Der neue "Röttenbacher Bürgerbrief" - jetzt neu im Schrenk-Verlag, Röttenbach:

Bis zu 36 Seiten, durchgehend farbig; mit vielen aktuellen Informationen und Hintergrund-berichten; Mit Bilderrätsel (Jeden Monat 1 Prachtbildband aus der Region zu gewinnen)!

++++++++++++++++++

Im Herzen des Altorts Röttenbach schlägt wieder das Herz: die neue Trattoria-Pizzeria

In früheren Zeiten trug das Gasthaus zum Christoph einmal die Haus-Nummer 1 in Röttenbach. Heute firmiert es zwar unter „Rother Straße Nr. 5“, liegt aber nach wie vor im Herzen des Röttenbacher Altorts am Röttenbach. Nicht nur die Bauarbeiten der vergangenen Jahre (wir berichteten mehrfach davon), auch der seit langem zu beklagende Leerstand der renommierten Gaststätte haben nun ein versöhnliches Ende gefunden, auch wenn die letzten Straßenbau- und Pflasterarbeiten noch ein, zwei Wochen andauern werden.

Für die Belebung der Ortsmitte hat sich nicht nur die Gemeinde mit ihrem Beschluss des Rückbaus der ehemaligen B2 eingesetzt. Auch Vater Michael und Sohn Veit Lehner, die das Haus vor einigen Jahren erworben hatten, setzten alles daran, für die Gasträume wieder einen neuen Pächter zu finden. Den haben sie – wiederum mit Vater und Sohn – nun gefunden: Gianpietro Mondini und sein Sohn Raoul Alberto haben das Restaurant gepachtet und als „Trattoria Christoph – Pizzeria con cucina Italiana Tradizionale“ am letzten Oktobertag eröffnet. Bürgermeister Thomas Schneider ließ es sich nicht nehmen, den neuen Pächtern ein Präsent aus dem Sortiment des Dorfladens mitzubringen.

Der große Gastraum wurde geschmackvoll renoviert und stilvoll eingerichtet. Der komplette Tresenbereich wurde im Eigenbau neu gestaltet, gewisssermaßen als „italienische Note“ der Pizzeria. Die Hauptrolle aber hatte an diesem Abend Pizzabäcker Raoul Alberto übernommen, der eine nach der anderen appetitlich belegten Pizzen aus dem neuen Steinofen in seiner Klüche zauberte. Nicht ohne Stolz servierte auch Vater Gianpietro die eine oder andere Pizza an die bis auf den letzten Platz gefüllten Tische, hatte er doch so die gute Möglichkeit, seine neuen Gäste näher kennenzulernen.

Das Speisenangebot ist typisch für eine Trattoria, d.h. für ein kleines italienisches Speiselokal mit traditioneller Küche. Die Atmosphäre ist hier familiär und unterscheidet sich somit von der eines Restaurants. Trattorien sind in Italien typisch für den ländlichen Raum. Hauptgerichte waren am Eröffnungsabend in Röttenbach die verschiedenen Pizzen (zwischen 6,50 und 9,00 Euro). Darüberhinaus haben die Mondinis typisch italienische Antipasti, Primi und Secondi im Angebot, so an diesem Abend Rigatoni Bolognese, Rigatoni quattro Formaggi und Spaghetti Pomodoro Basilico (jeweils 6,50 €).

Die Atmosphäre in dem Lokal ist sehr angenehm. Dafür sorgen nicht nur das geschmackvolle Accessoir und der anheimelnd wirkende Kachelofen, sondern auch die Weitläufigkeit der Tischanordnung, die keine Enge aufkommen lässt. Auch im Außenbereich haben die Hausherren für ein angenehmes Ambiente gesorgt. Natürlich wartet jetzt alles auf den Abschluss der Straßenbauarbeiten. Und Verpächter und Pächter freuen sich gemeinsam schon auf die kommende Frühjahrssaison, wenn im hinteren Bereich ein neuer gemütlicher Biergarten eingerichtet werden wird. Auch zur Straße hin solle es zwei, drei Freitische geben.

„Röttenbachs Herz“ schlägt wieder!

Text und Bilder: Johann Schrenk

++++++++++++++++++++++++++++++++++

18. Röttenbacher Mundarttage mit Licht und Schatten ...

Zu den 18. Mundarttagen in Röttenbach hatte die Gemeinde zwei Musiker aus dem Aischgrund und einen Erzähler aus Georgensgmünd eingeladen. In seiner Begrüßung warf Bürgermeister Thomas Schneider nochmals einen Blick zurück auf die Anfänge im Jahre 2001. Damals hatte er den Entschluss zur Begründung der fränkischen Mundarttage in Röttenbach gefasst, nachdem es ihm vorgekommen war, als gäbe es in Bayern nur eine einzige Mundartkultur: die oberbayerische. Dem wollte er entgegenwirken. Er dankte der Sparkasse für die finanzielle Unterstützung und der Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung für den Druck des Plakats.

Die beiden Musiker (im Bild Bernd Adler links und Wolfgang Gürtler rechts)

hieß Schneider als „zwaa scheene Boum aus dem Aischgrund“ willkommen, wofür er von den beiden gleich „gemaßregelt“ wurde: bezeichnet sich ihre Heimatregion doch als „Aaschgrund“ und nicht als Aischgrund. Jochen Wiltschko führte der Bürgermeister als „Qualitätsprodukt“ der Nachbargemeinde Georgensgmünd ein.

Der musikalische Teil starte gleich mit einem Handicap: der Schlagzeuger, der sonst die beiden Sänger und Gitarristen begleitet, fehlte aus gesundheitlichen Gründen, und dies war natürlich nicht zu „über“hören. Da fehlte etwas von der rhythmischen Basis, so dass die Musik stellenweise eher flach daherkam. Für den nötigen Drive sorgten dann allerdings die beiden Gitarristen und Sänger, die, wenn sie im Duett sangen, zur Hochform aufliefen. Zu ihren Stücken hatten sie sich oft bekannter Melodien bedient und diese dann mit fränkischen Texten überspielt. Das ist zwar nicht neu, kam aber beim Röttenbacher Publikum gut an.

 

Etwas befremdlich mutete an, dass die beiden Sänger ihrem fränkischen Publikum einen „Grundkurs in Fränkisch“ verpassten, so als würden sie im Dorfkrug Lütjenholm nahe Husum auftreten. Dabei unterscheidet sich der Röttenbacher-/Georgensgmünder Dialekt gar nicht so sehr vom Aischgründer Dialekt, was die beiden sogar selbst zugaben. Zu den Highlights aus dem Musikprogramm zählte ein Text des fränkischen Mundartdichters Helmut Haberkamm, den die beiden „Aaschgründer“ mit Reggae-Musik unterlegten. Im Lied „Halloween“ bekannte Wolfgang Gürtler: „Do mou i net als Zombie rumlaffn. Mir glangt’s dann scho, wenn i in der Freih in’n Spiegel neischau!“, wofür er in der Röttenbacher Grundschulaula Szeneapplaus erhielt.

Zunächst schien auch der Auftritt von Jochen Wiltschko auf dieser Erfolgswelle mitzuschwimmen. Gleich sein erstes Gedicht „November 2“, das er pointiert vortrug, bezeugte Niveau und versprach einen anspruchsvollen literarischen Part im Wechselspiel mit der Musik. Doch dann bot der Georgensgmünder mit seinem Faschings-Sketch für 4 Personen eine erste Enttäuschung. Die Story von einem wie geistig behindert daherkommenden Faschingsprinzen ödete an und zog sich unnötig in die Länge. Diesen Beitrag hätte er sich sparen können! Auch seine Geschichte vom Besuch des bayerischen Prinzregenten Luitpold kann nicht anders bewertet werden.

Originell war dagegen sein „fränkisches Alphabet“, mit dem er viele vergessene urfränkische Worte wieder zu neuem Leben erweckte. Waren die Begriffe „Brunzkartler“ oder „Ebirn“ noch vielen geläufig, wunderte sich mancher über die Bedeutung eines „Mumpfl“, also eines unfreundlichen und verschlossenen Menschen, eines „Noutnickels“, eines Geizhalses oder eines „Ohadischen“, jemandes, der sich an andere dranhängt und ihnen nicht mehr von der Pelle rückt. Das ein „Quack“ ein – wie der Franke es gerne bezeichnet – oordentliches, kleines niedliches Kind ist, oder der „Waffelbäck“ ein ständig schnabelnder Angeber, wussten die wenigsten. „Ruuzlöffel“, „Zuzzermokkela“ und „Fregger“ gehörten an diesem Abend ebenfalls zum fränkischen ABC von Jochen Wiltschko, der dafür großen Zuspruch erfuhr. Seine Gästeführer-Geschichten mit Anekdoten aus Spalt und Georgensgmünd und seine „Geschichtsbrocken“, darunter zum Kloster St. Emmeram oder zu Spalatin füllten den Abend. Erwähnenswert ist die Geschichte vom Spalter Finanzamt, zu dem sich eines Tages ein Inspektor aus Schwabach auf den Weg machte. Der fand an der Eingangstür den Hinweis „Sind beim Hirschen“, worauf er sich postwendend zum gleichnamigen Gasthaus begab und dort die Finanzbeamten in nicht mehr nüchternem Zustand antraf. Daraufhin wurde das Spalter Finanzamt geschlossen. Später stieß man beim Umbau des Gebäudes zum heutigen Rathaus auf einen Raum, der bis unter die Decke mit leeren Bierflaschen aufgefüllt war.

Alles in Allem hat der Abend den Röttenbacher gut gefallen. Am Ende gab es einen ordentlichen Applaus und einige Zurufe nach Zugaben, die die Musiker bereitwillig gaben. Das Team vom Roten Kreuz hatte die Besucher mit schmackhaften Gehäckbroten versorgt, und alle gingen nach dem dreistündigen Programm beschwingt nach Hause. Doch es dürfte auch ein paar Besucher gegeben haben, die der Meinung waren: „Etwas weniger ist manchmal mehr“.

+++++++++++

Der 20. Kartoffelmarkt in Röttenbach bricht alle Rekorde!

Zum 20. Mal haben in diesem Jahr der Landkreis Roth und die Gemein de Röttenbach den Kartoffelmarkt in Röttenbach veranstaltet. Bei schönstem Herbstwetter hatten sich Tausende Besucher auf den Weg gemacht, um die „Zitrone des Nordens“, wie Werner Wolf vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten die Kartoffel adelte, mit allen Sinnen zu genießen. Knapp siebzig Aussteller hatten sich im Festzelt von Festwirt Gruber und auf dem von Jahr zu Jahr wachsenden Freigelände eingefunden, um ihre Produkte rund um die Kartoffel u.v.m. anzubieten. Dazu kamen noch ein halbes Dutzend an Ausstellern mit „Bio-Waren“ dazu, die anlässlich des Abschlusses der Rother Biowoche nach Röttenbach eingeladen worden waren.

Das Hauptaugenmerk der Besucher galt wie stets den Kartoffelbauern, die ihre verschiedenen Kartoffelsorten – mehlig kochende, vorwiegend festkochende und festkochende – zum Verkauf anboten, darunter der Röttenbacher Kartoffelbauer Johann Gilch, der mit seiner Frau am Eingang zum Festplatz einen großen Stand mit den Sorten „Ditta“, „Melody“ und „Krone“ aufgebaut hatte. Ebenfalls aus Röttenbach kamen die Kartoffelbauern Eduard sen. und jun. Horndasch, welche die Sorten „Ditta“ und „Krone“ verkauften, sowie Willibald Stadler, der Wert darauf legte, dass seine „Marabel“-Kartoffeln ohne Kunstdünger angebaut werden. Aus der Region kamen Kartoffelbauer Heiko Bernreuther von Dürrenmungenau, der seine „Bamberger Hörnchen“, „Blaue St. Galler“ und „Red Emmalie“ für vier bis sechs Euro pro 2,5 kg verkaufte (Bild unten links), und der Biohof Weiherhaus mit alten Kartoffelsorten. Manche der Stände waren am späten Nachmittag fast leergekauft, so groß war die Nachfrage an diesem Jubiläumskartoffelmarkt.

Auch dieses Jahr waren der Kreativität im Umgang mit dem Ausgangsprodukt Kartoffel keine Grenzen gesetzt. Neben den Klassikern Baggers (Rotes Kreuz, oben rechts), Schupfnudeln (Haus für Kinder), Kartfoffelsuppe (HGV; unten letztes Bild rechts) oder bunten Kartoffelchips (Landfrauen) wurden Kartoffelwaffeln (Else Bauer), Kartoffelpralinen (Metzgerei Wechsler) und Kartoffelpizza (Förderverein für das Gemeinwesen) zum Verzehr angeboten. Dass sich der Röttenbacher Kartoffelmarkt inzwischen zu einerArt Agrar- und Handwerksmesse gemausert hat, zeigt sich daran, dass zahlreiche Direktvermarkter aus anderen Sonderkulturen teilnehmen, wie z.B. die Krautbauern vom Harrerhof, die Kürbisbauern Hussendorfer aus Aurau und die Kürbiskernvermarkter Schnell aus Neppersreuth bei Kammerstein. In diesem Jahr zum ersten Mal waren die Obstvermarkter aus Kalbensteinberg mit ihrer Produktlinie „Echt Bropmbachseer“ in Röttenbach mit einem großen Stand vertreten. Andere Direktvermarkter boten Weine (Joe Schmitt aus Würzburg), kulinarischen Spezialitäten (Gusto Naturale aus Röttenbach), Fleisch und Wurstwaren (Metzger Wechsler aus Spalt und Wildmetzger Satzinger aus Fünfbronn), Brot und Küchle (Mäusleinsmühle) oder Sojaprodukte (Landersdorf) an, um nur einige zu nennen.

