieben der größten Beatles-Hits zu einem Medley arrangiert.

Von Liverpool ging es dann in den Dschungel, wo die Zuhörer auf der Reise von Mogli auf Colonel Hati und seine Elefantenherde, auf die Schlange Ka, den Bären Balu und auf King Louie mit seiner Affenbande trafen. „Probieren wir’s mal mit Gemütlichkeit“ stand als Motto über diesem Arrangement zu Song-Texten aus dem Dschungelbuch. Vor der Pause wurde es dann fast ein bisschen gruselig. Michaela Padua kündigte den folgenden Part als „vielleicht schönstes und zugleich schwerstes Stück“ an: ein Potpurri aus dem Musical „Tanz der Vampire“, das auf einem Film Roman Polanskis basiert und 1997 in Wien uraufgeführt wurde. Mit dem Stück „Totale Finsternis“, das vom Röttenbacher Jugend- und Blasorchester mit Bravour vorgetragen wurde, verbanden nicht wenige der Zuhörer eine Erinnerung an den Song „Total Eclipse oft he Heart“ von Bonnie Tyler, die damit in den frühen 80er Jahren zahlreiche Hitparaden anführte.

Nach der Pause wurde das Publikum von Sven Weichhahn und seinem Orchester mit Stücken aus dem Musical „Aladdin“ in den Orient entführt, bevor dann der Saal mit Lied-Interpretationen aus „Grease“, dem wohl erfolgreichsten Musical der Welt, ‚gerockt‘ wurde. Wippende Petticoats, handfeste Schlägereien und heiße Tanzwettbewerb: da sprang der Funken schon hie und da auf die Zuhörer über, auch wenn nur mit den Beinen gewippt und mit den Händen bloß auf die Schenkel geklopft statt aufeinander eingeschlagen wurde. Es herrschte beste Samstag-Abend-Stimmung im 3000-Seelen-Dorf Röttenbach!

Mehr für’s Gemüt war dann das Udo-Jürgens-Medley gedacht – und so kam es auch beim Großteil des Publikums an, das zu den Evergreens „Mit 66 Jahren“, „Das ehrenwerte Haus“ oder „Niemals in New York“ leise mitsang. Den musikalischen Abschluss bot das Jugend- und Blasorchester mit der Interpretation der bekanntesten Songs aus dem Musical „Queen in Concert“, das mit dem ‚Hammersong‘ (Originalton Padua) „We will rock you“ endete. Zwei Zugaben mussten noch sein, bevor sich das Publikum gutgelaunt und hochzufrieden auf den Nachhauseweg machte – nicht, ohne es dabei ordentlich „rascheln“ oder „klingeln“ zu lassen. Der Eintritt war zwar frei an diesem Abend, doch Dirigent Sven Weichhahn ließ es sich bei der Verabschiedung nicht nehmen, auf die beiden Spendenteller am Ausgang hinzuweisen. Viele der Besucher statteten der Lounge noch einen Besuch ab, wo es noch reichlich zu trinken und zu naschen gab.

Copyright: Text undn Fotos Johann Schrenk, Röttenbach 10.11.2018

17. Mundarttage in Röttenbach 2018

Zu den 17. Mundarttagen hatten die Röttenbacher in diesem Jahr die Laufer Künstlerin Andrea Lipka eingeladen, die gemeinsam mit dem Piano-Musiker Michael Burzlauer ihr Mundartprogramm „Tücken des Alltags“ auf die Bühne brachte. Vor vollem Haus begrüßte Bürgermeister Thomas Schneider das Künstler-Duo, bevor er sich bei der Sparkasse Mittelfranken-Süd für das Sponsoring und bei Michaela Padua für die Organisation des Abends bedankte.

Dass es anfänglich zahlreichen Besuchern in der schlecht geheizten Aula der Grundschule Süd etwas fror, vermochte Andrea Ripka schnell vergessen zu machen. Mit ihrem temperamentvollen Auftritt als Putzfrau Elfriede Rumpler heizte sie dem Publikum ordentlich ein. Ob als frustrierte Kundin in der Warteschleife eines Erlanger Modehauses oder als engagierte Vorkämpferin gegen den Diätenwahn. Am schlechtesten schnitt an diesem Abend das männliche Geschlecht ab, für das vor allem Elfriedes Ehemann den Rücken hinhalten musste. Verwunderlich: hatte doch Bürgermeister Thomas Schneider die Einladung der Künstlerin damit begründet, dass sie ein Programm bieten würde, das sich nicht auf Kosten anderer lustig machen wolle. Doch im Publikum fühlte sich offensichtlich keiner der anwesenden Männer „auf den Schlips getreten“ – ‚Röttenbacher Souveränität‘ eben.

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Andrea Ripka betreibt mit der „Glückserei“ seit 22 Jahren eine eigene Bühne in Lauf. Aus ihrem Soloprogramm mit der Kultputzfrau Elfriede Rumpler stellte sie ein ‚Best of‘ zusammen und nannte es „Tücken des Alltags“. Es ist ihr einziges Stück in fränkischem Dialekt, und deshalb hat sie es auch für die Mundarttage in Röttenbach ausgesucht. Für Andrea Ripka ist das Fränkische die ‚Endstufe der deutschen Rechtschreibung‘. Wenn ein Preuße  den anderen höflich darum bittet: „Gehen Sie doch bitte hier nach oben“, dann heißt das in Franken schlicht „nauf!“. „Wir Franken sprechen Steno und das macht uns Niemand nach“ verkündet Elfriede Rumpler mit stolz geschwellter Brust, und wird dafür mit donnerndem Applaus bestätigt. Sie sei in Nürnberg aufgewachsen und habe sich ihren Dialekt bewahrt. Wenn sie im Norden Deutschlands auf Tournee ist, wird sie oft als „aus Bayern“ kommend vorgestellt – und da schwillt ihr jedes Mal der Kamm.

Es war nicht nur eine musikalische Begleitung, die Michael Burzlauer an diesem Abend bot. Einfühlsam begleitete er bei einem Großteil der Sketche die singende Putzfrau, war aber auch technisch gefordert, wenn er z.B. bei der Nummer mit der Telefeon-Warteschleife die nervtötenden Ansagen, wie „Alle unsere Mitarbeiter sind momentan beschäftigt …“, über sein digitales Mischpult einspielte. Das war wirklich gekonnt! Thomas Schneider bedankte sich bei ihm und bei Andrea Ripka für ihr Programm und lobte den Einsatz der Damen vom Roten Kreuz, die die Besucher in der Pause mit fränkischem Käckbrot und Bier aus der Region bewirteten.

Copyright: Text undn Fotos Johann Schrenk, Röttenbach 2018

Bürgerversammlung in Röttenbach 2018

Viele Röttenbacher nutzten die jährliche Bürgerversammlung mit Bürgermeister Thomas Schneider dafür, diesen mit ihren Fragen und aktuellen Problemen zu konfrontieren. Doch vor der Aussprache zog Schneider erst einmal ein Résumé für das Jahr 2018 und kommentierte die aktuellen statistischen Daten, die er von der Verwaltung für dieses Gespräch mit den Bürgern druckfrisch auf den Tisch bekommen hatte.

Die Einwohnerzahl habe sich, so Schneider zu Beginn seiner Ausführungen, erfreulich entwickelt, von 2.889 Einwohnern im Jahr 2014 auf 3240 im Jahr 2017. Der aktuelle Stand beträgt 3144 Einwohner, wobei hier bereits sog. Werksvertragsarbeiter und andere „temporäre Gäste“ herausgerechnet wurden. Auf die Ortsteile verteilt, ergibt sich momentan folgende Situation: im Kernort Röttenbach wohnen 1887 Bürger, in Mühlstetten 982, in Oberbreitenlohe 119, in Niedermauk 115 und in Unterbreitenlohe 41.

Der Zuwachs erklärt sich zum einen aus der positiven Geburtenrate und zum anderen aus dem Zuzug in die Neubaugebiete. Dass ein Interesse besteht, dieses Wachstum zu stabilisieren, liegt daran, dass Röttenbach als eine Gemeinde mit über 3000 Einwohnern einen hohen Fixkosten-anteil hat (Straßenausbau, Wasserver- und entsorgung etc.), der auch bei einer geringeren Einwohnerschaft zu erwirtschaften sei, dann aber zu einem höheren Schuldenstand führen würde.