Mit einer breiten Warenpalette aus eigener Produktion überzeugten der Bärenhof aus Spalt, der Röttenbacher Hans Weiß, einer der Mitbegründer des Kartoffelmarktes, der Biohof Scheuerlein aus Hagsbronn, die Hofkäserei aus Rohr, der „Wald- und Wiesenimker“ aus Thalmässing oder die „Kräuterfrau“ Margit Albrecht aus Georgensgmünd, die sogar Hopfensirup und Bierseife im Angebot hatte. Auch das Kunsthandwerk war breit vertreten, darunter Tanja Ziegler aus Georgensgmünd (Schmuck), Angela Schwarz aus Mischelbach (Hopfenkränze), „Magdalenas Handarbeiten“ aus Roth oder Hanna Gabler mit ihrer Keramik.

Aus Röttenbach unterstützten die örtlichen Vereine die Besucherscharen und bewirteten sie mit Forellen und Makrelen vom Holzkohlegrill (Fischereiverein), Kaffee und Kuchen (Katholischer Frauenbund) und Getränken (Musikverein). Kommunale, umweltorientierte und soziale Einrichtungen und Vereine informierten über ihre Arbeit, wie z.B. der Landkreis Roth, das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Roth, der VdK, derSeniorenbeirat, der BUND, der Helferkreis, der Weltladen (Fairtrade), der Tierschutzverein, der Kreisjugendring oder die Sinneswerkstatt. Der Kindergarten Mühlstetten beschäftigte die Kinder mit dem Bedrucken von Kuschelkissen, Taschen, Schürzen und Schlampermäppchen.

Als einer der Höhepunkte gilt jedes Jahr der Kartoffel-Back-Brat-Koch-Wettbewerb. Dieses Jahr galt es für vier Kandidaten, die schmackhaftesten Baggers in möglichst kurzer Zeit auf den Teller zu zaubern. Auf dem Siegrtreppchen landete Lissy Wild-Heyder aus Aurau (3.v.l.) vor Gemeinderat Franz-Josef Mühling (2. Platz, 3.v.r.), Schulrektorin Sabine Reuter (3. Platz, 2.v.l.) und Roths Zweitem Bürgermeister Hans Raithel (4. Platz, 2.v.r.)). Moderiert wurde der Wettbewerb auf der Bühne im Festzelt auch in diesem Jahr wieder von Landrat Herbert Eckstein und Bürgermeister Thomas Schneider in gewohnt unterhaltsamer Weise.

Der Kartoffelmarkt kann in seinem 20. Jahr auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken. Es hatte 1999 ganz bescheiden angefangen auf dem kleinen Platz vor der Sparkasse in Röttenbach. Hans Weiß, einer der Mitbegründer erinnert sich im Gespräch mit unserer Zeitung: „Damals waren wir nur wenige. Und auf dem Platz gab es einen kleinen Bach, durch den wir die Stromkabel zum Rathaus legen mussten, was jedes Mal zu einem oder mehreren Stromausfällen führte.“ Heute präsentiert sich der weit über die Region hinaus bekannte Markt als eine breit aufgestellte Schau rund um die Kartoffel unter Beteiligung zahlreicher Vereine und Helfer aus Röttenbach. Dass es in diesem Jahr fast zu einem Verkehrschaos gekommen war, belegt den großen Zuspruch von Seiten der Bevölkerung. Landrat Herbert Eckstein und Bürgermeister Thomas Schneider wurden nicht müde, in diesem Jubiläumsjahr die Arbeit der Helfer und Unterstützer mit einer „Dankurkunde“ zu honorieren.

++++++++++++

Neues Kunstwerk für den neuen Brunnen in Röttenbach

Im Gemeinderat hat der Künstler Klaus-LEO Drechsel sein neues Kunstwerk für den Brunnen im Kreuzungsbereich vorgestellt. Bürgermeister Schneider erklärte den Gemeinderäten die vier eingereichten Modelle. Mit Mehrheit entschieden haben diese sich dann für das Tatzenkreuz (Bild vom Modell oben) von Klaus-LEO Drechsel, der sein Kunstwerk in die Brunnenanlage integrieren will. Um den Brunnen herum im Pflaster gesondert markiert: der Umriss der 3000-Seelengemeinde Röttenbach im Fränkisches Seenland. Hier das erst vor kurzem beschlossene neue Logo der Gemeinde:

Im Zusammenhang mit dem Rückbau der Hauptdurchgangsstraßen in Röttenbach wird auch der zentrale Kreuzungsbereich Rother und Weißenburger Straße mit Mühlstettener- und Deutschherrnstraße neu gestaltet (wir berichteten davon). Neben dem neu angelegten Parkplatz der Metzgerei Knäblein wird ein Aufenthaltsbereich geplant, in dessen Mitte ein Brunnen, umgeben von einer Baumgruppe und mit Sitzbänken möbliert, geplant ist. An diesem Brunnen soll ein Kunstwerk entstehen, das vor kurzem öffentlich ausgeschrieben wurde. Eine Fachjury aus 7 Mitgliedern, darunter Dagmar Piezunka von der Regierung Mittelfranken, hat die eingereichten Modelle begutachtet und sich mehrheitlich (mit 4:3 Stimmen) für die Arbeit der Georgensgmünder Bildhauerin Verena Reimann entschieden.

Daraufhin hat sich der Gemeinderat nochmals zu einer Sondersitzung getroffen und die vier Modelle in Augenschein genommen. Bürgermeister Thomas Schneider erklärte wichtige Details zu den einzelnen Kunstwerken. Ähnlich wie in der Jury hat sich auch im Gemeinderat die Entscheidung auf die beiden Modelle von Verena Reimann und Klaus-Leo Drechsel aus Rednitzhembach konzentriert.
Zum Entwurf Drechsels wurde eingewendet, sein Kunstwerk mit dem Tatzenkreuz des Deutschen Ordens sei mit 4 Metern zu dominant. Der Künstler, der bei der Gemeinderatssitzung anwesend war, beteuerte, die Größe seines Kunstwerkes ermögliche die Betrachtung aus verschiedenen Blickwinkeln und rege damit die Phantasie der Menschen an, die davor stünden. Er sei aber gerne bereit, in dieser Frage – wie überhaupt in jeder Hinsicht – eng mit der Gemeinde zu kooperieren. Sein Material (Stahl und Dreifachverbundglas) sei auch vandalismussicher. Den Bezug zur Gemeinde stellt er über die Bepflasterung her, mit der die Gemeindegrenzen von Röttenbach dargestellt werden sollen.

Bei der Diskussion um das Kunstwerk von Verena Reimann wurde deutlich, dass hier zwei Bestandteile auf besondere Gegenliebe bei den Gemeinderäten stießen: das im Brunnen verlegte Steinbett mit weißen und schwarzen Marmorsteinen, die das Kreuz des Deutschen Ordens darstellen, sowie die Sitzbankgruppe mit Wappen und weiteren Hinweisen auf die Geschichte Röttenbachs. Kritisiert wurde, dass die Kunstwerke Reimanns dazu animieren, sie zu verunstalten. Auch würde man die Bedeutung einzelner Figuren nur schwer erkennen können. So betonte Ludwig Seibold, ihn würde der Reimann‘sche Deutschordenspfleger eher an einen  römischen Soldaten erinnern. Anton Schmidtlein (CSU) gab zu bedenken, dass das Arrangement von Frau Reimann nicht so augenfällig sei wie das 4 Meter hohe Kunstwerk von Klaus-Leo Drechsel, das wegen seiner Präsenz zu einem neuen Wahrzeichen für Röttenbach avancieren könne. Auch Christian Riedl (CSU) fand das Tatzelkreuz „sehr schön“, aber etwas zu groß. Dem stimmte auch Franz-Josef-Mühling (Freie Wähler) zu, der auf das nur geringe Platzangebot rings um den Brunnen hinwies.

 

Gemeinderat Karl-Erwin Freudenberger, der auch als Mitglied der Jury fungierte, berichtete von Bedenken bei der Urteilsfindung. So haben einige Mitglieder der Jury das Tatzenkreuz von Leo Drechsler mit dem Eisernen Kereuz verbunden. Andere hatten mit der Figur des Pflegers von Verena Reiman Probleme, da man diese mit dem erst jüngst in den Fokus geratenen Missbrauch von zur Pflege Anvertrauten in der katholischen Kirche in Verbindung bringen könne. Freudenberger berichtete auch von einem Vorbehalt der Regierungsvertreterin Dagmar Piezunka bezüglich des Vorgehens bei der Entscheidung für einen der vier Entwürfe. Ihrer Meinung nach habe die Jury eindeutig für das Kunstwerk von Frau Reimann votiert, und deshalb sei es nicht einzusehen, weshalb der Gemeinderat im Nachgang dazu nochmals eine davon unabhängige Entscheidung treffen wolle. Konrad Frank junior (CSU) konnte sich mit diesem Standpunkt anfreunden. Auch er sehe nicht ein, warum man hier nachentscheiden wolle.

Karl-Erwin Freudenberger stellte in den Raum, dass die Regierung von Mittelfranken wegen des Vorbehalts die in Aussicht gestellte Förderung in Höhe von 30.000 Euro wieder zurücknehmen könne. Wie soll sich die Gemeinde dazu stellen, fragte er in die Runde. Nach kurzer Diskussion war man mehrheitlich der Meinung, dass im Falle eines Vetos der Regierung die Gemeinde die Kosten für das Kunstwerk (ca. 40.000 €) selbst stemmen werde. Man betrachte die Entscheidung der Jury nur als Empfehlung. Letztlich beschließe die Gemeinde selbständig, welches Kunstwerk vor Ort aufgestellt werden soll. Der Beschluss fiel dann überraschend eindeutig aus: Mit zehn Für- und drei Gegenstimmen entschied sich der Gemeinderat für das Kunstwerk mit dem Tatzelkreuz des Deutschen Ordens. Der Künstler betonte nochmals in einem Statement, dass er bei seiner Arbeit weniger an die Geschichte des Deutschen Ordens gedacht habe und sein Modell in erster Linie ein „sehr gelungenes Kunstwerk“ geworden sei. Er bedankte sich und versprach für die Umsetzung des Beschlusses eine gedeihliche Zusammenarbeit mit der Gemeinde.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt befasste sich der Gemeinderat mit den in letzter Zeit gehäuft vorgekommenen Zerstörungen in Röttenbach und seinen Ortsteilen. Karl-Erwin Freundenberger habe bei der Verwaltung nachgefragt und eine Liste von ca. 20 vandalismusartigen Vorfällen vorgelegt bekommen, die er den Räten vortrug. Darunter mutwillige Beschädigungen in der Frankenstraße, auf dem Schulgelände, entlang des Grünzugs, in der Sudetenstraße, bei der Turnhalle, auf den Spielplätzen in der Nordspange und in Mühlstetten sowie entlang der Mühlstettener Straße. Es wurden Dachziegel herausgebrochen, Bänke beschädigt, Straßenschilder umgeknickt, Zäune zerstört, Löcher in Fassaden getreten, Netze auf dem Bolzplatz und dem Beachvolleybaldfeld zerrissen sowie Holzskulpturen demoliert und verschleppt. Thomas Schneider musste zugeben, dass ihn diese Auflistung „sehr betroffen“ mache. Dennoch sei es sehr schwierig, im Einzelfall einem Täter dessen Schuld nachzuweisen. Man verfüge nicht über entsprechende Möglichkeiten, wie z.B. die Videoüberwachung, und es lägen auch keine konkreten Zeugenaussagen vor. Dem müsse man vorbeugen, so Michael Kauschka (CSU), der für die Video-Überwachung zumindest der drei öffentlichen Plätze am Rathaus, bei der Schule und beim Kindergarten in Mühlstetten plädierte. Bürgermeister Schneider versprach, dazu ein entsprechendes Angebot bei einer Fachfirma anzufragen.

Karl-Erwin Freudenberger sprach sich vehement gegen eine Viedoüberwachung von öffentlichen Plätzen in Röttenbach aus. Es könne nicht angehen, dass wegen einiger durchgeknallter Jugendlicher ein ganzes Dorf in seinen Grundrechten eingeschränkt werden solle. Auch halte er die Kosten dafür im Verhältnis gesehen als zu hoch. Besser wäre es, so Freudenberger weiter, wenn von diesem grassierenden Vandalismus in der Öffentlichkeit berichtet werden würde. Nur so könne man zum Ausdruck bringen, dass man dies hier in Röttenbach nicht haben wolle. Thomas Schneider hielt dem entgegen, dass die Kosten für die Videoüberwachung „überschaubar“ seien. Freudenberger und Riedl bezifferten dagegen den Kostenaufwand auf ca. 7000 € zuzüglich des Arbeitsaufwandes. Die weitere Diskussion wurde auf eine der folgenden Gemeinderatssitzungen vertagt.

+++++++++++++++++++

In Röttenbach wird bedeutende Grundlagenforschung zum Klimawandel betrieben!