Betrug der Verwaltungshaushalt im Jahre 2017 noch 5 Mio Euro, so ist er in diesem Jahr auf 6 Mio, d.h. um ca. 20 % gestiegen. Der Vermögenshaushalt beläuft sich 2018 auf 7 Mio Euro, d.h. man hat in Röttenbach in diesem Jahr viel Geld in die Hand genommen. Auf der Einnahmenseite schlagen die beiden Grundsteuern A und B mit 400 Tsd. Euro zu Buche, die Gewerbesteuer-einnahmen mit 2 Mio Euro, die Einkommensteuer mit 1,6 Mio Euro, die Umsatzsteuer mit 220 Tsd. Euro und die Schlüsselzuweisungen u.a. Steuern mit 550 Tsd. Euro. Gegenüber 2017 hat die Gemeinde Mehreinnahmen in Höhe von 1,9 Mio Euro erzielen können.

Daraus errechnet sich für Röttenbach eine Steuerkraft von 907 Euro pro Einwohner. Vergleicht man den Ort mit den anderen Gemeinden im Landkreis, so rangiert Röttenbach auf Platz 10, noch vor Hilpoltstein, Spalt, Schwanstetten, Thalmässing, Heideck und Allersberg, wo man eine Steuerkraft von nur 675 Euro pro Einwohner erzielt. Spitzenreiter in dieser Rangfolge sind Wendelstein, Georgensgmünd und Rednitzhembach. Roth liegt mit 910 Euro Steuerkraft pro Einwohner nur knapp vor Röttenbach!

Die Gemeinde bietet 650 Menschen einen festen Arbeitsplatz und erzielt damit eine Erwerbsquote von knapp 65%. Das sei, so Bürgermeister Schneider weiter, wirklich eine „positive Entwicklung“. Die Verschuldung pro Kopf liegt in Röttenbach aktuell bei 414 Euro, wird aber 2019 wegen der Umsetzung zahlreicher Baumaßnahmen wieder kräftig ansteigen. Warum das so kommen wird, erklärte Bürgermeister Schneider dann im Detail.

Der Anbau an das bestehende Rathaus kostet die Gemeinde 1,2 Mio Euro, die jedoch zum größten Teil aus dem laufenden Haushalt aufgebracht werden sollen. Der Rückbau der beiden Hauptdurchgangsstraßen (Rother Straße und Weißenburger Straße) „verschlingt“ 2,8 Mio Euro, wovon 60 % aus dem Topf der Städtebauförderung gefördert werden. Hinzugerechnet werden müssen die 600.000 Euro Einnahmeausfall bezüglich der Straßenausbaubeteiligungskosten, die nach dem neuen Gesetz der bayerischen Landesregierung vom April dieses Jahres nicht mehr zu Lasten der Bürger eingezogen werden dürfen, nun aber von der Gemeinde zu tragen seien. Durch diese Großbaumaßnahme im Ortskern wird sich 2019 die Prokopf-Verschuldung der Gemeinde alleine um 300 Euro erhöhen.

Beim Projekt „Wohnen für Alle“, das ebenfalls 2019 realisiert werden soll, werden im Bauabschnitt I elf Wohneinheiten zum Vermieten und im Bauabschnitt II fünfzehn Wohnungen zum Verkauf gebaut werden. Für acht Wohnungen des zweiten Bauabschnitts bestehen bereits konkrete Kaufoptionen. Die elf Mietwohnungen des Bauabschnitts I, die im Eigentum der Gemeinde bleiben, refinanzieren sich durch die Mieteinnahmen, so dass bei diesem Projekt keine Belastung für die Bürgerschaft entsteht. Zudem wird das Bauvorhaben vom Staat mit 90% gefördert, darunter 30% Zuschüsse und 60 % günstige Kredite.

Schneider ging dann noch auf den Anbau für das „Haus der Kinder“ und die Abwasserentsorgung ein, bevor er auf das neue Wohnbaugebiet am Lerchenfeld und die Entwicklung des Gewerbegebietes zu sprechen kam. Stolz sei er darauf, dass man hier 2018 65 Tsd Hektar Gewerbegebiete neu erschlossen habe. Das habe allerdings zur Folge, dass für die Zukunft kaum noch Flächen für die gewerbliche Nutzung vorhanden seien. Deshalb habe man – wir berichteten davon – mit den Gemeinden Spalt und Georgensgmünd eine kommunale Allianz zur Erschließung neuer Gewerbegebiete gegründet. Hier sei die Gemeinde mit jeweils einem Drittel an den Einnahmen und an den Kosten beteiligt.

 Zum Schluss ließ Bürgermeister Schneider es sich nicht nehmen, auf das aktuell dargebotene „Trauerspiel“ der Baumaßnahmen im Ortskern einzugehen (Kanalbauarbeiten und Rückbau der Weißenburger- und Rother Straße), womit er möglichen Fragen aus dem Publikum vorab bereits einigen „Wind aus den Segeln“ nahm. Sechs Wochen Verzug bei den Bauarbeiten rund um die Straßenbaumaßnahmen seien alleine auf die Schwierigkeiten beim Verlegen der Abwasserkanäle zurückzuführen. Nicht nur, dass es zu unvorhergesehenen zusätzlichen Bauaufträgen an die Baufirma aus Spalt kam (neuer Schmutzwasserkanal, zusätzliche Kanalbaumaßnahmen links und rechts der alten B2 u.a.). Verzögernd wirkten auch die Hindernisse, die sich bei den Kanalbauten selbst einstellten. Da querten Gasleitungen, die in keinem Plan eingezeichnet waren, oder man stieß auf Holzrohre, die nach Vermutung von Fachleuten zu einer historischen Kläranlage aus dem 17. oder 18. Jahrhundert gehören und damit aus der Deutschordenszeit stammen könnten. Als nicht minder schwerwiegend erwiesen sich die Fehlzeiten bei den Arbeitseinsätzen im Rahmen des Rückbaus, die z.T. mit Urlaub oder Arbeitskräftemangel begründet wurden. Es war zu Krisengesprächen mit der Baufirma aus Pleinfeld gekommen, nachdem Anlieger unnötigerweise lange von ihren Grundstücken regelrecht „abgeschnitten“ worden waren. Das Ganze, so Schneider, sei eine „zähe Geschichte“ und für die Anwohner alles andere als befriedigend. Jetzt sei die Fertigstellung aller Baumaßnahmen für den Juni 2019 versprochen worden. Die Rother Straße werde asphaltiert und für den Rest des Jahres 2018 wieder komplett dem Verkehr freigegeben.

Aus dem Publikum folgten Fragen nach der Beteiligung der Bürger an den Baumaßnahmen für das neue Klärwerk in Georgensgmünd. Hier beruhigte Bürgermeister Schneider, dass alles im vorgesehenen Finanzierungsrahmen ablaufen würde. Auch, was den Verzicht des Landes Bayern auf die Erhebung von Straßenausbesserungskosten betrifft, sei nicht damit zu rechnen, dass hier aus dem neuen Landtag heraus ein Rückzieher erfolgen könnte. Haben doch, so Schneider in seiner Antwort auf die Frage einer besorgten Bürgerin, die Freien Wähler die CSU geradezu dazu gedrängt, diese Kostenerleichterung für die Bürger gesetzlich abzusichern.

Weitere Sorgen der Bürger galten der neuen Grüngut-Containeranlage (behinderter Zugang), dem neuen Zebrastreifen mitten auf der Anhöhe zwischen Mühlstetten und Röttenbach (Gefahrenquelle bei Winterwetter), den kurzfristig eingeführten 30-km-Geschwindigkeitszonen (waren nicht angekündigt worden), dem chaotischen Parkverhalten der KFZ-Besitzer entlang der Mühlstettener und der Deutschherrnstraße (Behinderung von Hofeinfahrten), den Rasern (PKW- und Motorradfahrer), dem neuen Standort für einen Mobilfunk-Masten an der Bahnlinie zwischen Georgensgmünd und Röttenbach (Gesundheitsgefährdung), und schließlich den Kosten für die Hausanschlüsse an das neue Breitbandnetz der Firma Inexio (Desinformationen).