Röttenbach ist zwar kein Hochschulstandort, aber universitäre Ausbildung findet hier im Rahmen eines „dualen Studiengangs“ statt, der gemeinsam vom HTI-Handelszentrum Röttenbach und der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) eingerichtet wurde. „Think twice“ steht als Motto hinter diesem Konzept: Theorie lernen die Studierenden an der HSWT, praktische Erfahrungen sammeln sie in den Semesterferien bei HTI in Röttenbach. Ingenieure und Hochschuldozenten begleiten die Studierenden in eigens dafür eingerichteten Praxisseminaren vor Ort im Industrieviertel Röttenbachs.

Johannes Haus hat im Rahmen des dualen HSWT-Studiengangs „Ingenieurwesen Wasserwirtschaft“ seine Bachelor-Arbeit zur Dachbegrünung des HTI-Handelszentrums Röttenbach angefertigt. Sein akademischer Betreuer Prof. Dr.-Ing. Oliver Christ präsentierte diese Arbeit nun einem geladenen Publikum im Rahmen der „Fachwelten“ von HTI Röttenbach, eine seit 2018 mit großem Erfolg durchgeführte Veranstaltungsreihe in den eigens dafür von HTI geschaffenen Räumen des Handelszentrums (wir berichteten davon). Zu diesem aktuellen Vortragsabend hatte die Kreistagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen im Landkreis Roth in Zusammenarbeit mit der Unternehmerfabrik Roth eingeladen. Als Austragungsort konnte man das HTI-Handelszentrum in Röttenbach gewinnen. Weitere Referenten waren neben Prof. Dr. Christ Geschäftsführer Manfred Krüger von der ZinCo GmbH, einem fachspezifischen Unternehmen für Dachbegrünungen, und Dr. Reinhard Witt, einer der renommiertesten Naturplaner in Deutschland.

Seit zehn Jahren ist Dr. Oliver Christ Lehrstuhlinhaber an der Hochschule in Weidenbach-Triesdorf. Die Arbeit von Johannes Haus liegt ihm besonders am Herzen, da hier eine Studie als konkretes Anwendungsbeispiel für den Umgang mit den Folgen des Klimawandels vorgelegt wurde, die voll den „Nerv der Zeit“ trifft. Das Medium Wasser, das als Leitmotiv hinter der Studie steht, wird angesichts der rasant verlaufenden Veränderung unseres Klimas immer bedeutsamer, sowohl was dessen Qualität als auch dessen Verfügbarkeit betrifft. Wer heute den Klimawandel und seine Folgen negiere, sei „schlicht und einfach dumm“, so Christ in seinem Statement zu Beginn der Präsentation.

In seiner „Fakultät Umweltingenieurwesen“ befassen sich die Studierenden des Studiengangs Wasserwirtschaft schwerpunktmäßig mit der Gewässerkunde, mit der Wasserversorgung, mit der Abwasserableitung bzw. den damit verbundendenen Möglichkeiten zur Energiegewinnung und mit dem Regenwassermanagement. Und damit sei er bereits bei der Leitfrage der Studie angelangt: Welche Rolle spielt die Begrünung von Gebäudedächern größerer Industrie-, Dienstleistungs- oder Handelsbetriebe, um der zunehmenden Aufheizung der Städte (urban Heat) oder den Folgen der urbanen Sturzfluten – wie aktuell in Berlin – entgegenzuwirken? Treffen Unmengen von Regenwasser auf eine harte Oberfläche, bewirkt dies in der Regel einen hohen Wasserabfluss, der a) zu einer Überflutung der Gebäudeumgebung führt, der b) eine Verdunstung des Wassers nur in sehr geringem Umfang zulässt und der c) kaum zur Aufhöhung des Grundwassers beiträgt.

Demgegenüber bewirkt eine Begrünung von Dächern – und dies sollte die Studie beweisen – wegen der Bepflanzung eine höhere Verdunstung und damit eine ergiebigere Neubildung von Grundwasser. Die Städte kühlen durch die Verdunstungsauswirkungen eher aus und die Abwasserkanäle werden durch diesen Effekt entlastet, so dass die Gefahr von Sturzfluten entscheidend verringert werden kann. Die Dachbegrünung bildet zwar keine hunderprozentige Lösung der angesporchenen Probleme, trägt aber entscheidend zu deren Minderung bei. Um dies wissenschaftlich zu dokumentieren, widmete sich der Studierende bei seiner Bachelor-Arbeit der vom HTI-Handelszentrum installierten Dachbegrünungsanlage. Neben der Grünfläche befindet sich dort auch ein unbegrüntes Areal zu Vergleichszwecken. Beide Untersuchungsflächen wurden jeweils mit diversen Messstationen ausgestattet, darunter auch zwei Lysimeter. Das sind Apparaturen zur Messung von Gewicht, Verdunstungsgrad und Abfluss des Regenwassers.

Im Ergebnis bewirkte die Einrichtung einer Dachbegrünung im Jahre 2017 eine Abflussmengenreduzierung um 53%. Der Vergleichswert für das unbegrünte Dach liegt bei 13%. Im übermäßig trockenen Folgejahr 2018 fiel dieser Unterschied natürlich geringer aus. Auch beim Abflussverhalten bewirkte die Begrünung eine hohe Verzögerung und damit eine entscheidende Entlastung der Abwasserkanäle. Im Ergebnis beziffert Prof. Dr. Christ laut der hier vorgelegten Studie die Wasserspeicherkapazität der 10.000 Quadratmeter großen HTI-Dachbegrünungsfläche (Gesamtdachfläche 14.000 Quadratmeter) auf 37 Liter pro Quadratmeter. Das ergibt ein Wasserspeicher- bzw. rückhaltepotential von 370 Kubikmeter. Bezogen auf das Volumen von Regenrückhaltebecken ergibt sich alleine durch die Dachbegrünung ein Einsparpoptential zwischen 15 und 30%.

Fragt man nach der Wirtschaftlichkeit der Dachbegrünung – ebenfalls Forschungsgegenstand der Studie – so stehen höheren Gestehungskosten (zusätzliche Bepflanzung etc.) geringere Abwassergebühren und niedrigere Verschleisswerte gegenüber. Nach 40 Jahren beginne sich die Dachbegrünung beim HTI-Handelszentrum bereits zu rechnen. 140.000 Euro Kostenersparnis seien am Ende dieses Zeitraums zu erreichen. Doch neben der Wirtschaftlichkeit, so Prof. Dr. Christ zum Fazit der von ihm betreuten Studie, liegt der gewichtigere Vorteil dieser Anlagen in ihrer Ökologie und in der Entspannung der Entwässerungssituation, womit auch die Schaffung neuer nutzbarer Flächen verbunden sei. Für die Stadt der Zukunft sind begrünte Dächer ein wichtiger Mosaikstein für die Zukunft, und Röttenbach kann stolz darauf sein, dass hier im Industrieviertel eine weit über die Region hinaus bedeutsame Grundlagenforschung betrieben wird.

In einem beeindruckenden Vortrag demonstrierte danach die Firma ZinCo GmbH die Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten bei Dachbegrünungen anhand spektakulärer, weltweit installierter  Anlagen. Dabei ging Manfred Krüger auch auf die verschiedenen Arten der Bepflanzung ein, wofür seine Firma verschiedene Biodiversitäts-Module geschaffen habe. So gehören auch Totholz, Nisthilfen, Wasserflächen und Futterpflanzen für Insekten zum Bepflanzungsprogramm seines Unternehmens. Wie dringend die Notwendigkeit der Begrünung von Industrieflächen sei, werde auch daran deutlich, dass aktuell in Berlin bereits kein Wasser mehr von Dächern abgeführt werden darf. Hier und auch in Hamburg sehe man sich bereits genötigt, unterhalb der Dächer in den obersten Stockwerken zusätzliche Retentionsräume in Form von Zisternen einzuplanen, von denen dann das Regenwasser einige Tage später kontrolliert in die bestehenden Abwasserkanäle eingespeist werden kann, ohne dass es zu sturzflutähnlichen Überlastungen kommt.

Den abschließenden Vortrag hielt Dr. Reinhard Witt, der einen Fachbetrieb für naturnahe Grünplanung in Freising betreibt. Er lenkte an diesem Abend den Focus auf die naturnahe Ausgestaltung von Grünflächen in Industriegebieten, wobei er sich nicht auf Dachflächen beschränkte. Ihm ging es um das nachhaltige Konzept eines Naturgartens, das für alle Grünflächen verwendbar sei. Heimische Pflanzen und Tiere spielen dabei ebenso eine Rolle wie die kostengünstige, umweltschonende und ressourcensparende Anlage und Pflege solcher Areale.

Nach den Vorträgen wurden die Besucher von Mitarbeitern des HTI-Handelszentrums durch das Betriebsgelände und schließlich auf das Dach des Hauptgebäudes geführt, wo man die Umsetzung des von der Wissenschaft begleiteten Begrünungskonzeptes hautnah betrachten konnte. Wolfgang Scharpff, der Vorsitzende der Rother Kreistagsfraktion der Grünen und seines Zeichens Zweiter Bürgermeister in Schwanstetten, war begeistert vom Zuspruch zu dieser Veranstaltung im Rahmen der HTI-Fachwelten in Röttenbach. Auf die Frage unserer Zeitung, warum es in Röttenbach bislang noch keine Ortsgruppe der Grünen gäbe, wusste er spontan keine Antwort. Er verwies aber auf zwei jüngst erfolgte Neugründungen in Spalt und Abenberg, was natürlich auch in Röttenbach einmal der Fall sein könnte.

+++++++++++++++++++++++++++++

Es war wieder ein sehr gemütliches Brotbackfest in Röttenbach!

Die idealen Wetterbedingungen an diesem Wochenende – nicht zu heiß und nicht verregnet – boten beste Voraussetzungen für das diesjährige Brotbackfest des Heimat- und Gartenbauvereins Röttenbach/Mühlstetten e.V. (HGV). Punkt 16 Uhr startete das Programm am Samstagnachmittag mit einem Bändertanz des katholischen Kindergartens St. Martin in Mühlstetten unter Leitung von Birgit Stuckenberg.

 

Nachdem auch Landrat Herbert Eckstein (im Bild hinten rechts) auf dem bestens gepflegten Festplatz in der Heidecker Straße in Mühlstetten eingetroffen war (O-Ton: „Ich bin jedes Jahr gerne bei Euch beim Brotbackfest dabei!“), begrüßte Vereinsvorsitzender Ludwig Seibold seine prominenten Gäste, darunter auch Ersten Bürgermeister Thomas Schneider und Walter Gloßner von der Felsen-Bräu in Thalmannsfeld. Er bedankte sich bei allen Helfern des HGV und gab den Startschuss frei für den Anstich des Festbiers durch Bürgermeister Schneider. Der erlöste den edlen Gerstensaft – wie gewohnt in souveräner Weise – mit zwei Schlägen aus seinem ‚Gefängnis‘ und war sich danach nicht zu schade, einen Großteil des Nachmittags die Gäste des Brotbackfestes mit dem kühlen Nass aus Thalmannsfeld zu bedienen.

v.l. Thomas Schneider (BM Röttenbach), Walter Gloßner (Felsenbräu), Herbert Eckstein (Landrat) und Ludwig Seibold (Vors. des HGV)

Es herrschte eine unaufgeregte, aber dennoch ausgelassene Stimmung auf dem Festplatz. Bei einer deftigen Brotzeit mit Radi und Schnittlauchbroten traf man sich, tauschte Neues aus dem Bekanntenkreis aus und überließ die Kinder dem vielfältigen Spiel-Angebot, das der HGV bereit gestellt hatte. Darunter das Kinderschminken mit Larissa Karg, das vom Röttenbacher Nachwuchs gerne in Anspruch genommen wurde.

 

Larissa Karg (links) beim Schminken der Kinder.

Hauptattraktion für die Kleinen war die Wasserwippe, die auf dem Festplatz auch auf trockenem Untergrund für Gaudi sorgte. Es dauerte nicht lange, da beherrschten die Kinder und Jugendlichen das Plastik-Ungetüm und wirbelten es mit großem Vergnügen über den Platz.

Die Kleineren vergnügten sich auf dem Kinderkarussell, wobei die Mütter immer einen Blick auf das Geschehen warfen, ohne dabei aufdringlich zu sein. Auch ein Ausdruck für die gelöste Stimmung an diesem Brotbackfest. Man spürte: hier war die Bevölkerung unter sich, und keiner machte sich Gedanken über ausbleibende Besucherströme aus der näheren und weiteren Umgebung. Das braucht man nicht in einem Dorf, das sein Zusammengehörigkeitsgefühl auch ohne fremdes Zutun pflegt.

Für die Abendstimmung sorgten die Oberheckenhofernerin Elke Winkler auf ihrem Akkordeon und Gerhard Pieschel aus Schnittling auf seiner Tuba und seinem Bariton. Um kurz vor Mittenacht, so Ludwig Seibold am darauffolgenden Tag im Gespräch mit unserer Zeitung, traten die letzten Gäste den Heimweg an. Es sei ein „wunderschöner Tag“ gewesen, schwärmte er.


Elke Winkler aus Oberheckenhofen und Gerhard Pieschel aus Schnittling

Am Sonntag wartete man dann nach dem Frühschoppen gespannt auf das Eintreffen des Schweinerollbratens, der vom örtlichen Metzger Alfred Knäblein und seiner Crew auf den Platz gebracht und gleich vor Ort aufgeschnitten und auf Tellern serviert wurde. Geduldig stand man in langen Schlangen, bis jeder seinen Mittagstisch genießen konnte. Bis auf den letzten Platz waren die Sitzgarnituren gefüllt. Mit dem Kaffeetrinken, zu dem neben selbstgebackenen Kuchen und Torten auch katholische Kirchweihküchle serviert wurden, klang das diesjährige Brotbackfest friedvoll und harmonisch aus.

 

Der Röttenbacher Metzgermeister Alfred Knäblein (links) schnitt dicke Scheiben vom Schweinerollbraten, assistiert von Martina Karg.

++++++++++++++

Die Schmierereien am Grünzug in Röttenbach haben ein weiteres Mal für Aufsehen im  Gemeinderat gesorgt. In der öffentlichen Frageviertelstunde empörte sich eine besorgte Bürgerin über den Anblick, den die Rückseite des ehemaligen Spar-Kaufmarkts am Köhlerweg noch immer biete: Dort prangt zwischen obligatorischen Liebesbekundungen und anstößigen Bildern auch ein seitenverkehrtes Hakenkreuz, das den besonderen Unmut der Beschwerdeführerin erregte: „Das können wir in Röttenbach nicht dulden!“

Es sei ihr ein „großes Anliegen“, dass dieses Schandzeichen entfernt würde. Hier müsse die Gemeinde einschreiten. Bürgermeister Thomas Schneider verwies in diesem Zusammanhang darauf, dass dieser Missstand schon seit langem bestehe, und er bereits mehrfach vergeblich versucht habe, mit der Hauseigentümerin über dieses öffentliche Ärgernis zu sprechern. Schneider machte darauf aufmerksam, dass die Gemeinde ohne die ausdrückliche Zustimmung der Betroffenen nichts unternehmen könne. Auch könne die Bevölkerung hier nicht eigenständig aktiv werden, wie dies – seiner Meinung nach missverständlich – in einem Pressebericht angedeutet worden war. Er werde der Sache jetzt nochmal nachgehen und die Eigentümerin schriftlich auffordern, diesen Missstand zu beseitigen. Foto und Text: Johann Schrenk

P.S. Inzwischen wurde die Hakenkreuzschmiererei übertüncht.

++++++++++++++++++++

Röttenbach. Gut ein halbes Prozent der 3000-Seelengemeinde Röttenbach frequentierte den musikalisch-literarischen Shakespeare-Abend im Lichthof der örtlichen Grundschule. Christine Mühling, die Leiterin der örtlichen vhs, hatte alles bestens organisiert und auch für das leibliche Wohl der Besucher/innen gesorgt. Lange noch nach der Lesung ließ man den Abend in zahlreichen Gesprächsrunden Revue passieren. Im Bild unten (v.l.) Eduard Schielein an der Gitarre, Johann Schrenk und Elisabeth von Rauffer am Lesetisch.

Fotos: Christine Mühling (vhs) und Karl-Erwin Freudenberger, Röttenbach

++++++++++++++

Röttenbach. In ihrem dritten Jahr gelang der Röttenbacher Regisseurin Brigitte Steigerwald der Durchbruch in ihrer Theaterkarriere. Mit dem Stück „Geisterstund‘ im Waldschlössl“, einer Komödie in drei Akten von Marianne Santl, landete sie beim Röttenbacher Publikum einen „Volltreffer“.

Gar kein Benehmen am Tisch - und das nicht ganz ohne Absicht - zeigen die Magd Burgl (Natalie Müller) und Knecht Loisl (Alfred Knäblein 2.v.r.), als Investor Bing (Christin Ritzer, 2.v.l.) zu Besuch ist, um sich das Waldschlössl anzuschauen. Inhaber Andy (Roland Otto Singer, rechts) macht böse Mine zum guten Spiel. Er hat die Provokation mit eingefädelt, denn auch er will den Verkauf der Pension Waldschlössl verhindern.

Verliebtes Geturtele zwischen Lisa (Lena Wachter) und Andy

Das quirlige Stück um die Magd Burgl und den Knecht Loisl (wir berichteten davon) wurde zum Publikumserfolg, da den beiden bereits seit Jahren bewährten Laiendarstellern Natalie Müller und Alfred Knäblein ihre Rollen wieder „auf den Leib geschrieben“ waren. Natalie Müller verkörperte glaubwürdig ihre Rolle als dienstbeflissene und grundehrliche Magd. Im Gespräch mit unserer Zeitung gestand sie, die eine oder andere Pointe spontan in den Spielfluss eingefügt zu haben. Wenn ihr der Sinn danach war, und die Szene dadurch noch eindrucksvoller beim Publikum ankam, dann gab es schon mal einen Klapps auf den Hintern, der so nicht im Drehbuch stand. Auch Alfred Knäblein, der bereits zum neunten Mal auf der Röttenbacher Landjugendbühne stand, verstand es großartig, die verschiedenen Rollen als widerspenstiger Knecht, schreckenerregendes Gespenst und listiger Strippenzieher in seiner Person zu vereinen. Ihm gelang an diesem Abend einfach alles, und im Duett mit Natalie Müller war so für zahlreiche Schenkelklopfer beim Publikum bestens gesorgt.

Als Waldschlössl-Gespenst überzeugte der Röttenbacher Laiendarsteller Alfred Knäblein!

Brigitte Steigerwald betonte nach der Aufführung den „tollen Zusammenhalt der Truppe“. Vier Monate habe man geprobt und sich dabei bis zu dreimal in der Woche getroffen. Das ging zwar an die Substanz, schweißte das Ensemble aber auch immer weiter zusammen, wobei man die „unsichtbar“ agierende Souffleuse Chiara Rösch nicht vergessen darf. Viele Akteuere standen in diesem Jahr zum ersten Mal auf der Bühne, so Nadine Heinrich, die als geschmacklos gekleidete Touristin ebenso überzeugte wie Jonas Kupfer, der als Reporter erfolgreich agierte und sich in die Touristin verliebte. Auch Neuling Wilhelm Fleischer verkörperte glaubhaft den hinterlistigen Bauern Martl, der sich das Waldschlössl „unter den Nagel reißen“ wollte. Die dankbare Rolle der verliebten Lisa, der Tochter von Martl, war wie geschaffen für Lena Wachter, während Christian Ritzer mit seinem undankbaren Part als auswärtiger Investor schon herausgefordert war. Er meisterte diesen nicht nur souverän, er überspielte auch die eine oder andere Peinlichkeit, die ihm die Rolle bereitete, mit Bravour. Roland Otto Singer, das zweite „Urgestein“ im Ensemble – wie Alfred Knäblein bereits neun Spieljahre „auf dem Buckel“ – spielte den Andy als Erbe des Waldschlössls. Als Hobby-Künstler war er dabei ebenso überzeugend wie der mit Lisa verliebte „Gockl“. Alina Bilek bürdete sich eine schwierige Rolle auf. Als Tratschweib im Dorf, das sich nichts entgehen lassen durfte, was im Waldschlössl passierte, kam sie auch in ihrem fünften Auftritt beim Röttenbacher Publikum gut an.

Am Schluss dann doch die große Versöhnung: v.l. die Touristin Biene (Nadine Heinrich), Reporter Tom (Jonas Kupfer), Lisa, Bauer Martl (Wilhelm Fleischer) und Andy

Die Röttenbacher waren wieder einmal durchweg begeistert von dieser Aufführung der Landjugend. Mit dem Esprit der Regisseurin, der Erfahrenheit der „Oldies“ und dem allem Anschein nach nicht versiegenden Nachschub an neuen Spielern wird diese Aufführung auch in den nächsten Jahren ein fixer Termin im kulturellen Jahreskalender der 3000-Seelen-Gemeinde bleiben.

Text und Fotos: Johann Schrenk

++++++++++++++

Bürgermeister platzt der Kragen angesichts wachsender Ignoranz im Gemeinderat !

Röttenbach (jos, srk) In zwei kurz aufeinander folgenden Sitzungen haben die Gemeinderäte in Röttenbach ein breites Spektrum von anstehenden Aufgaben bewältigt und dabei noch den Haushaltsplan für das laufende Jahr 2019 verabschiedet.

Wie bereits im Jahre 2018, so Erster Bürgermeister Thomas Schneider, sei das Volumen des Vermögenshaushalts (6,5 Mio Euro) wieder deutlich höher ausgefallen als das des Verwaltungshaushalts (5,8 Mio Euro). Das läge daran, dass die Gemeinde Röttenbach auch heuer wieder viele Großprojekte zu bewältigen habe. Darunter die Erweiterung des Rathauses mit dem Bau eines neuen Sitzungssaals – hier befinde man sich bereits in der Zielgeraden – und dem Mammutprojekt des Rückbaus der Weißenburger und der Rother Straße. Im laufenden Jahr nimmt die Gemeinde über zwei Mio Euro für Baumaßnahmen im Hochbau und 3,6 Mio Euro für den Tiefbau in die Hand. Bei den Einnahmen schlagen im Vermögenshaushalt die Zuweisungen für Fördermaßnahmen mit 2,66 Mio Euro und die Darlehensaufnahme mit 2,5 Mio Euro zu Buche. Die Rücklagenentnahme und die Veräußerung von Grundstücken füllen 2019 den Gemeindesäckel mit über 1 Mio Euro.

Im Einzelplan 9 (Finanzwirtschaft) des Verwaltungshaushalts schlagen vor allem die Gewerbesteuereinnnahmen mit 1,6 Mio Euro (10% Zuwachs gegenüber 2018), der Anteil an der Einkommenssteuer mit 1,65 Mio Euro (4,5% Zuwachs) und der um 150 % gestiegene Grunderwerbssteueranteil zu Buche. Hier spiegelt sich die positive wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde wieder, die bei den Investoren wegen ihrer guten Zusammenarbeit mit den Unternehmen und wegen der künftig zumeist vierspurigen Anbindung Röttenbachs an die A6 immer attraktiver wird. Die Steuerkraft der Gemeinde hat sich pro Einwohner leicht auf 907,86 Euro erhöht, womit man im Landkreis auf Rang 10 „landet“. In der Umlagekraft liegt Röttenbach mit 1035 Euro je Einwohner zwei Plätze weiter vorn. Auch die Schlüsselzuweisungen sind im Vergleich zu 2018 um 12% gestiegen. Bei den Ausgaben stehen die Kosten für die Beschäftigten in der Verwaltung, die Kreisumlage und der sächliche Verwaltungs- und Betriebsaufwand an erster Stelle. Dem Vermögenshaushalt werden 266.000 Euro zugeführt.

Stellt man die Gesamteinnahmen der Gemeinde in Höhe von 4,57 Mio Euro den Ausgaben für die Kreisumlage (1,55 Mio Euro) und die Gewerbesteuerumlage (335.000 Euro) gegenüber, dann verbleibt bei der Gemeinde in diesem Jahr ein Nettoeinkommen in Höhe von 2,68 Mio Euro, das entspricht 58,69% vom Gesamteinkommen im laufenden Jahr. Nach längerer Diskussion, in deren Verlauf vor allem die CSU-Gemeinderäte Zweifel an der korrekten Haushaltsführung äußerten, wurden der Haushalts- und Finanzplan sowie die Haushaltssatzung für 2019 mit 9:5 Stimmen verabschiedet. Die Gegenstimmen kamen ausschließlich aus den Reihen der CSU.

Auch um den voranschreitenden Breitbandausbau wurde kontrovers diskutiert. Einigen Gemeinderäten war wieder einmal die Sachlage nicht klar. So bemängelten sowohl Vertreter der Freien Wähler als auch der CSU, dass ihnen der aktuelle Stand für den sechsten Aufruf (Call 6) der Antragseinreichung zur Förderung von Infrastrukturprojekten nur unzureichend bekannt sei. Zwar sei man bereit, sich zu beteiligen. Doch kurzfristig sehe man sich nicht in der Lage, die für die Beantragung der Fördermittel erforderlichen Markterkundungsverfahren schon jetzt für die einzelnen Straßenzüge festzulegen. Ein Fachanwalt soll beauftragt werden, die Planungen für den nächsten Aufruf vorzubereiten. Bürgermeister Thomas Schneider ließ es sich dennoch nicht nehmen, darauf hinzuweisen, dass die Gemeinde Röttenbach insgesamt gesehen „gut aufgestellt“ sei. Größtenteils sei man bereits aktuell soweit, den Endverbrauchern eine Breitbandversorgung von 100 bis 200 Mbits anbieten zu können. Ganz abgeschlossen sei das Vorhaben, das gesamte Ortsgebiet mit dieser Leistung zu versorgen, erst nach Jahren. Michael Kauschka (CSU) plädierte dafür, in der Phase der Markterkundung einen Vertreter der Telekom einzuladen.