Der Bürgermeister ging auf alles geduldig ein, beantwortete die Fragen größtenteils zur Zufriedenheit der Fragesteller und versprach, offene Probleme und Anliegen durch die Verwaltung klären bzw. erledigen zu lassen. Zum Ende gestand Bürgermeister Schneider im Gespräch mit unserer Zeitung, dass es doch etwas länger gedauert habe, bis sich seine Enttäuschung über die verlorengegangene Landtagswahl wieder gelegt habe (er hatte sich für die Freien Wähle um einen Sitz im Landtag zur Wahl gestellt und sein Ziel mit nur 1000 Fehlstimmen knapp verpasst). Jetzt sei er mit neuem Mut und viel Zuversicht wieder darum bemüht, der Gemeinde Röttenbach und ihren Bürger mit ganzer Kraft zu dienen.

Text und Fotos: J. Schrenk, Röttenbach 2018

Es war ein grandioser 19. Kartoffelmarkt in Röttenbach:

Bei strahlendem Spätsommerwetter strömten die Besucher zum 19. Kartoffelmarkt nach Röttenbach. Alljährlich richtet der Landkreis Roth gemeinsam mit der Gemeinde Röttenbach/Fränk. Seenland dieses bunte Fest rund um die „tolle Knolle“ aus.

Schon am Vortag trafen sich zahlreiche fleißige Helfer vor Ort, um die einzelnen Stände im Festzelt und auf dem Freigelände vorzubereiten. Zur Tradition des Röttenbacher Kartoffelmarktes gehört die Kartoffelsuppe frisch aus dem Kessel, die von den Mitgliedern des Heimat- und Gartenbauvereins bereits am Samstag vorbereitet wird. Dazu treffen sich auf dem Hof des Mühlstettener Kartoffelbauern Anton Pflock und seiner Frau Barbara Helferinnen aus der Nachbarschaft und der näheren Umgebung, um aus einem knappen Zentner Kartoffeln eine original fränkische Äbirn-Suppn zuzubereiten.

Vor zehn Jahren habe Barbara Pflock, so in einem Gespräch mit unserer Zeitung, das Rezept von Therese Hausmann, die aus Altersgründen den Vorsitz im HGV abgegeben hatte, in die Hand gedrückt bekommen. Das Rezept selbst verrät sie allerdings nicht.

Dass neben Kartoffeln auch Schinkenspeck mit beigeg4eben wird, ließ sich in der Kartoffelsuppen-Küche der Familie Pflock nicht ganz verheimlichen. Insgesamt ergibt die mühsame Arbeit des Schälens, Zerkleinerns und Kochens ca. 300 Portionen Suppe, die im Festzelt am Sonntag ab 11 Uhr ausgeschenkt werden. Dazu gibt es eine deftige Scheibe Landbrot aus Heideck. Um 14 Uhr war die Suppe dann auch „ausverkauft“. Der Erlös geht an den HGV.

Für Stimmung sorgte am Sonntag im Festzelt das Jugend- und Blasorchester des Musikvereins Röttenbach unter Leitung von Jugendkulturpreisträger Sven Weichhahn, der das Orchester von 12 Jahren gegründet hatte.

Programmatischer Höhepunkt war wie jedes Jahr dann der Kochwettbewerb auf der Bühne, der von Landrat Herbert Eckstein und von Bürgermeister Thomas Schneider souverän moderiert wurde. Die Wettbewerbsteilnehmer für die Zubereitung eines Äbirn-Salats wurden spontan von Eckstein und Schneider auserwählt. Dies Jahr „traf es“ Bürgermeister Ralf Beyer aus Heideck, der den besten Kartoffelsalat zubereitete, sowie die Seenlandkönigin Katharina Strobel (2. Platz), den Niederlassungsleiter der Fa. HTI Bernhard Haas (3. Platz) und die Spargelkönigin Theresa Bub (4. Platz).

In seiner Abschlussrede wies Landrat Eckstein noch auf das Grundübel unserer Gesellschaft hin, wonach viel zu viele Lebensmittel weggeworfen würden, und das, obwohl an anderen Ecken der Welt zahlreiche Menschen hungern müssten. Das sei aus seiner Sicht unerträglich und müsse bei jedem einzelnen von uns zum Umdenken führen: Nahrungsmittel sollten weniger und gezielt eingekauft werden, wobei regionale Produkte immer bevorzugt werden sollten. „Direktvermarktung für ein gutes Klima“ lautete auch das Motto des Amtes für Landwirtschaft und Forsten in Roth für den diesjährigen Kartoffelmarkt. Rosemarie Bramer trug dazu vor großem Publikum ihre kritischen Gedanken vor.

Im Gespräch mit unserer Zeitung äußerten sich die Kartoffelbauern Johann Gilch aus Röttenbach und Heinrich Bub aus Büchenbach/Aurau verhalten positiv zur diesjährigen Kartoffelernte. Es sei zwar weniger geerntet worden, aber mit der Qualität sei man in diesem Jahr zufrieden. Das trockene Wetter habe den Pflanzen weniger geschadet. Johann Gilch aus Röttenbach, der seine Kartoffeln u.a. über den Dorfladen vertreibt, hat nebenher noch Landwirtschaft (Getreide, Schweine und Gemüse). Immerhin gibt es in Röttenbach noch fünf bis sechs Kartoffelbauern.

Auf dem Festgelände herrschte bis in den späten Nachmittag hinein ein buntes Treiben. Zahlreiche Stände boten Lebensmittel aus der Region an, darunter neben den Kartoffeln auch Kürbisse und Kürbiskernprodukte, Öle und Obstbrände. Zahlreiche Vereine waren auf dem Festplatz aktiv, darunter der Fischereiverein und der Helferkreis Röttenbach, um nur zwei zu nennen. Im Festzelt präsentierten sich zahlreiche Einrichtungen, darunter der Bund Naturschutz, das Rote Kreuz (Backers), das Haus für Kinder (Schupfnudeln), der katholische Frauenbund (Kuchen und Torten), die Direktvermarkter beim Landratsamt (Kartoffel-Chips), der Seniorenbeirat, der ambulante Pflegedienst HPR und der VdK.

Ihre Waren boten zahlreiche Direktvermarkter im Festzelt an, darunter die Mäusleinsmühle (Holzofenbrot), Gusto Naturale (italienische Spezialitäten), Thermomix, der Schrenk-Verlag aus Röttenbach (Bücher), Andrea Walter aus Röttenbach (Schmuck aus Edelsteinen)-und Silke Dörlitz aus Gunzenhausen (Kalligraphie-Kunsthandwerk). Frau Kauschka stellte ihr zweites Röttenbacher Heimatbuch vor.

Der Schrenk-Verlag war mit einem eigenen Stand auf dem Kartoffelmarkt vertreten!

 

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Einschulung in der Grundschule Röttenbach-Mühlstetten

In der Grundschule Röttenbach-Mühlstetten konnte Rektor Andreas Storz 30 Erstklässler begrüßen, die bereits am ersten Schultag in zwei Klassen die Schulbank drücken durften. Doch bevor es soweit war, wurde „im Hintergrund“ von fleißigen Helfern alles vorbereitet und hergerichtet, um den Kindern den ersten Schultag so angenehm wie möglich zu gestalten.

Einige  Eltern der zweiten Klasse hatten sich am Vortag getroffen, um gemeinsam kleine Kuchen und süßes Gebäck für die Schulneulinge und die zahlreichen Gäste zu backen, während Rektor Andreas Storz mit seiner dritten Klasse Willkommenslieder für „die Neuen“ einstudierte. Andere stellten Stühle auf oder brachten Girlanden in der Aula der Grundschule an, auf denen die Schulanfänger willkommen geheißen wurden.

Den Auftakt der Einschulungsfeierlichkeiten bildete der Besuch der Marienkirche, wo der katholische Dekan Matthäus Ottenwälder und Pfarrerin Cornelia Meinhard von der Evangelisch-Luth. Kirchengemeinde Georgensgmünd einen abwechslungsreichen Schulgottesdienst abhielten. Nach dem gemeinsam gesungenen „Lobet den Herrn“ begrüßten die beiden Geistlichen die Schulanfänger und deren Eltern, Freunde und Bekannte, die an diesem Morgen als Begleitung mitgekommen waren und sich nicht zuletzt um die Schultüten der Kinder zu kümmern hatten.

Bei strahlendem Sonnenschein begab sich die Elternschar mit den Kindern zur Grundschule, wo Rektor Storz bereits mit der Klampfe in der Hand darauf wartete, bis alle neuen und „alten“ Schulkinder in der Aula Platz genommen hatten. Nach dem Begrüßungslied „Ihr seid wollkommen“ klärte er die Erstklässler darüber auf, dass sie von jetzt an „Grundschulkinder“ seien. Auch wenn sie vielleicht von Eltern oder Freunden  ‚vorgewarnt‘ worden seien, dass jetzt ein neuer, schwerer Lebensabschnitt für sie begänne, so mache die Schule auch Spaß, und kann zuweilen „richtig schön“ sein. Die Kinder würden in der ersten Klasse, so Storz weiter, nicht nur Rechnen und Schreiben lernen, sondern auch bald erfahren, wo man im Pausenhof am besten spielen und wo man sich Bücher zum Anschauen und Lesen ausleihen könne.

Als dann der Rektor seine eigene Schultüte hervorzog, um den Kindern zu zeigen, was er zum ersten Schultag mitgebracht hatte, machte sich Erstaunen breit. So befand sich in der Tüte u. a. ein Ball, den man, so Rektor Storz, in der Schule dringend bräuchte – denn diese sei ja nicht nur zum Lernen, sondern auch zum Spielen da. Einigen Müttern kam das wohl etwas Spanisch vor. Doch der Rektor hatte auch an den Ernst der Schule gedacht. So zog er ein Stück Stoff aus der Tüte, das  er als ‚dickes Fell‘ bezeichnete. Das bräuchten die Kinder, wenn sie in der Schule mal etwas aushalten müssten, was ihnen nicht so gefällt. Ein Wollknäuel, das sich ebenfalls in der Tüte befand, musste als ‚Geduldsfaden‘ herhalten, den man beim Lernen ebenfalls benötigen würde. Denn zuweilen  würde Einiges im Unterricht nicht gleich beim ersten Mal verstanden werden, und da dürfe man eben nicht so schnell die Geduld verlieren.

In der Grundschule Röttenbach-Mühlstetten werden in diesem Schuljahr 2018/2019 insgesamt 115 Kinder unterrichtet, das sind 13 mehr als im vergangenen Schuljahr. Es gibt eine erste Klasse mit 20 Schulanfängern, eine gemischte Klasse mit 10 Erst- und 15 Zweitklässlern, eine zweite Klasse, zwei dritte und eine vierte Klasse.

Mit dem ersten Schultag beginnt auch die offene Ganztagsschule (wir berichteten davon). Heuer wurden von den Eltern insgesamt 73 Kinder dafür angemeldet, was für die Mittagsbetreuung, so Leiterin Theresa Rank vom Familienzentrum im Gespräch mit unserer Zeitung, einen enormen Zuwachs darstelle. Dafür wurde eine neue Betreuungskraft eingestellt, so dass sich in diesem Schuljahr insgesamt sieben sozialpädagogisch ausgebildete Fachkräfte um das Mittagessen, diverse Beschäftigungsangebote und die Hausaufgabenbetreuung kümmern würden.

Richtfest für den Rathauserweiterungsbau in Röttenbach

Nach nur viermonatiger Bauzeit konnte die Gemeinde Röttenbach am vergangenen Wochenende das Richtfest für den Erweiterungsbau des Rathauses feiern. In seiner Begrüßungsrede führte Erster Bürgermeister Thomas Schneider den Gästen beeindruckend vor Augen, wie sich die Zeiten geändert hätten. Betrug der gesamte Kostenaufwand für den Bau des Rathauses, einschließlich der Außenanlagen, im Jahre 1998 noch 1,1 Mio Euro, so „verschlingt“ der Erweiterungsbau jetzt alleine schon 1,2 Mio Euro. Dafür bekommt die Gemeinde allerdings den dringend benötigten neuen Rathaussaal und zusätzlichen Büroraum für die mit den Einwohnerzahlen gewachsene Verwaltung.

Zwei gutgelaunte Zimmerergesellen ließen zunächst auf dem Dach des Neubaus den Architekten, die Handwerker und die Bauherren hochleben und entsorgten anschließend ihre bei dieser Prozedur geleerten Weingläser schwungvoll in die Baugrube. Zuvor mussten sie Bürgermeister Thomas Schneider allerdings versichern, dass sie, wie sich das für Röttenbach gehöre, auch wirklich katholisch seien. Im Anschluss daran erteilten Dekan Matthäus Ottenwälder und Pfarrer Martin Kraus in einer kleinen Feier dem Neubau den Segen Gottes. „Wenn der Herr das Haus nicht baut, baut jeder umsonst“ gab der katholische Dekan den Gästen mit auf den Weg.

Bürgermeister Schneider begrüßte danach die zahlreichen Gäste aus Politik und Wirtschaft, namentlich zweiten Bürgermeister Anton Schmidpeter, Architekt Thomas Wenzel und Bauleiter Michael Kauschka. Diese betonten imm Gespräch mit unserer Zeitung, dass der Bau in harmonischer Zusammenarbeit und ohne bedeutende Beeinträchtigungen erfolgen konnte. Gemeinsam traf man sich danach zum Richtfestschmaus, für den Gemeinderatsmitglied Alfred Knäblein als Metzger vor Ort gesorgt hatte. Bei Speis und Trank ergaben sich in großen und kleinen Gruppen noch angeregte Gesprächsrunden zu aktuellen politischen Fragen und Problemen. Text und Fotos: J. Schrenk 2018

Tag der offenen Tür in Röttenbach

Am Tag der offenen Tür standen die Mitarbeiter der Gemeinde Röttenbach, wie hier im Bild Christian Lutz (links) und Michaela Padua, der Bevölkerung mit Rat und Tat zur Seite. Foto J. Schrenk (2018)

Einweihung des neuen Pumpwerks in Röttenbach

Am Tag der offenen Tür wurde das neue Pumpwerk eingeweiht. Bürgermeister Thomas Schneider (Mitte) erklärt Landrat Herbert Eckstein (links) und Pfarrer Martin Kraus die Anlage. Foto J. Schrenk (2018)

oben: Artikel in der Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung (Text und Foto: Johann Schrenk)

Ein "Schandfleck" in Röttenbach in zweierlei Hinsicht. Mehr dazu

Nach der Ansiedlung des Handels-zentrums HTI kommt nun, wie bereits bei der Einweihung von HTI im vergangenen Jahr angekündigt, die Fa. Buschheuer Bau- und Korrossi-onsschutz GmbH aus Regensburg nach Röttenbach, um hier eine neue Veredelungsanlage für Stahlbauteile, wie z.B. Rohre oder Bleche, zu errichten. Man habe Röttenbach wegen der Nachbarschaft zum Handelszentrum, mit dem man bereits seit über zehn Jahre bestens zusammenarbeite, und wegen der optimalen Verkehrsanbindung als Standort ausgewählt. Mit dem Betrieb soll bereits im Spätherbst dieses Jahres begonnen werden. Hilpoltsteiner Kurier 21.4.2018 Mehr ...

 

Theaterabend der Landjugend Röttenbach

Zu einem Schwank in drei Akten hatte die Landjugend Röttenbach in die Turnhalle der Grundschule geladen, und alle drei Vorstellungen waren bis auf den letzten Platz gefüllt. Aufgeführt wurde das bayerische Lustspiel „Blasi, du Bazi“ von Franz Geisenhofer. Erstmals führte Brigitte Steigerwald bei diesem vielgespielten „Klassiker des Bauerntheaters“ die Regie, und wenn es nach dem Publikum ginge, hätte sie Ihre Premiere mit Bravour bestanden.

Das auf Klamauk gestrickte Stück (wir berichteten bereits über dessen Inhalt) hat die zahlreichen Besucher immer wieder zu spontanen Beifallsbekundungen hingerissen. Für Alfred Knäblein schien die Rolle des Bazi wie auf den Leib geschrieben. Als Mädchen verkleidet bot ihm die im Drehbuch angelegte Sitationskomik mehrmals die Möglichkeit, für Lacher in den Reihen der Zuschauer zu sorgen. Es kam auch zu kleinen Pikanterien, wenn er z.B. als Zenzi zu Afra, der Tochter der Bäuerin, ins Bett steigen sollte, weil es im Haus an Schlafplätzen mangelte. Diese Bettenknappheit war entstanden, nachdem sich er und sein Vater, der Sterzenhofer Nazi (Koseform von Ignatz), unangemeldet am Hof der Ochsenhofbäuerin eingefunden hatten, um ihn, Bazi, mit deren Tochter Afra bekannt zu machen. Der Vater wolle ja schließlich vorher wissen, auf welchen Hof der Sohn da einheiraten könne.