Diskussionbedarf bestand auch hinsichtlich der Ausweitung des Angebots im Öffentlichen Nahverkehr. Hier hätte eigentlich von der Verwaltung ein Ergebnis zur Umfrage bei den Betrieben im Industriegebiet vorliegen sollen, wonach man erkennen könne, wie hoch der Bedarf an zusätzlichen Bushaltestellen bzw. an der Erweiterung der Taktzeiten tatsächlich sei. Bürgermeister Schneider konnte jedoch nur mitteilen, dass die Betriebe sehr diffuse Vorstellungen von An- und Abfahrtszeiten hätten. Das war einigen Ratsmitgliedern nicht gnug, weshalb die Gemeindeverwaltung nochmals aufgefordert wurde, ein Rundschreiben mit einem Fragebogen an alle Betriebe und Haushaltungen zu verschicken, woraufhin man dann konkretere Vorschläge an die ÖPNV-Direktion weiterleiten könne. Die Diskussion nahm dann nach dem Hinweis von Bürgermeister Schneider auf das hohe PKW-Aufkommen im Industriegebiet und die damit verbundene Umweltbelastung einen interessanten Verlauf. Franz-Josef-Mühling (Freie Wähler) wollte bei der Befragung der Betriebe das Augenmerk auch darauf lenken, ob Belegschaftsteile nicht auch aus Klimaschutzgründen bereit seien, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Renate König (SPD) fühlte sich ermutigt, bei der Diskussion auch an die nichtmotorisierten Bewohner des Altorts zu denken, die ebenfalls einen zusätzlichen Bedarf an öffentlichen Verkehrsmitteln hätten – z.B., um im Dorfladen einkaufen oder den Arzt aufsuchen zu können.

Für das Projekt „Wohnen für Alle“ hatte der Gemeinderat die Architektin Helene Wenzel eingeladen, die die geplanten Vergaben von Erd- und Hochbauleistungen, Elektroarbeiten und für die Errichtung der Fahrstuhlanlage mit einem Gesamtvolumen von ca. 940.000 Euro erläuterte. Die Zuschläge an die günstigsten Anbieter wurden mit jeweils 3 Gegenstimmen der CSU erteilt. Danach wurde die KaDe GmbH mit vier Gegenstimmen der CSU mit der Errichtung des Bauabschnitts II beauftragt. Auch hier gab es Widerspruch aus den Reihen der CSU. Man habe im Aufsichtsrat der KaDe GmbH selbst dazu noch gar keine Beschlussfassung herbeigeführt. Thomas Schneider verwies darauf, dass der Gemeinderat identisch mit dem Aufsichtsrat der GmbH sei, die seinerzeit zur Unterstützung der Kommune gegründet worden sei. Er könne ja wohl nicht davon ausgehen, im Gemeinderat säßen „gespaltene Persönlichkeiten“, die in der Funktion als Gemeinderat eine Meinung und in der anderen Funktion als Aufsichtsratsmitglied die gegenteilige Position vertreten würden. Schneider versprach, vor der Unterzeichnung der Vertäge mit den Baufirmen eine Sitzung der KaDe GmbH anzuberaumen. Anfang August wolle man mit den ersten Hochbauarbeiten beginnen, nachdem das bestehende Fabrikgebäude Bartl II (wir berichteten davon) abgebrochen worden sei.

Bei der Diskussion zum Bau der neuen Ortsdurchfahrt wartete auf Bürgermeister Schneider die nächste „Sprengfalle“. Als es darum ging, über die geplanten Pflanzarbeiten entlang der beiden Hauptstraßenzüge zu diskutieren, warf ein Rat der CSU ein, dieser Tagesordnungspunkt sei auf der Rückseite der Einladung nicht aufgeführt worden. Da platzte dem Bürgermeister der Kragen: „Wir reißen uns hier den Hintern auf, um die Ansprüche der Gemeinderäte an die interne Kommunikation so gut wie möglich zu erfüllen“, und dann stelle er immer wieder fest, dass man bei der Sitzung nicht aktuell informiert sei. Er gehe davon aus, dass sich alle Räte vor dem Termin der Gemeinderatssitzung umfassend im RIS (das interne Rats-Information-System; wir berichteten davon) über die Beschlussvorlagen informieren würden. Im RIS sei, so Schneider in vorwurfsvollem Ton, rechtzeitig vor der Sitzung dieser Tagesordnungspunkt mit vollem Wortlaut aufgenommen worden. Auch Franz-Josef-Mühling sah dies so und bekannte, er würde sich vor jeder Sitzung im RIS informieren, sonst könne er ja gar nicht mitreden. Das Problem läge hier wohl bei dem, der sich nicht der angebotenen Informationen bediene, bevor er zu einer Ratssitzung gehe. Die Diskussion wurde leidenschaftlich, und am Ende warf man sich gegenseitig vor, das „Fass aufgemacht zu haben“. Schließlich wurden die Pflanzarbeiten in Höhe von 81.000 Euro gemäß der Beschlussvorlage an den günstigsten Bieter vergeben.

Röttenbach 14.4.2019

++++++++++++++++++++++++++++++++

Bericht zum neuen Kinderspielplatz der Dorfgemeinschaft Oberbreitenlohe

Voller Stolz präsentiert Jana Brickel aus Oberbreitenlohe unserem Blogbetreiber den neuen Spielplatz für ihr Dorf. Sie hat sich von Anfang an in der Dorfgemeinschaft für dieses Projekt stark gemacht!

Röttenbach/Oberbreitenlohe (jos/srk). Nachdem der „alte Spielplatz“ in Oberbreitenlohe von der Gemeinde aufgegeben wurde, da der Pachtvertrag abgelaufen war und die Eigentümer die Fläche nur noch Jahr für Jahr verpachten wollten, hatte die Gemeinde über die Flurbereinigung einen neuen Platz eingetauscht, der allerdings von stark frequentierten, landwirtschaftlich genutzten Wegen umgeben war. Daher regten sich in der Dorfgemeinschaft Oberbreitenlohe erste Stimmen für die Errichtung eines neuen Spielplatzes für die Kinder und Jugendlichen des knapp 120 Einwohner zählenden Ortsteils von Röttenbach. Im Fokus hatte man die gemeindeeigene „Hummelwiese“ südlich des Wasserhauses.

Einige Mütter „nahmen das Heft in die Hand“ und machten sich für diesen neuen, ca. 1300 Quadratmeter großen Standort (Flurstück 1122) stark, der von natürlichen Grenzen umgeben ist und an einem landwirtschaftlich nur gering genutzten Schotterweg liegt. Dies kam der Dorfgemeinschaft gelegen, die von Anfang an das Konzept eines „naturnahen“ Kinderspielplatzes im Visier hatte. Die leichte Hanglage und der nur geringe Baumbestand würden interessante Möglichkeiten für die Spielplatzgestaltung bieten.

Man nahm mit dem „Arbeitskreis Spielplatz“ der Gemeinde Kontakt auf und sprach im Röttenbacher Rathaus vor, wo man sofort auf Gesprächsbereitschaft stieß. Die Verwaltung kooperierte und legte das Projekt dem Gemeinderat zur Diskussion vor, der dem Projekt „seinen Segen erteilte“. Vom Bauamt des Landkreises wurde die Baugenehmigung erteilt. Auch die Naturschutzbehörde wurde informiert. Naturschutzbehörde des Landkreises wurden die für den Bau des Spielplatzes erforderlichen Genehmigungen ausgestellt. Für das Jahr 2018 stellten die kommunalen Gremien erste Mittel in Höhe von 15.000 € zur Verfügung, wofür noch im Dezember des vergangenen Jahres die ersten Spielgeräte bestellt wurden. „Dieses Jahr“, so Bürgermeister Thomas Schneider im Gespräch mit unserer Zeitung, „sind nochmal 25.000 € eingeplant, die nach der Genehmigung des Haushaltes ebenfalls eingesetzt werden können“.

In diesem Frühjahr wurde die Dorfgemeinschaft auf die Probe gestellt, nachdem die Anlieferung der Spielgeräte vom Hersteller aus Kreuzwertheim für Mitte März angekündigt worden war. Mit vereinten Kräften wurde das Areal für die Aufstellung eines Kletterturms, einer Wippe, einer Schaukel und der noch vom alten Spielplatz vorhandenen Trampolinanlage aufbereitet. Dazu wurde der Humus aus Röttenbach, die Hackschnitzel zum Aufmulchen der Spielflächen aus Rothaurach und der Beton für die Errichtung der Geräte-Fundamente aus Ellingen besorgt. Baumaschinen zum Baggern und Planieren stellten der Bauhof der Gemeinde und die ortsansässige Baufirma Kauschka zur Verfügung. Der „Großkampftag“ fand dann am Wochenende 22./23. März statt. Zahlreiche Väter, Mütter und auch Kinder hatten sich auf der Hummelwiese eingefunden, um mit anzupacken. Auch für die Bewirtung der „Einsatzkräfte“ war bestens gesorgt worden.

Für die nächste Zeit sind weitere Anschaffungen geplant. Darunter auch eine ca. 20 Meter lange „Seilbahn“, deren Aufstellung durch die Hanglage des Geländes begünstigt wird. Ein weiterer, kleiner Spielturm und eine Rutsche für die Großen stehen auf dem Plan. Gedanken machen sich die Betreiber auch um den Sonnenschutz des weitgehend baumfreien Geländes und um die Trockenlegung der noch feuchten Stellen. Doch „Probleme seien dazu da, um gelöst zu werden“, lautet die Devise der Dorfgemeinschaft Oberbreitenlohe. Alles werde man in kindgerechter und naturverträglicher Weise bewerkstelligen. So bestehen z.B. die Spielgeräte ausschließlich aus Naturhölzern (Douglasien u.a. Baumarten).

Was die Haftungsfragen anbelangt, verweist Bürgermeister Schneider darauf, dass die Gemeinde grundsätzlich für all ihre Spielplätze verantwortlich sei: „Die Gemeinde muss für die Sicherheit sorgen. Es dürfen keine Gefahrenquellen bestehen. Der Spielplatz muss vom Sicherheitsingenieur abgenommen werden. Kommt es zu Verletzungen, weil der Spielplatz nicht korrekt gewartet war, dann haftet die Gemeinde. Für allgemeines Lebensrisiko oder falsche Nutzung, fehlende Aufsichtspflicht haften die Eltern.“ Er hoffe natürlich, so Schneider weiter, „dass die Oberbreitenloher die Pflegearbeiten, wie z.B. das Mähen, übernehmen. Sind Investitionen nötig, dann geht das immer zu Lasten der Gemeinde“.

Dr. Johann Schrenk
Röttenbach 3.4.2019

++++++++++++++++++++++++++++

In Röttenbach gehen die Lichter aus – für eine gute Sache!

Bürgermeister Thomas Schneider schaltet am Samstag Abend das Licht aus in Röttenbach! Für einen guten Zweck: anlässlich der Earth-Hour Aktion des WWF!

Röttenbach (srl, jos) Die „Earth-Hour“ 2019 rückt näher. Wenn am 30. März um 20.30 Uhr Millionen Menschen, Städte und Wahrzeichen auf der ganzen Welt für eine Stunde das Licht ausschalten, um für den Klimaschutz ein weltweites Zeichen zu setzen, ist Röttenbach, die 3000-Seelen-Gemeinde im Fränkischen Seenland, dabei!

Doch damit nicht genug: Nachdem in der jüngsten Gemeinderatssitzung die Fraktion der Freien Wähler einen Beschlussantrag zur Diskussion eingebracht hatte, wonach sich die Gemeinde Röttenbach an der weltweiten Aktion des WWF beteiligen solle, entstand dazu eine lebendige, ja erfrischende Diskussion um die begrenzten Möglichkeiten einer kleinen Gemeinde, für den Klimaschutz ein „Zeichen zu setzen“. Die überwiegende Mehrheit der Gemeinderäte war sich einig darin, sich mit der Abschaltung der Straßenbeleuchtung in der Zeit von 20.30 Uhr bis 21.30 Uhr an der“Earth-Hour“ zu beteiligen.

Dann kam der ebenso überraschende wie einfallsreiche Vorschlag des CSU-Ratsmitglieds Alfred Knäblein, warum man denn nicht gleich die ganze Nacht die Straßenbeleuchtung ausgeschaltet lassen könne. Das sei doch viel spektakulärer und würde sich auch auf größere Aufmerksamkeit stoßen. Der Vorschlag wurde von vielen spontan gutgheheißen. Bürgermeister Thomas Schneider und Karl-Erwin Freudenberger (Freie Wähler) verwiesen in diesem Zusammenhang darauf, dass die Gemeinde Röttenbach in ihrer Agenda den Klimaschutz ganz obenan stehen habe, und man schon seit langem darum bemüht sei, die regenrative Stromerzeugung bei der Versorgung der gemeindeeigenen Einrichtungen mit elektrischer Energie zu favorisieren (wir berichteten davon). „Damit würden wir ein deutliches Zeichen setzen“ bekannte Bürgermeister Schneider und forderte zur Zustimmung zum Vorschlag der CSU auf. Karl-Erwin Freudenberger zeigte sich überrascht und erfreut zugleich. Er hätte es sich nicht vorstellen können, dass man im Röttenbacher gemeinderat einen solch weitgehenden Vorschlag diskutieren würde.

„Auch wenn wir wissen, dass wir konkret mit dieser Aktion nichts ändern können“, so Bürgermeister Schneider, sei es doch „unsere vornehme Pflicht“, die Unterstützung für diese Aktion mit einem spektakulären Event zu unterstreichen. Mit zwei Gegenstimmen wurde der Beschluss zur Teilnahme an der Earth-Hour beschlossen. Am Samstag Abend gehen in Röttenbach für die Nachtstunden von 19 Uhr bis morgens um 7 Uhr die Lichter aus!