Die zweite Rolle, die immer wieder gut für einen Schenkelklopfer war, bot sich für Urschl, die Saumagd, die von Natalie Müller glaubhaft dargestellt wurde. Ihre derben Witze und die offen zur Schau getragene Zuneigung für das männliche Geschlecht sorgten über alle drei Akte hinweg für das „Salz in der Suppe“. Mit ihrer faxenhaften Mimik und ihrer gekonnt gespielten Tollpatschigkeit hatte sie ihr Publikum schnell „im Griff“, das für jede Zweideutigkeit und Hintersinnigkeit dankbar war. Dass die fränkischen Darsteller diese bayerische Bauernposse von Franz Geisenhofer so authentisch auf die Bühne brachten, dafür alleine gebührt den Akteuren höchstes Lob. Dass sich die Röttenbacher fast „wie zu Hause“ fühlten, lag an den immer wieder in den Text eingestreuten Ortsbezügen.

 

Mit dieser Premiere hat sich die Jung-Regisseurin Brigitte Steigerwald eine Grundlage für eine Karriere als Theatermacherin in Röttenbach gelegt. Die Inszenierung war ihr über weite Strecken gelungen, wohingegen das Bühnenbild und einige Szenen doch ein wenig blass wirkten. Als Souffleuse hat Sarah Daichendt ihre Arbeit erfolgreich absolviert, denn es gab über das gesamte Stück hinweg keine erkennbaren Versprecher, Hänger oder Aussetzer. Für das heimische  Publikum, das in den beiden Pausen von aufmerksamen Helfern bestens bewirtet wurde, war es ein gemeinsam verbrachter und gelungener Abend – „zu Hause in Röttenbach“, im „Wohnzimmer“ der Turnhalle.

Johann Schrenk 4/2018, Röttenbach (Text und Fotos)

Mit dieser Pmer“ der Turnhalle.

"Wohnen für Alle" - ein engagiertes Projekt der Gemeinde Röttenbach: jetzt beschlossen!

Am 26. März 2018 wurde das Projekt mit einer knappen Mehrheit im Gemeinderat beschlossen. Im Herbst des Jahres soll mit beiden Baubschnitten (Plan) begonnen werden. Detaillierter Bericht

In dieser Luftbildaufnahme von Röttenbach ist der zentrale Ortskern mit der Straßenkreuzung im Zentrum des Altorts gut erkennbar. Die Weißenburger Straße (von Süden) und die Rother Straße (von Nordosten) stoßen hier auf die Mühlstettener Straße, die zum westlich gelegenen Ortsteil Mühlstetten führt, und auf die Deutschherrnstraße, die gen Osten entlang der historischen Bauten aus der Deutschordenszeit (17.-19. Jh.) zur Kirche mit dem Freidhof verläuft. (Quelle: Gemeinde Röttenbach, Vorbereitende Untersuchungen zur Ausweisung des Sanierungsgebietes „Altort Röttenbach“; Erläuterungsbericht zu den Ergebnissen der Vorbereitenden Untersuchungen, Stand 20.11.2014)

Die Nord-Süd-Achse soll nun mit großem Aufwand "rückgeführt", d.h. menschenfreundlicher, erlebensorientierter und umweltschonender gestaltet werden. mehr

Neben dieser "Revitalisierung des Altorts Röttenbach stehen für die kommende Zeit noch zwei weitere Großprojekte in Röttenbach an: Die Erweiterung des Rathauses und das Projekt "Wohnen für Alle".

Im Bild jeweils links Architekt Thomas Wenzel, der den Gemeinderäten und der Verwaltung (im Bild rechts Peter Straß und 1. Bürgermeister Thomas Schneider) die aktuelle Planung erläutert (Fotos und Texte J. Schrenk, 2017);

Bericht zum 10-jährigen Jubiläum des Röttenbacher Musikvereins

Zu seinem zehnjährigen Jubiläum hatte der Musikverein Röttenbach in die Turnhalle geladen. „Best of Music“ war das Motto für den Konzertabend des Jugend- und Blasorchesters Röttenbach. Unter dem Taktstab von Dirigent Sven Weichhahn spielten die insgesamt 41 Musiker Lieblingsstücke aus ihrem Aufführungsprogramm der Jahre von 2008 bis 2017.
Michaela Padua von der Gemeinde Röttenbach führte das Publikum in gekonnt souveräner Art durch den Abend, und das Orchester eröffnete den bunten Reigen mit „Slovenia“, einer Komposition über den erfolgreichen Befreiungskampf des slowenischen Volkes gegen die Unterdrückung durch das serbische Regime. Schon nach dieser Eröffnungsmusik waren die Zuhörer von der Klangfülle des Orchesters und dem virtuosen Können der Musiker und Musikerinnen begeistert. Fünf Flöten, sechs Klarinetten, zwei Tenorhörner, neun Saxophone, je zwei Tuben und Posaunen, sieben Trompeten, Pauke, Schlagzeug, Percussion und vier Waldhörner kamen zum Einsatz. Es folgte ein quirliges Medley aus den 70-er und 80-er Jahren, wobei sich das Orchester zwei Musikberühmtheiten ausgesucht hatte: Udo Jürgens und die schwedische Pop-Gruppe ABBA. Peter Schüller und Heinz Briegel stellten die Auswahl zusammen. Danach entführte das Jugend- und Blasorchester seine Zuhörer in die Traumwelt der „Highland Cathedral“, ein eindrucksvoll arrangiertes Musikstück aus dem schottischen Hochland.
Vor der Pause inszenierte der Musikverein „sein bestes Stück“, wobei in diesem Fall nicht das Musikstück „Immer kleiner“, sondern eine dreizehnjährige Musikerin im Rampenlicht stand: Anna-Lena Dollinger. Sie brillierte mit einem Klarinetten-Solo der besonderen Art. Michaela Padua dazu: „Sie alle kennen ja eine Klarinette. Da haben wir das Mundstück, dann die sogenannte Birne, den oberen Teil, dann das untere Teil und zum Schluss den Becher. Alles zusammengebaut, fertig zum Spielen. Aber jetzt passen Sie mal auf, was unsere Jüngste damit machen kann! So viele Teile braucht man gar nicht!“ Und wahrlich: Anna Lena Dollinger verkleinerte ihre Klarinette von Stück zu Stück und landete damit beim Publikum einen „Volltreffer“. Danach wurde sie von Sven Weichhahn für ihr besonderes musikalisches Können gelobt. Sie sei, so der Dirigent mit stolz geschwellter Brust, in Bayern wohl die einzige Jungmusikerin, die bereits im Alter von 12 Jahren das Musikerleistungsabzeichen D3 absolviert hat, das in der Fortbildungsstruktur der Blasmusikverbände die höchste instrumentale Qualifikation darstellt. Um diese Prüfung zu bestehen, wird eine mehrjährige intensive Instrumentalausbildung vorausgesetzt. Anna-Lena Dollinger, deren Eltern Siglinde und Alfons Dollinger an diesem Abend ebenfalls auf der Bühne mitwirkten, hat bereits im Alter von 9 Jahren mit ihrer Ausbildung begonnen.