++++++++++++++++++++++++

Neue Grünordnung für die Weißenburger und Rother Straße

Röttenbach (srk, jos) In ihrer jüngsten Bauausschuss-Sitzung haben Bürgermeister Thomas Schneider und die im Ausschuss vertretenen Gemeinderäte über die Neugestaltung der rückgebauten Weißenburger und Rother Straße diskutiert. Für die Ausschreibung und die Bauüberwachung wurde mit einstimmigem Beschluss das Pleinfelder VNI-Ingenieurbüro von Rainhard Vulpius beauftragt, während die Grünordnungsplanung von dem Röttenbacher Gartenbautechniker Franz-Josef Mühling begleitet werden soll.

Die Gemeinde Röttenbach hat sich mit diesem Beschluss für die pragmatische Lösung entschieden. Man hätte auch einen Landschaftsarchitekten beauftragen können, der die Gemeinde teuer zu stehen gekommen wäre. Mit Vulpius und Mühling habe man sich, so Bürgermeister Schneider, für zwei Fachleute von vor Ort entschieden, die bereits große Erfahrungen bei Bepflanzungsarbeiten im kommunalen Raum aufweisen könnten. Wie zuletzt mit Erfolg in Ellingen, so würde sein Büro auch in Röttenbach bei der Auswahl der Baumarten auf die Wünsche der Gemeinde eingehen, beteuerte Reinhard Vulpius den Bauausschussmitgliedern. Mit Franz-Josef Mühling habe er nur die besten Erfahrungen gemacht. Er als Spezialist für die Tiefbauarbeiten stelle die verschiedenen Erden zur Verfügung, für die der Gartenbautechniker dann die passenden Baum-, Stauden- und Strauchsorten aussuchen würde.

Gemeinderatsmitglied Franz-Josef Mühling (Freie Wähler) ist für den Servicebetrieb Öffentlicher Raum in Nürnberg neben seiner Tätigkeit als Gartenbautechniker auch als Fachagrarwirt für Baumpflege und Baumsanierung tätig und würde bei der Grünordnungsplanung von einem Gesamterscheinungsbild beider Straßenzüge ausgehen wollen. Als Beispiel führte er die zwei Straßeninseln an den Ortseingängen (von Weißenburg und von Roth) an, die er mit jeweils drei hochstämmigen Ulmen bepflenzen würde. Seiner Meinung nach sei dieser „Zukunfstbaum“ als bis zu 20 Meter hohe „Ulmus Columella“ nicht nur resistent gegen Splintkäfer und Streusalzbelastung. Die säulenförmige Ulmenart vertrage auch, so Mühling weiter, peflasterte Standorte und sei deshalb als Alleenbaum oder Straßenbaum bestens geeignet.

Je weiter die beiden Einfallstraßen zur Ortsmitte hin führen, desto niedriger würde Mühling die Baumarten auswählen wollen, um dann im bewohnten Bereich hohe, schattenwerfende Bäume mit hohem Laubabwurf oder Fruchtfall zu vermeiden. Ihm würden beispielsweise Spitzahornbäume für den Randbereich und kleinkronige Lindenbäume, Baumhasel, Zierapfel oder Säuleneichen in Richtung Ortskern zusagen. Insgeamt werde er für beide Straßenzüge fünf verschiedene Baumarten auswählen, wobei er sicher keine Platanen verwenden würde, denn „wir sind ja hier in Franken und nicht an der Côte d’Azur“. Neben dem Aspekt der Symmetrie wäre für ihn auch die pro Jahreszeit wechselnde Farbgebung der Bäume bedeutsam, so dass im Herbst beispielweise die Farben Rot, Gelb und Orange das Straßenbild dominieren.

Weniger harmonisch verlief dann die Diskussion um den Zeitpunkt der Fertigstellung der Straßenbau- und Begrünungsarbeiten. Während es Bürgermeister Thomas Schneide eher um die Psyche „seiner Gemeinde“ ging – etliche Anwohner der beiden Durchgangsstraßen würden nun bereits seit über vier Jahren unter den Bauarbeiten leiden und kein Verständnis mehr für noch ein weiteres „Leidensjahr“ aufbringen wollen – hielten Mühling und Vulpius mit ihren Argumenten dagegen. Der Straßenplaner erinnerte daran, dass noch nicht alle Bauteile der Neumöblierung fertig geplant seien. So sei z.B. nicht klar, welche Brunnenanlage im Kreuzungsbereich eingebaut werden solle. Auch der Zeitpunkt für den Abschluss der Bauarbeiten in der Rother Straße sei noch nicht sicher, so dass er eine Fertigstellung mit Einweihung der Gesamtanlage im Sommer nicht für sinnvoll halten würde. Diesen Standpunkt vertrat auch Frank Konrad jun. (CSU). Franz-Josef Mühling gab zu bedenken, dass der Triebabschluss der Bäume erst im Herbst erfolgt sei. Er halte diese Jahreszeit für realistisch, um alles unter Dach und Fach bringen zu können. Man einigte sich darauf, zum jetzigen Zeitpunkt noch keinen Termin für die Einweihungsfeierlichkeiten an die Öffentlichkeit weiterzugeben. In weiteren Sitzungen werde der Bauausschuss, so Schneider im Gespräch mit unserer Zeitung, die noch zahlreich vorhandenen weiterhin offenen Fragen klären müssen.

++++++++++

Aufbruchstimmung in Röttenbach

Röttenbach (jos, srk). Das Jahr 2019 wird für die Gemeinde Röttenbach einschneidende Verände-rungen mit sich bringen. An allen Ecken und Enden wird gebaut. In der 3000-Seelen-Gemeinde herrscht eine Aufbruchsstimmung, die es den Gemeinderäten nicht gerade einfach macht, bei all den verschiedenen Baumaßnahmen einen kühlen Kopf zu bewahren.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurden zahlreiche Bauleitplanungen diskutiert, darunter für das Baugebiet „Im Flaschenfeld“, wo es um Parkplätze und einen Spielplatz und um die Schließung von Baulücken geht. Hier besteht jedoch mit einem der Grundstückseigner noch Diskussionsbedarf, weshalb der Antrag auf Änderung des Bebauungsplans vom Gemeinderat abgelehnt wurde. Im Baugebiet „Pfaffenweg / Holzbruckweg“, das sich ortsbildbestimmend am südöstlichen Rand der Gemeinde ausbreitet, sollen bestehende Immobilien saniert, ehemalige Gewerbeflächen in moderne Wohneinheiten umgebaut und ein weiteres Wohngebäude errichtet werden. Karl-Erich Freudenberger von den Freien Wählern gab zu bedenken, dass diese „Riesenanlage“ zum Erscheinungsbild der südlichen Ortseinfahrt passen müsse. Da dürfen keine hohen Häuser direkt an der Weißenburger Straße errichtet werden, die nach ihrer bereits erfolgten Rückführung in diesem Jahr zu einer „Wohlfühlstraße“ umgestaltet werden soll. Der Bebauungsplan soll in Absprache mit dem Planungsbüro P 4 in Nürnberg geändert werden, sobald der Bauherr einen Änderungsentwurf, dessen Kosten er zu tragen hat, vorgelegt hat.

Neu errichtete Sichtschutzwände an der Mühlstettener Straße (Foto js)

Im Baugebiet „Am Obstgarten“ hat sich nach der Rückstufung der Mühlstettener Straße von der Staatsstraße 2923 zur Ortsstraße ergeben, dass die bisher hier vorgesehene 15 Meter breite Anbauverbotszone zur Straße hin wegfallen könnte. Im Gemeinderat wird befürchtet, dass hier die „Vereinigten Hüttenwerke“ (Frank) entstehen könnten. Zudem sei es jetzt schon so, dass hier „jeder mache, was er wolle“ (Mühling, Freie Wähler) und etliche Grundstückseigner sich nicht an die Vorgaben halten würden (Schneider). Ein besonderes Ärgernis seien die z.T. zu hohen Sichtschutzwände, die auf eine maximale Höhe von 1,5 Meter begrenzt werden sollten (Frank, CSU). Bürgermeister Thomas Schneider wird bei diesen Diskussionen nicht müde zu betonen, dass der Gemeinderat die Planungshoheit innehabe. Er bestimme, wie die Bebaungspläne letztlich umgesetzt werden. So könne der Gemeinderat selbständig beschließen, ob die Bauverbotszone an der Mühlstettener Straße weiterhin bestehen bleibt und die noch zu Staatsstraßen-Zeiten festgelegte Lärmschutzwand hinfällig sei. „Die unterschiedlichen Festsetzungen hinsichtlich der Einfriedungen der Grundstücke in der Urfassung sollten überarbeitet und einheitlich angepasst werden.“, heißt es in dem Beschluss, der mit zwei Gegenstimmen (Frank und Schmidtlein, beide CSU)  angenommen wurde.

In Anbetracht der bevorstehenden Wahlen im Jahr 2019 gestaltete sich die Diskussion um die Plakatierungsverordnung als sehr lebendig. Wer wann und wo Plakatständer aufstellen oder sich an einer der Großflächenplakate beteiligen wird, entscheidet ausschließlich die Gemeinde. Die Freien Wähler hatten dazu einen Aufstellungsplan beantragt, der nun von der Verwaltung ausgearbeitet wurde. Insgesamt werden 10 Großflächenplakate aufgestellt und etliche Standorte für Plakataufsteller festgelegt. Vereine und Parteien können entsprechend Anträge bei der Gemeinde einreichen. Das „wilde Plakatieren“ an Straßenbeleuchtungskörpern soll damit unterbunden werden. Auf Privatgrund sei das Plakatieren nicht verboten, solange straßenverkehrsrechtlichen Belange berücksichtigt und baurechtliche Vorschriften beachtet werden. 

Das „Haus für Kinder“ wird um einen weiteren Gebäutetrakt erweitert. War bisher nur von einem ca. 100 qm großen Anbau für die Intensivbetreuung die Rede (wir berichteten davon), so wurde nun vom Landratsamt angeordnet, dass für den Kindergarten ein separater Speiseraum erforderlich sei. Benjamin Albert und Marco Satzinger vom Planungsbüro Bauer in Pleinfeld legten dem Gemeinderat einen neuen Entwurf vor, wonach der Neubau eine Gesamtfläche von knapp 240 qm aufweisen soll. Der 75 qm große Speiseraum soll separat zugänglich sein, damit er auch von der Öffentlichkeit genutzt werden könne (z.B. für die Senioren). Das Landratsamt hat bereits im Vorfeld seine Zustimmung zu diesen Plänen signalisiert. Es wurde auch darüber diskutiert, ob nach der Errichtung des Neubaus eine zukünftige Erweiterung uneingeschränkt möglich sei. Dies führte dazu, dass man das Planungsbüro damit beauftragte, neue Pläne zu zwei Varianten vorzulegen. Karl-Erwin Freudenberger plädierte dafür, dass der Erweiterungsbau „architektonisch etwas hermachen“ solle. Auch dürfe das Konzept eines Niedrigenergiehauses nicht aus den Augen verloren werden. Konrad Frank (CSU) monierte bei dieser Diskussion, dass der vorgestellte Plan den Gemeinderäten nicht vorab zugänglich gemacht worden sei.

Im geplanten Neubaugebiet Stockbrunnenweg/Pfaffenweg soll künftig mehr auf das Weichbild Röttenbachs geachtet werden

Zum aktuellen Erweiterungsbau des Rathauses teilte Bürgermeister Schneider mit, dass der Arbeitskreis zwischenzeitlich zeimal getagt habe und sich in einer Rundfahrt bei anderen Gemeinden im Landkreis umgesehen habe, um sich ein Bild über die künftige Möblierung des Rathaussaales und anderer neuer Räumlichkeiten zu verschaffen. Dabei habe man sich für die Anschaffung von 30 Rollsesseln und 100 Klappstühlen entschieden. Die andernorts verwendeten Tische haben die Röttenbacher Delegation „nicht gerade vom Hocker gehauen“. Bürgermeister Schneider berichtete von seinem Kontakt zu einer Schreinerei, die auch auf Sonderwünsche eingehen könne und deren Tische nicht viel teurer seien als die üblichen Industrietische.

In der Aussprache unter dem Tagungsordnungspunkt „Sonstiges“ stellte die CSU-Fraktion den Antrag, dass anstelle von reinen Beschlussprotokollen künftig Ergebnisprotokolle angertigt werden sollten. Dies würde es ermöglichen, dass man das Zustandekommen von Beschlüssen nachverfolgen könne. Die Beschlussvorlagen sollten künftig vor jeder Gemeinderatssitzung rechtzeitig vorliegen. Auch verlange man die Anlegung eines „Beschluss-Buches“, dem entnommen werden kann, welche der gefassten Beschlüsse noch offen und welche erledigt seien.

Zum neuen Baugebiet in Mühlstetten teilte Pit Straß von der Verwaltungmit, dass für den ersten Baubschnitt Reservierungen für alle 35 Wohneinheiten vorliegen würden. Sobald die entsprechenden Grundstücke verkauft seien, könne man mit dem Bauabschnitt 2 beginnen. Im Juni spätestens soll mit dem Bau der ersten Wohneinheiten begonnen werde. Bislang haben überwiegend Bauherren aus dem Raum Nürnberg-Schwabach Interesse gezeigt, wobei die Nachfrage nach Mehrgeschossbauten überraschend hoch sei.