Thomas Sonnauer, Erster Vorstand des Musikvereins Röttenbach, berichtet im Gespräch mit unserer Zeitung, dass das Röttenbacher Orchester, das sich ausschließlich aus Musikern vor Ort rekrutiet, ganzjährig mit 40 Proben, einem guten Dutzend Konzerten und etlichen Auftritten bei Vereinsabenden oder bei Kirchweihfesten ausgelastet ist. Die Arbeit wird nicht staatlich gefördert, und so ist man bei allen Auftritten auf die eigenen Kräfte angewiesen. Den finanziellen Aufwand für die Notenbeschaffung und die beiden Dirigenten „erwirtschaftet“ man aus Spenden bei den Veranstaltungen oder aus anderen privaten Zuschüssen. Dem Orchester kommt vor allem die gute schulische Musikausbildung in Röttenbach zugute, wo man die musikalische Erziehung bereits in der 1. Klasse mit Trommelkursen beginnt. In der 2. Klasse entscheiden sich die Jugendlichen in der Regel für ein bestimmtes Instrument. Wenn Interesse besteht, werden die Kinder in die Jüngstenabteilung des Orchesters übernommen, in die Gruppe „Kunterbund“, bevor sie dann als Jugendliche in das Blasorchester überwechseln können.
Zum zehnjährigen Jubiläum des Röttenbacher Blasorchesters spielte „Kunterbund“ unter Leitung von Sven Weichhahn mit neun musikalischen Jungtalenten auf, sehr zur Freude der vielen Eltern, die es sich nicht haben nehmen lassen, ihren Kindern an diesem Abend „beizustehen“. Wie die Größeren, so hatten sich auch die Jüngsten zwei Wochen vor dem großen Auftritt in ein dreitätiges „Trainingscamp“ begeben, um ihren Einsatz zu proben. Auf der Bühne zeigten sich dann die drei Klarinettistinnen Anika Meinhold, Hanna Breit und Isabella Flock, die Querflötistin Franziska Mühling, Johannes Flock und Benedikt Genzler an der Trompete, Balint Barnabas am Saxophon sowie Felix Bram und Finley Brenz am Schlagzeug, an den Pauken und am Woodblock von ihrer besten Seite. Sie spielten zunächst die beiden Stücke „The Music Mill“ und „Forte und Piano Song“ von Jan de Haan, bevor sie ihr Lieblingsstück „Guns ‚n‘ Cowboys“ mit Bravour präsentierten.
Zum Abschluss spielte dann das Jugend- und Blasorchester u.a. Stücke des belgischen Jungkomponisten Bernd Appermont, den „Ungarischen Tanz Nr.5“ von Johann Brahms und einen Song von John Miles. Das Finale fand dann unter der Beteiligung des Publikums statt, das gemeinsam mit dem Orchester die Sensationspolka „Böhmische Liebe“ von Matthias Rauch in die Röttenbacher Abendluft schmetterte. Bei bunten Häppchen und einem guten Glas fränkischen Weins endete der Abend in bester Stimmung. Im kommenden Jahr will das Jugend- und Blasorchester Röttenbach seine Gäste in die Welt des Musicals entführen.

Besuch der „Jugend-Zukunftswerkstatt Röttenbach“ beim Gemeinderat

Theresa Rank, die Leiterin des Röttenbacher Familienzentrums, hatte in diesem Jahr die Initiative des Kreisjugendrings Roth über eine „Jugendzukunftswerkstatt“ mit zwei spektakulären Aktionen unterstützt (wir berichteten darüber). Sie konnte nun die Röttenbacher Jugend dazu motivieren, ihre Anliegen den gewählten Gemeinderäten vorzutragen.
Erster Bürgermeister Thomas Schneider erteilte in der November-Sitzung des Gemeinderats Theresa Rank das Wort, die daraufhin die Diskussionsergebnisse der Jugendlichen zusammenfasste, bevor sie Tim Lauch darum bat, das Projekt „Jugendhaus Röttenbach“ im Detail vorzustellen. Dieser erklärte anhand einer Schautafel die Wunschvorstellungen der Jugendlichen. Man benötige dringend eine Möglichkeit, um sich in Röttenbach treffen zu können. Ein „Jugendhaus“ müsse aber kein Neubau sein. Man könne sich z.B. ein leerstehendes Gebäude vorstellen, wie das ehemalige Feuerwehrhaus in Mühlstetten. Generell wünschen sich die Jugendlichen, dass ihr „Treff“ zwei Mal in der Woche geöffnet sein, und zwar nachmittags für die Jüngeren und abends für die schon älteren Jugendlichen. Einer der Räume sollte für Feiern geeignet sein, und an Freizeitmöglichkeiten wünscht man sich einen Billardtisch, eine Tischtennisplatte, einen Kicker und eine Musikanlage. Darüber hinaus sollte ein freier WLAN-Zugang vorhanden sein. Zum Betreiben des Jugendtreffs wären noch eine Küche und ein Fernsehbereich mit Sofas wünschenswert.

Über diesen Forderungskatalog stellten die Jugendlichen Ihre Bereitschaft, beim Einrichten des Jugendhauses allesamt mitzuhelfen. Auch in den Familien würde man dafür Unterstützung finden. Tim Lauch meinte sogar, dass man sich durchaus eine pädagogische Kraft vorstellen könne, „die auf uns aufpasst und uns hilft“. Unabhängig davon würden sich die älteren Jugendlichen grundsätzlich bereit erklären, den Jüngeren bei allen Problemen, die mit dem Betreiben des Jugendtreffs zusammenhängen, zur Seite zu stehen.
Den anwesenden Jugendlichen aus Röttenbach, die ihr Anliegen mit Zuversicht und Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit der Gemeinde vorgetragen hatten, wurde in der anschließenden Diskussion mit der politischen Realität konfrontiert. Man erwarte, so u.a. Konrad Frank jun. von der CSU, einen für die Immobilie ausgearbeiteten Umbau- bzw. Gestaltungsplan mit Kostenvoranschlag, den man dann in den Gremien ausführlich erörtern könne. Das Konzept selbst, so Konrad weiter, sei ja in Ordnung, doch damit alleine kann die Arbeit in den Gremien nicht fortgeführt werden. Birgit Lang, die Vertreterin des Kreisjugendrings Roth, betonte, dass die Jugendlichen noch kein fertiges Konzept in der Tasche hätten, und es jetzt eher darauf ankäme, ein solches gemeinsam mit den Gemeindevertretern auszuarbeiten. Diese könnten „den Ball nicht einfach an die Jugendlichen zurückschießen!“
Erster Bürgermeister Thomas Schneider registrierte die Zwickmühle, in die sich die Jugendlichen hineinmanövriert fühlten, und versuchte zu vermitteln. Wenn Die Gemeinde ein solches Projekt stemmen solle, dann müsse sie schon auf längere Sicht planen. Die Jugendlichen selbst würden nach 2-3 Jahren das Zeitfenster des Jugendtreff-Projekts verlassen, während die Kommune auch noch in fünf bis zehn Jahren eine solide Möglichkeit für Jugendliche bieten wolle, sich in Röttenbach zu treffen. Dazu bräuchte man schon detailliert ausgearbeitet Pläne, die den Gang durch die Instanzen bestehen. Auch er plädiere für ein Gebäude aus dem Bestand. Es müsse möglich sein, dass die Gemeinde in 2018 über dieses Projekt entscheidet. Die Jugendlichen, so Schneider weiter, „sollten für ihr Engagement belohnt werden“.
Auch Charly Freudenberger (Freie Wähler) sprach sich dafür aus, sobald als möglich „Nägel mit Köpfen zu machen“. Er erinnerte – wie vor ihm auch Theresa Rank – daran, dass eine Nachfrage nach einem Jugendtreff erstmals vor sechs Jahren artikuliert worden sei, woraufhin jedoch alle Initiativen „im Sande verlaufen“ seien. Er schlug vor, dass der Ausschuss für Jugend- und Seniorenfragen im Dezember 2017, spätestens jedoch im Januar des neuen Jahres einen konkreten Vorschlag ausarbeiten sollte, der dann für die Haushaltsberatungen im März 2018 entscheidungsfördernd sein könne. Er halte den Vorschlag, das ehemalige Feuerwehrhaus in Mühlstetten zum Jugendtreff umzubauen, für kurzfristig umsetzbar. Die Jugendlichen hätten von ihrer Seite aus mit ihrem Auftritt vor dem Gemeinderat ein klares Signal gesetzt. Nun könnten die Gemeindevertreter sie nicht wieder hinhalten. Dafür bekam er aus allen Fraktionen Beifall.

 

„HTI GANZ NAH“ – lautete das Motto für den „Tag der offenen Tür“ im neuen HTI Handelszentrum Röttenbach. Katrin Bacher von der Abteilungsleitung Verkaufsförderung eröffnete diesen “besonderen Tag“ und erinnerte an den legendären „Spatenstich“ vom 13. November 2015, an dem der Startschuss für das HTI Handelszentrum fiel, und damit auch der Grundstein für einen Großhandel mit neuem Anspruch gelegt wurde. Gehandelt wird mit über 90.000 Sortimentsartikeln für Tiefbau und Industrietechnik. Bereits im Herbst 2016 konnten in den neu erbauten Hallen die ersten Stahlrohre eingelagert werden.

Thomas Herrmann, der persönlich haftende Gesellschafter von HTI, warf einen Blick zurück:  Zunächst war man auf der Suche nach einem in der Mitte Bayerns gelegenen Standort für das zentrale Lager der HTI-Gruppe. Über Kösching, dem eigentlichen geologischen Mittelpunkt Bayerns, gelangte man dann immer weiter ins Mittelfränkische und stieß hier auf Röttenbach, wo man ideale Ausgangsbedingungen für die Ansiedlung vorfand. Röttenbach entpuppte sich als eine „faszinierende Gemeinde“, so Herrmann weiter. Nicht nur, dass hier genügend Fläche für den Bau eines Zentrallagers für die „ganz großen Lieferungen“ angeboten wurde. Röttenbach stellte sogar die Möglichkeit in Aussicht, dass weitere Partner sich in der unmittelbaren Umgebung dazugesellen könnten. Auch sei Röttenbach eine wachsende Gemeinde und verfüge – in Bayern wohl einmalig – über ein eigenes Leerrohrnetz für den Breitbandausbau mit Glasfaserkabeln. „Am Handelszentrum 1“ lautet die neue HTI-Adresse in Röttenbach, und die „Nr. 2“ ist bereits vergeben für die Fa. Buschheuer Bau und Korrosionsschutz GmbH, die wohl noch in diesem Jahr hier bauen wolle, und mit der man eng kooperieren würde.

Momentan sehe man sich in der boomenden Bauwirtschaft mit dem Problem konfrontiert, für die Baustellen genügend Personal zur Verfügung zu haben, und auch der Nachwuchs an Fachkräften bereite Sorge. Die „Fachwelten“, die HTI an seinen Standorten in Bayern eingerichtet habe, leisteten schon seit Jahren für die Lösung dieser Probleme einen aktiven Beitrag. In ihnen werde trainiert, qualifiziert und ausgebildet. Neue Berufe würden in der Zukunft entstehen, und HTI werde dabei gestaltend mitarbeiten. Eine Erweiterung der Fachwelten im Röttenbacher Handelszentrum soll es dann auch im Herzen Bayerns möglich machen, Qualifizierung, Weiterbildung und Forschung aktiv zu leben. Dort, so Herrmann weiter, könne praxisnah geschult, Wissen vermittelt und geforscht werden. Kooperationen bestünden bereits mit der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und der TU Deggendorf. Für die Kundschaft, und dazu gehöre z.B. auch die Gemeinde Röttenbach, bestünde in der „Fachwelt“ des neuen Handelszentrums die Möglichkeit, sich über neue Technologien in der Bauwirtschaft mit kompetenten Fachleuten auszutauschen.
Zum Abschluss richtete Thomas Herrmann sich nochmals an Bürgermeister Thomas Schneider. „Wenn wir derzeit mit unseren 75 Mitarbeitern bereits der drittgrößte Betrieb in Ihrer Gemeinde sind, dann werden wir alles daran setzen, diese Zahl zu verdoppeln, um so „die Nr. 1“ in Röttenbach zu werden.“

Horst Collin, Gesellschafter der Rhein-Ruhr Collin KG und Koordinator der HTI-Gruppe mit ihren 1300 Mitarbeitern in 65 HTI-Standorten, verwies auf die aktuellen Herausforderungen für die Unternehmen der HTI-Gruppe. Mit der „Industrie 4.0“ verbinde sich eine intensive Vernetzung aller Prozesse und damit eine vorher nicht gekannte Beschleunigung der Arbeitswelt. Da benötige man „schlanke Prozesse“. Man sei bereits Marktführer in der Branche, man wolle aber auch Anführer im Digitalisierungsprozess sein. Doch bei aller Technik sei der Mensch, so Collin weiter, das „Wesentliche am Geschäft“. Deshalb setzt man bei HTI verstärkt auf die innerbetriebliche Kommunikation und den Dialog mit der Kundschaft und den Lieferanten. Mit Stolz erfülle ihn der Anblick des neuen Handelszentrums in Röttenbach, das auf über 60.000 qm Fläche ein Vollsortiment an Produkten namhafter Hersteller bereitstelle. Darunter ein Vollsortiment an Rohrsystemen aus Stahl- und Edelstahl, Kunststoff und Guss.

 

Auch Horst Collin zollte der Gemeinde Röttenbach großen Respekt für das beispiellose Engagement beim Ausbau der Breitbandverkabelung. Vor Bürgermeister Schneider ziehe er den Hut ganz tief. Mit einem Apell an das Team in Röttenbach, weiter mutig voranzugehen, und einem „Glückauf“ beendete Collin sein Grußwort.

Thomas Schneider lobte in seiner Ansprache das partnerschaftliche Miteinander mit HTI. Erfolg könne man nur haben, wenn man kooperiere. Alle HTI-ler seien, so Schneider, von diesem partnerschaftlichen Denken beseelt, und die Philosophie des Unternehmens gleiche dem eines „ehrbaren Kaufmanns“. In diesem Leitmotiv von Thomas Herrmann sehe er ideale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Unternehmen und Gemeinde. Auch er wolle sich für die Möglichkeiten einer Erweiterung von HTI einsetzen. Damit spielte er auf die Absichtserklärung von Thomas Herrmann an, „die Nummer 1“ in Röttenbach werden zu wollen. Als Willkommensgeschenk überreichte Bürgermeister Thomas Schneider gemeinsam mit Peter Straß, dem Kämmerer, zwei Apfelbäume, die auf dem Firmengelände gepflanzt werden sollen.

Bei den anschließenden Führungen nutzten zahlreiche Kunden, Mitarbeiter von Lieferantenfirmen und Röttenbacher die Gelegenheit, das Gelände und die Lagerhallen zu besichtigen. Dabei war zu erfahren, dass sich mit diesem Neubau (20.000 qm Grundfläche) eine Fülle an technischen Raffinessen verbindet, die auf den ersten Blick gar nicht sichtbar sind. So war HTI sehr darum bemüht, die Heiz- und Kühlprozesse so weit als möglich regenerativ zu gestalten. Das beginnt bei der teilweisen Begrünung der Hallendächer und endet „im Untergrund“ mit einem Netz an über dreißig bis zu 90 m tiefen Erdwärmesonden, die einen Teil der benötigten KW-Leistung –im Winter für die Beheizung und im Sommer für die Kühlung – liefern. Für diese Vorrichtung wurde ein „U-Boot“ auf dem Gelände „versenkt“, d.h. ein Abwasser-Ringkanal mit 2,5 km Länge. Einige der Verkehrswege auf dem Gelände sind als Teststrecken ausgelegt, um verschiedene Straßenbeläge auf deren Eignung zur Regenwasserabführung zu prüfen. Die Ergebnisse stehen dann für die Forschung zur Verfügung.
Auf dem 35.000 qm großen Freigelände herrscht jetzt bereits Enge. Hier lagern Geo-Textilien für den Wasserrohrbau, Gasrohre mit Geo-Mantel sowie Betonteile für Abwassereinrichtungen aus Kunststoff und Guss. In den Hallen gilt das Stahlrohrlager mit seinen 7000 qm Grundfläche – hier lagern derzeit rund 10.000 Tonnen Stahl – als „Juwel“ des Unternehmens. Bislang habe man diesen Produktbereich in Regensburg eingelagert. Dort wurden allerdings die räumlichen Möglichkeiten immer beengter, weshalb man jetzt hier in Röttenbach die große Lösung realisieren konnte. Die LKWs, die in die Halle einfahren, werden mit Laufkränen beladen. Getrennt davon werden die Edelstahlrohre in einer eigenen Halle eingealgert. Hier wird auf eine große Sorgfalt im Handling Wert gelegt. So werden diese Rohre schonend mit einem Seitenstapler in die Regale gehoben. Für alle HTI-Unternehmen in Bayern werden hier in Röttenbach die Edelstahlrohre eingelagert. In weiteren Hallen befinden sich Formteile für den Tiefbau und Kleinteile für die Industrie, wie z.B. Armaturen oder Pumpen.
Die Raffinesse in der Logistik dieses Handelszentrums zeigt sich auch im Detail. So werden der Wareneingang und die Auslieferung nach den Vorgaben eines neu entwickelten Lager-Management-Systems (LMS) organisiert. Die LKW-Fahrer bekommen beispielsweise von HTI in Form eines QR-Codes ein Zeitfenster für die Anlieferung der Waren. Dem Fahrer öffnet sich die Schranke zum Gelände nur, wenn er den auf seinem Handy abgespeicherten Code innerhalb des vorgegebenen Zeitfensters einlesen lässt.

 

Graffiti auf der neuen "Kunstmeile" in Röttenbach!