++++++

Neujahrsempfang 2019 in Röttenbach

Traditionell hatte Bürgermeister Thomas Schneider die Röttenbacher zum Neujahrsempfang in die Aula der Grundschule eingeladen. Auch wenn der Zuspruch in diesem Jahr nicht ganz so üppig ausfiel wie gewohnt: Viele Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde pflegten den „guten Brauch“, sich gegenseitig ein schönes, neues Jahr zu wünschen. Das Ganze bei Blasmusik, Sekt und Brezeln.

Nachdem die drei Sternsinger ihren Auftritt hatten, nahm Bürgermeister Schneider diesen Vormittag zum Anlass, in einer eher nachdenklichen Rede auf die vom Verfall bedrohten Werte der Gesellschaft einzugehen. Er stoße in der heutigen Zeit auf eine zunehmenden Respektlosigkeit gegenüber Staatsbediensteten und Vertretern öffentlicher und sozialer Einrichtungen. Darüber hinaus herrsche seiner Meinung nach ein zunehmend aggressiver Umgangston. Manchmal könne man den Eindruck gewinnen, man befände sich „in einem Kriegszustand“. Alles werde bekämpft, alles müsse ausgerottet werden, alles werde maßlos überzeichnet. Amtliche Statistiken würden in skrupelloser Weise verfälscht, um sie für die eigene Argumentation zu missbrauchen. Das alles stimme ihn sehr nachdenklich, beteuerte Bürgermeister Schneider vor seiner Zuhörerschaft. Dabei überkomme ihn ein mulmiges Gefühl, ob er sich nicht bereits zu einem „Vergangenheitsbeschöniger“ entwickelt habe und von einigen bereits als „alter, vertrockneter Kauz“ verkannt würde, der nur den alten Zeiten nachtrauere.

„Zu meiner eigenen Gewissensberuhigung“, fuhr Schneider in seiner Ansprache fort, „habe ich die Frage dann Gott sei Dank schnell mit einem Nein beantworten können. Ich finde ja nicht, dass früher alles besser war als heute. Nur einigen Dingen trauere ich schon nach.“ Dazu gehören gewisse Grundregeln im Umgang miteinander. So zum Beispiel der grundsätzliche Respekt vor älteren Leuten, Vorgesetzten und staatlicher Autorität – auch wenn einzelne Vertreter dieser öffentlichen Organe Fehler begehen würden. Das sei menschlich und daher auch entschuldbar. Er befürworte keine blinde Amtsgläubigkeit, aber das Mißtrauen gegenüber den Vertretern öffentlicher Belange kann nicht allein bestimmend für das Miteienander in unserer Gesellschaft sein. Fast könne man den Eindruck gewinnen, als würde jeder nur noch seine Rechte wahrnehmen, von seinen Pflichten gegenüber der Gemeinschaft aber nichts wissen wollen. Der Unmut in der Gesellschaft werde von bestimmten Medien geschürt, und „das Misstrauen mit Futter versorgt“. Man diskutiert nur noch über korrupte Politiker und herzlose Pfarrer, „deren einzige Bestimmung es zu sein scheint, die Allgemeinheit zu hintergehen, arme Witwen um ihr Hab und Gut oder die Natur um ihre letzten Schönheiten zu bringen“.

„Selbsternannte Erzengel“ seien heute die wahren Gutmenschen in der Gesellschaft. Doch in Wahrheit betreiben sie das Geschäft der Emotionalisierung des öffentlichen Zusammenlebens. Jenseits aller sachlichen Vernunft werde in allen Lebensbereichen nur noch an die Gefühle der Menschen appelliert. Der „Homo oeconomicus“ – so z.B. jeder, der sich ein neues Auto kaufen möchte, wird nicht mehr mit Sachargumenten, sondern mit Gefühlen zu überzeugen versucht – man brauche sich nur die Werbung für SUVs anzusehen. Und auch in der Politik wird nicht mehr die Ratio bemüht, sondern die Gefühlswelt, was man am Beispiel des Brexit aktuell gut nachvollziehen könne. Entscheidungen fallen heute eher „aus dem Bauch heraus“ als nach Abwägung sachlicher Argumente. Auch in den bayerischen Landtagswahlen wurden 2018 Emotionen geschürt, vor allem in Sicherheitsfragen. Hier spielte sich vor allem „eine Partei“ in den Vordergrund, und zuweilen musste man den Eindruck bekommen, die Stadt Nürnberg sei ein gefährlicheres Pflaster als die Elendsviertel in Bogota. In Wahrheit war Bayern noch nie so sicher wie heute.

Um dem entgegenzusteuern, solle man, so Schneider weiter, bereits vor der eigenen Haustüre kehren. Selbst in dem „noch recht überschaubaren Gemeinderat höre ich trotz aller vorliegender Argumente immer wieder, ‚Ja, aber ich habe das Gefühl, dass …‘ “, und schon müsse die Ratio sich zurückziehen und um Schadensbegrenzung bemühen. Auch würden „Erfolge anderer schlecht geredet und bei der Bevölkerung Angst vor einer drohenden Überschuldung geschürt, die faktisch definitiv nicht zu belegen war, um daraus politisches Kapital zu schlagen“. Wer Gefühle erzeugt, anstatt sich mit nachprüfbaren Sachargumenten durchzusetzen, dem bleibe der Vorwurf der Manipulation nicht erspart. Vernunft und Verstand müssen gegenüber den Emotionen und Bauchgefühlen wieder die Oberhand gewinnen.

Mit Aristoteles sei er der Meinung, so Schneider mit dem Blick nach vorne, man müsse in allen Dingen die gute Mitte finden, was nicht mit Mittelmaß gleichzusetzen sei. Jeder müsse bei sich beginnen und wieder versuchen, ausgewogen zu werden. Der Umgangston und der Respekt gegenüber den Mitmenschen müsse wieder gepflegt werden, und der gesunde Menschenverstand müsse wieder die Oberhand gewinnen. Das sei der Mittelstand, zu dem er sich und die Besucher des Neujahrsempfangs zähle, der Gesellschaft schuldig. Nicht mehr alles besser wissen wollen, Nicht mehr den Oberlehrer spielen, Nicht mehr wegschauen – „Raus aus der Komfortzone!“ und „Zivilcourage beweisen“ gab Bürgermeister Schneider seinen Gästen mit auf den Weg, schließlich „gäbe es mehr zu tun als je zuvor“.

In zwei abschließenden Grußworten bedankten sich Marlene Mortler, MdB (CSU), und Bürgermeisterkollege aus Kammerstein Walter Schnell (Freie Wähler, oben im Bild rechts, mit BM Th. Schneider) für die Einladung. Während die Bundestagsabgeordnete sich für die Landwirte stark machte, die für Dinge verantwortlich gemacht würden, für die sie keinerlei Schuld trügen – so z.B. für das Bienensterben (Mortler dazu im O-Ton: „Wir haben noch nie soviele Bienen gehabt wie heute“) – lobte der Kammersteiner die Röttenbacher für ihre Brauchtumspflege zu Heilig-Drei-Könige und beglückwünschte seinen „Bauern-Bürgermeister-Kollegen“ (Schneider dazu im O-ton: „Das ist eine Ehrenbeuzeugung für mich“) zu solch klugen und tiefschürfenden Gedanken anlässlich eines Neujahrsempfangs.

Text und Fotos Dr. Johann Schrenk, Copyrigjht 2019

++++++++++++++++++++++++

Stimmungsvolle Waldweihnacht in Mühlstetten

Zum dritten Mal organisierte in diesem Jahr der TSV 66 Mühlstetten  e.V. seine „Waldweihnacht“. Obwohl der Himmel wolkenverhangen war, spielte das Wetter mit. So konnte sich der Lichterzug, angeführt vom Nikolaus, am Friedhof in Bewegung setzen. Gemeinsam mit ihren Eltern zogen die Kinder zum Sportheim des TSV, wobei sie sich gegen die Dunkelheit mit selbstgebastelten Laternen und Fackeln bewappnet hatten.

Im Sportheim wurde der Lichterzug schon erwartet. Zweiter TSV-Vorsitzender Thomas Nagel und Erster Bürgermeister Thomas Schneider begrüßten die Kinderschar und die zahlreich erschienenen Gäste, bevor dann die lange erwartete Bescherung der Kinder stattfinden konnte. Marco Weißmann war in das Kostüm des Hl. Nikolaus  geschlüpft und verteilte Süßigkeiten und Mandarinen an die freudestrahlenden Kinder.

Der TSV 66 Mühlstetten hatte für diesen Weihnachtsabend wieder alles bestens vorbereitet. Im Außenbereich wurden Zeltdächer und Bistrotische um das Sportheim herum arrangiert, und an den verschiedenen Ausgabestellen wurden die Besucher von Mitgliedern des TSV mit Bratwurstsemmeln, Steaks, Kartoffelsuppe, Kaffee und Kuchen versorgt oder zum Kauf von Tombola-Losen animiert.

Andere kümmerten sich am Kinder-Maltisch um die jüngsten Besucher, so dass an diesem Weihnachtsabend keiner unversorgt blieb. Es herrschte eine unaufgeregte, dem Anlass gebührende Stimmung, und so trug der TSV für viele Freunde und Mitglieder des Vereins auf wohltuende Weise zur Einstimmung in die Weihnachtsfeiertage bei.

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Jungfern-Sitzung des Gemeinderats im neuen Rathaussaal

Zum ersten Mal hatte Bürgermeister Thomas Schneider die Röttenbacher Gemeinderäte in den neuen Rathaussaal geladen. Erschienen war auch Helene Wenzel vom Architekturbüro Wenzel in Roth. Sie führte die Gemeinderäte durch die „Noch-Baustelle“ und ging geduldig auf die zahlreichen Fragen zu den baulichen Gegebenheiten ein.

In der „Bürgerviertelstunde“ erkundigte sich ein junger Familienvater nach den Aussichten für schnelles Internet im neuen Wohngebiet „Am Obstgarten“. Bürgermeister Schneider gab ihm zu verstehen, dass man dort kurzfristig mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von 50-70 Mbit/s rechnen könne. Die bislang bestehenden Schwierigkeiten mit der Telekom konnten behoben werden. Die Breitbanderweiterung im Rahmen der Gigabit-Offensive für die Kernbereiche im Ort sei für 2019 geplant. Auch für den Obstgarten werde ein neuer Förderantrag gestellt, wo man dann ab ca. 2020/2021 mit einem wirklich schnellen Internet, angeboten durch die Fa. Inexio, rechnen könne.

Unter dem Tagungsordnungspunkt Rathauserweiterung erteilte Bürgermeister Schneider der Architektin Helene Wenzel das Wort, die zunächst auf den Baufortschritt im Rathaussaal, in dem die Gemeinderäte sich bei ihrer letzten Sitzung im Jahr 2018 noch mit Biertischgarnituren zufrieden geben mussten, einging und hierbei ausführlich die aufwendige Belüftungstechnik erläuterte. Beim Gang durch die einzelnen Räume im Erd- und Obergeschoss wurde die junge Architektin mit vielen Fragen zu bautechnischen Details, wie z.B. nach der Bodengestaltung, den Wandverkleidungen oder den technischen Ausstattungen der Büroarbeitsplätze,  konfrontiert, die sie kompetent und geduldig beantwortete.

Als strittiger Punkt stellte sich heraus, ob die Büroräume im Obergeschoss klimatisiert werden sollten, was bislang nicht vorgesehen war. Ludwig Seibold von den Freien Wählern beharrte darauf, dass dies erforderlich sei, zumal es im Arbeitskreis „Rathauserweiterung“ so besprochen worden war. Karl-Erwin Freudenberger (ebenfalls Freie Wähler) würde sich damit zufrieden geben, wenn die technischen Voraussetzungen für eine Belüftung bereits vorinstalliert werden würden. Möglichkeiten dazu bestünden jederzeit, so Thomas Schneider dazu. Zu den Ausstattungen der Büros und des Sitzungssaals, so Schneider weiter, sei noch kein Beschluss des Gemeinderats erfolgt. Dies sollte im Arbeitskreis vordiskutiert werden. Darüber hinaus empfehle er eine Besichtigung von Rathauseinrichtungen in der Region, wo man sich vor Ort mit der Lösung technischer Detailfragen vertraut machen könne.

Beschlossen wurde, dass die 14 Gemeinderäte für die Sitzungen von der Gemeinde mit Tablets ausgestattet werden, auf denen alle für die Diskussion von Sachfragen erforderlichen Details abgespeichert seien. Zudem seien die Rechner mit dem im großen Sitzungssaal installierten Beamer verlinkt, so dass die Diskussionen im Gemeinderat interaktiv unter Beteiligung aller Gemeinderäte geführt werden könnten. Zusammen mit der entsprechenden Software käme hier auf die Gemeinde ein Haushaltsposten im Höhe von knapp 15.000 € zu. Für die Handhabung der Geräte werde es eine gesonderte Einarbeitung durch einen EDV-Spezialisten geben, versprach Bürgermeister Thomas Schneider. Karl-Erwin Freudenberger wies in der engagiert geführten Diskussion nochmals darauf hin, dass es bei diesem Equipment um die Herstellung von gleichen Informationsstandards für jedes einzelne Ratsmitglied gehe.