Zum zwölften Mal richtet der Bezirk Mittelfranken in diesem Jahr die Kinder- und Jugendkulturtage aus. „Unter dem Motto 360° stehen“, so Sybille Körner von der Fachberatung Kinder- und Jugendkultur für den Bezirk Mittelfranken, „die verschiedenen künstlerischen Module. Hiermit ist eine ‚Rund-um-uns-herum-Wahrnehmung‘ gemeint. Auf 360° begegnen wir Menschen mit denen wir Gemeinsames erleben, erfahren und teilen.“

 

Auf Initiative des Familienzentrums wurde von Theresa Rank der Künstler Sven Küstner für einen Graffiti-Workshop nach Röttenbach eingeladen. Gemeinsam mit Carlos Lorente betreiben er und andere Sprüher im Nürnberger Z-Bau das Event-Unternehmen „Style Scouts“. Für Schulen, Firmen und Privatpersonen bietet die Graffiti-Akademie die Erlernung spezieller Sprüh-Techniken an. Von diesem Angebot machten in Röttenbach allerdings nur wenige Jugendliche Gebrauch. Dafür aber kam die Gruppe an diesem Tag „voll auf ihre Kosten“.

In einem Seminar im Werkraum der Grundschule Röttenbach informierte Sven Küstner am Vormittag die Jugendlichen über die Graffiti-Kunst und demonstrierte verschiedene Sprüh-Techniken. Jeder durfte sich für das geplante Groß-Graffiti einen Künstlernamen ausdenken, der unter seiner Anleitung grafisch ausgestaltet wurde. Auf Übungstafeln konnten die Jungen und Mädchen dann im Freien selbst ausprobieren, wie man mit der Sprühpistole fachmännisch umgeht. Dazu mussten sie natürlich Schutzmasken und Handschuhe tragen.

Mit Begeisterung übten sie die wichtigsten Sprühtechniken, wie z.B. Linien, Kreise oder Flächen. Mit diesem Wissen machte sich die Gruppe dann nach der Mittagspause auf den Weg ins Industrieviertel von Röttenbach. Hier hatte Bürgermeister Thomas Schneider einen Unternehmer in der Messerschmittstraße dafür gewinnen können, eine Begrenzungsmauer als Malfläche für die Jugendlichen zur Verfügung zu stellen.

In einer zweistündigen Sprühaktion fertigten die sechs Jugendlichen, gemeinsam mit Sven Küstner, ein ca. 20 Quadratmeter großes Graffiti-Kunstwerk, das dem 360°-Motto gemäß mit Schlagworten wie „Nette Menschen“, „Freundschaft“, „Family“ oder „Geborgenheit“ ausgestaltet wurde. In der Mitte befindet sich die völkerverbindende Weltkugel, neben die Sherzad Doko, einer der jugendlichen Teilnehmer, seine kurdische Heimatflagge sprühte. Auch die Künstlernamen der Jugendlichen sind auf dem Kunstwerk verewigt worden.

Die Messerschmittstraße hat an diesem Tag ihre Geburtsstunde als „Kunstmeile Röttenbachs“ erlebt. Darauf dürfen die Jungen und Mädchen stolz sein.

Auf dem Bild das Graffiti-Kunstwerk in der Messerschmittstraße mit (von links): Sven Küstner (Coach), Alexander Billner, Sherzad Doko, Martha Lippa, Dana Kupfer, Denise Warnecke und Theresa Rank vom Familienzentrum Röttenbach.

Texte und Fotos: Johann Schrenk, Röttenbach 2017

Zuletzt aktualisiert 28.08.2018

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Lesung von Johann Schrenk aus dem Buch "Alles hat seine Zeit" des Thalmässinger Autors Günther Kraus am Donnerstag 11. Oktober im ehem. Deutschordens-Schulhaus Bericht zur Lesung

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Die längste Stadtwurst der Welt: Das Buch zumm Jahrhundert-Event in Röttenbach (€ 5,00 UVP): Hier online bestellen

Ganz Röttenbach im Umbruch?

Zur aktuellen Situation und zur Haushaltsdikussion im gemeinderat Details hier

Neues vom Dorfladen

Im Wettbewerb mit der stets wachsenden Konkurrenz durch Sortimenter und Discounter im benachbarten Georgensgmünd möchte sich die Crew vom Dorfladen mit ihrem Vorstandsvorsitzenden Ersten Bürgermeister Thomas Schneider mit dem Bezug von regionalen Lebensmitteln qualifizieren.

Bericht zum Metzger Gruber in Großweingarten

Die Metzgerei Gruber aus Großweingarten beliefert den Dorfladen in Röttenbach mit frischen Fleisch- und Wurstwaren aus eigener Schlachtung. Die Tiere (Schwein, Rind, Kalb und Lamm) kommen aus Betrie-ben in der Region (Spalt, Ottmannsberg, Lieben-stadt). Max Gruber legt großen Wert darauf, dass seine Liebenstädter Schwei-ne aus artgerechter Stroh-haltung kommen und möglichst viel an der frischen Luft sind, wo sie bei Sonnenschein das wertvolle Vitamin D „tanken“ können. Hier werden keine Wachs-tumsförderer eingesetzt. Zur Schlachtung werden die Tiere in Liebenstadt abge-holt und auf kürzestem Weg mit dem eigenen Transpor-ter ins Schlachthaus nach Großweingarten gebracht. Max Gruber legt großen Wert darauf, die komplette Kette – von der Tierhaltung zur fertigen Fleisch- oder Wurstware – unter Kontrolle zu haben. Bei der Montags-schlachtung wird das Schweinefleisch warm verarbeitet, womit Max Gruber z.B. bei der Gelb-wurst auf die Beigabe von Zusatzstoffen verzichten kann. In seinen Bratwürsten befinden sich keine Geschmacksverstärker oder künstlichen Bindemittel, nur Schweinefleisch, Kochsalz und natürliche Gewürze. (Johann Schrenk)

 

Ein weiteres Beispiel für das authentisch-regionale Sortiment sind die Produkte vom Hofladen Schnell in Kammerstein.

Gerade erst sind die letzten Kürbisse geerntet, da beginnt für Martin Schnell aus Nep-persreuth bei Kammerstein die Verarbeitung der Früchte. In der Mühle werden die Kürbiskerne zunächst fein zermahlen, bevor daraus im Kneter eine teigige Masse entsteht, die mit Wasser noch etwas „gefügiger“ gemacht wird. Zur Weiterverarbeitung wird der „Kürbiskernbrei“ in die große Röstpfanne einge-füllt und dort unter ständigem Umrühren erhitzt (s. Foto).

Hierbei wird das Wasser wieder entzogen. Bei diesem Vorgang entstehen auch die für das Kürbiskernöl so typische Farbe und das schmackhafte Aroma. Die Masse kommt schließlich in die Ölpresse, wo mit einem Druck von 185 Tonnen das 100 % reine Kürbiskernöl gepresst wird. Zum Absetzen wird es in einen Spezialtank gefüllt, bevor es dann auf Flaschen abgefüllt und diese mit dem Label von „Schnell’s Hofladen“ etikettiert werden.

Weitere Berichte aus Röttenbach:

August 2017: Röttenbachs Ortsmitte wird umgekrempelt

Unübersehbar klafft im Zentrum des Altorts von Röttenbach eine Lücke, nachdem die beiden Anwesen in der Mühlstettener Straße 2 (im Bild unten) und in der Rother Straße 1 größtenteils abgerissen wurden.

Die Bewohner fragen sich: „Was wird an dieser Stelle folgen, wie sehen die Pläne für die Gestaltung des Ortszentrums aus?“. Wir haben uns auf Spurensuche begeben. mehr

Juli 2017: Brotbackfest in Röttenbach

Der Heimat- und Gartenbauverein Röttenbach/Mühlstetten e.V. (HGV) hatte zum Brotbackfest auf dem Festplatz an der Heidecker Straße in Mühlstetten geladen. Immer am letzten Juliwochenende gilt der traditionellen Bieranstich als Startschuss für die zweitägigen Feierlichkeiten.

Doch in diesem Jahr war alles anders: Die Besucher wunderten sich schon, dass um 16 Uhr das obligate Fass mit dem Festbier nicht bereit stand. Gespannt wartete man auf die Begrüßung durch Ludwig Seibold, den Schatzmeister des Vereins und neben der ersten Vorsitzenden Ingrid Merlein der Organisator des Brotbackfestes. Nach seinem „Endlich geht’s los!“ verkündete er die Neuigkeit: Erstmals wird das Brotbackfest nicht mit dem Bieranstich eröffnet, wie es in der Einladung noch zu lesen war, sondern mit einem Brotanschnitt! mehr

 

alle Texte und Fotos auf dieser Seite: Johann Schrenk, Röttenbach 2017