Zum Abschluss dieser letzten öffentlichen Sitzung des Gemeinderats im Jahr 2018 erläuterte Peter Straß von der Verwaltung noch den aktuellen Finanzstatus der Gemeinde. Als erfreulich schätzte er vor allem die Entwicklung der gestiegenen Gewerbesteuereinnahmen ein. Auch Bürgermeister Thomas Schneider projizierte eine positive Prognose für die weitere Arbeit der Gemeinde in den kommenden zwei, drei Jahren. Er bedankte sich bei Kämmerer Straß und erteilte zum Schluss seinem Stellvertreter Anton Schmidpeter (CSU) das Wort. Auch wenn es einige Probleme beim Rückbau der Weißenburger und Rother Straße gegeben habe, so Schmidpeter, sei dieses Jahr doch positiv verlaufen. Mit den Großprojekten seien Weichen für die Verbesserung der Lebens- und Wohnqualität für die Röttenbacher Bürgerschaft gestellt worden. Seinen besonderen Respekt zollte er Bürgermeister Schneider für das erfolgreiche Meistern seiner Doppelbelastung als Bürgermeister und Kandidat für die Landtagswahlen. Er dankte ihm im Namen der CSU-Fraktion für den unermüdlichen Einsatz des Ersten Bürgermeisters und der Verwaltung im abgelaufenen Jahr und wünschte sich auch für die Zukunft eine gute Zusammenarbeit und weiterhin faire Diskussionen im Gemeinderat. Eher zurückhaltend ging Thomas Schneider auf die angesprochenen Probleme beim Straßenausbau ein: „Harren wir der Dinge, die da kommen“, verkündete er und lud die Gemeinderäte anschließend zu einem Jahresabschlussessen in das Restaurant Akropolis ein.

Texte und Bilder: Johann Schrenk, Dez. 2018

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Landrat Herbert Eckstein beim Spatenstich für einen Neubau der Saal Digital Fotoservice GmbH in Röttenbach zu Gast.

Die bisherige Produktions- und Lagerfläche im Röttenbacher Gewerbegebiet Am Fünfteilholz I reichten der Fa. Saal Digital Fotoservice GmbH nicht mehr aus, und deshalb entschlossen sich die beiden Geschäftsführer Robin Saal jun. und Reinhard Saal sen. zum Neubau einer Produktionshalle im benachbarten, neu erschlossenen Gewerbegebiet Am Fünfteilholz II.

Der bauausführende Architekt Klaus Damovsky aus Roth und die beiden Geschäftsführer von Saal zeigten sich begeistert von der Zusammenarbeit mit der Gemeinde Röttenbach. Baugenehmigung und Teilbaugenehmigungen ließen nicht lange auf sich warten, und beim Bau der Halle ergab sich eine konstruktive Zusammenarbeit mit der in Berching beheimateten FS-Fuchs Systembau HmbH, die bei diesem Projekt als Teilgeneralunternehmer fungiert. Deren Geschäftsführer Oswald Hirsch verwies auch darauf, dass der Beton für die 20 Säulen des 600 Quadratmeter großen Hallenbaus in Röttenbach gefertigt wird. Auch Landrat Herbert Eckstein zeigte sich erfreut über die reibungslose Zusammenarbeit zwischen Bauträger, Architekt und Kommune, die beim Spatenstich durch Ersten Bürgermeister Thomas Schneider vertreten war.

Mitte kommenden Jahres soll der Bau der Halle abgeschlossen sein, so dass im Sommer 2017 mit der Produktion am neuen Standort begonnen werden kann. Insgesamt werden in Röttenbach dann 100 Mitarbeiter der Fa. Saal beschäftigt sein. Deren Portfolio umfasst hochwertig belichtete und gedruckte Fotoprodukte in HighEnd Qualität. Dazu gehören Fotobücher, Fotoabzüge, Poster, Fotokalender, Karten oder Wandbilder. Text und Fotos: J. Schrenk (2018)

Röttenbach erhöht seine Elektromobilität – Übergabe des ersten Streetscooters für den Bauhof in Röttenbach

Die KaDe GmbH Röttenbach hat für die Gemeinde ein neues Elektro-Fahrzeug angeschafft, das künftig vor allem für die Arbeiten des Bauhofs eingesetzt werden soll. Diese Maßnahme zur Verbesserung der Elektromobilität reiht sich ein in die bisher erfolgreiche Strategie einer umweltbewussten und nachhaltig orientierten Umweltpolitik der Gemeinde, die u.a. ihre Einrichtungen mit regenerativen Energiequellen bewirtschaftet.

Übergabe des neuen Streetscooters an die Gemeinde Röttenbach. V.l. Bürgermeister Th. Schneider, Sylvia Wachter(Gemeinde), Karl-Erwin Freundenberger (KaDe GmbH), Michaela Padua (KaDe GmbH) und Karl-Friedrich Frentzel vom Autohaus.

Im Beisein des Ersten Bürgermeisters Thomas Schneider, des Aufsichtsratsvorsitzenden der KaDE GmbH Karl-Erwin Freudenberger und des Bauhofleiters Robert Fleischer erfolgte auf dem Bauhofgelände die Übergabe des Streetscooters der Marke „WORK Pickup“. Ein Vertreter des Nürnberger Autohauses besico Siller & Buttenhauser GmbH überbrachte das Fahrzeug und überreichte Bürgermeister Schneider die Schlüssel für das neue Fahrzeug. Der ließ es sich nach einer kurzen Einweisung auch nicht nehmen, mit dem Gefährt eine erste Runde zu drehen.

Das Fahrzeug war ursprünglich für den Einsatz bei der Deutschen Post entwickelt worden und wurde in der neuen Version auch für den Einsatz im kommunalen und gewerblichen Betrieb optimiert. Es ist äußerst robust gebaut und mit einem Automatikgetriebe ausgestattet. Die Batteriekapazität des Pickups beträgt 20 kWh, die Ladedauer für 100 % Leistung 7 Stunden (mit Ladekabel an einer Schuko-Steckdose). Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 85 km/h und einer Reichweite von 113 km ist dieses neue Bauhof-Fahrzeug künftig emissionsfrei unterwegs, innerhalb der Gemeinde natürlich mit max. 50 km/h.

Unterstützt wurde das Projekt von der N-ERGIE AG Nürnberg, die auf die Gemeinde zuging, nachdem in Röttenbach bereits eine E-Tankstelle mit zwei Ladestationen in der Nähe des HTI-Geländes eingerichtet worden war.  „Wir sind das e im Auto! Die N-ERGIE weiß, worauf es in Sachen E-Mobilität ankommt: Mit mehr als 100 E-Autos in der Fahrzeugflotte und jeder Menge Erfahrung rund ums Laden, Fahren und Kaufen von Elektroautos haben wir die Antworten auf die Fragen der Kommunen“, heißt es in einem Pressetext der N-ERGIE.  „Das Thema Elektromobilität nimmt in Röttenbach Fahrt auf“, erklärt Thomas Schneider im Gespräch mit unserer Zeitung. „Die Entscheidung für ein Elektrofahrzeug wurde uns durch das Angebot der N-ERGIE nochmal erleichtert.“ Die N-ERGIE unterstützt den Einsatz des Fahrzeugs finanziell im Rahmen eines Werbevertrags. Text und Fotos: Johann Schrenk (2018)

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Lesung mit Anja Bogner im ehem. Deutschordens-Schulhaus

Agnes Lippa von der Gemeindebücherei hatte in das ehemalige Deutschordensschulhaus zu einer Lesung mit der aus Röttenbach stammenden Autorin Anja Bogner eingeladen. Viele Röttenbacher und zahlreiche Freunde und Familienangehörige füllten den Saal bis auf den letzten Platz.

Sie freue sich über dieses „Heimspiel“, gestand die heute in München arbeitende und lebende Anja Bogner, die mit ihrem Krimi-Debut „Bülent Rambichler und die fliegende Sau“ gleich in der ‚Champions-League‘ des deutschen Verlagswesens gelandet ist. Ihr ‚Provinz-Krimi‘ aus Franken ist im Sommer dieses Jahres als btb-Taschenbuch bei der Verlagsgruppe Random House im Bertelsmann-Verlag erschienen. Die ästhetisch äußerst ansprechende Paperback-Ausgabe umfasst 288 Seiten, einschließlich eines Glossars „Fränkisch für den Hausgebrauch“ und einer Lageskizze von Strunzheim, in welcher der Leichenfundort zwischen Metzgerei, Wirtshaus, Pfarrhaus und Friedhof eingezeichnet ist. In der vorderen Buchklappe erfährt der Leser wissenswerte Details über den Protagonisten „Hauptkommissar wider Willen“ Bülent Rambichler, seine Kollegin Astrid „Sunshine“ Weber, seine Eltern Erkan und Maria Rambichler und über Hannelore, das liebesbedürftige Hausschwein. „Allmächd, des is doch die Gelbwurscht-Pflunzn!“ – so startet das Lesevergnügen um den türkisch-fränkischen Ermittler zwischen Landjugend und Sauren Zipfeln.

Wer genau wissen will, warum die Metzgerin ums Leben gekommen ist, sollte dies schon selbst herausfinden. Das Buch kostet glatte zehn Euro und ist der erste Fall Bülent Rambichlers. Am zweiten arbeite Anja Bogner bereits, gesteht sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Krimi ist aber nicht ihr erstes Buch, das sie veröffentlicht hat. Bei Ullstein erschien 2013 bereits ein Ratgeber für Eheprobleme. Ihr Genre hat sie mit Hilfe eines Literatur-Agenten gewechselt, der ihr Krimi-Manuskript bei zwei Verlagen erfolgreich vorlegen konnte. Die Autorin und ihr Agent haben sich dann für Bertelsmann entschieden.

Gebürtig ist sie aus Röttenbach, wo sie die Grundschule besuchte und danach an die Realschule in Hilpoltstein wechselte. Für eine kurze Zeit hat sie bei der Polizei gearbeitet, wo sie sich einiges Hintergrundwissen für ihre geplante Krimireihe erwerben konnte. Darüber hinaus erhielt sie von der Stiftung Film und Fernsehen ein Stipendium im Fach Drehbuch an der Filmhochschule in München.  Noch ist Anja Bogner im Hauptberuf Werbetexterin, wobei sie auf eine erfolgreiche Tätigkeit bei Werbeagenturen in Nürnberg, Hamburg und schließlich in München zurückblicken kann. Erst vor kurzem verliehen ihr die Nürnberger Nachrichten den „Fränkischen Kurz-Krimi-Preis“.

Ihre Mutter Margit Zumpf aus Röttenbach erinnerte sich im Gespräch mit unserer Zeitung daran, dass Anja bereits in frühester Kindheit gerne vorgelesen bekam und später selbst auch viele Bücher „verschlungen“ habe, was wohl entscheidende Gründe für ihre ausgeprägte Phantasie waren. Diese kann sie nun in ihren Romanen ausleben. Man merkte ihr bei der Lesung vor heimischem Publikum die Freude an der Schriftstellerei an. Dabei variiert sie gekonnt zwischen derb fränkischer Mundart und brillant geformten Sätzen. Ihre klare Aussprache und die gekonnte Nuancierung ihrer Tonart gestalten das Zuhören zu einem Erlebnis. Bei der Lesung wurde sie von dem Lokal-Duo „Heiner & Död“ auf der Gitarre begleitet, was dem Abend eine feine fränkische Note verliehen hat. Auch das Buffet in der Pause war eine Werbung für fränkische Wurstwaren, und so war an diesem Abend alles äußerst stimmig: die Lesung, das Publikum, die musikalische Begleitung und die Bewirtung.

Röttenbach, was willst Du mehr?

Text und Fotos: J. Schrenk

 

Jahreskonzert des Musikvereins Röttenbach 2018

Der Musikverein Röttenbach hatte zum Jahreskonzert in die Turnhalle der Grundschule eingeladen, und – wie nicht anders zu erwarten – war diese bis auf den letzten Platz gefüllt, als Michaela Padua die Gäste zu einem Abend mit dem Jugend- und Blasorchester  unter dem Motto „Musical Night“ begrüßte.

Seit zwölf Jahren leitet Sven Weichhahn das Orchester. Er ist besonders stolz darauf, dass die Nachwuchsarbeit in Röttenbach vielfältig unterstützt wird. So haben in diesem Jahr von der 18 Schüler starken ersten Klasse der Grundschule Röttenbach-Mühlstetten zwölf Kinder damit begonnen, ein Instrument zu lernen. Von der Schule mit ihren 100 Schülern sind alleine 18 Kinder im Trommelkurs, was ohne die tatkräftige Unterstützung von Seiten der Schule, der Eltern und der Gemeinde gar nicht möglich wäre. Nach dem Trommelkurs wechseln die Kinder in der Regel zum Nachwuchsorchester „KunterBUND“, bevor sie dann im Orchester selbst aufgenommen werden. Die Musiker und Musikerinnen danken dies mit ihrer Treue zum Orchester. So befänden sich im „Erwachsenen-Orchester“ zur Zeit etliche Studierende, die zu allen Proben und Auftritten nach Röttenbach kommen würden. Und für die großen Konzerte würden alle ihre Freizeit opfern und in den Tagen vor dem Auftritt mithelfen, das Ereignis vorzubereiten.

Neben dem Jugend- und Blasorchester tritt bei diesem Jahreskonzert traditionell auch ein kleines Ensemble aus dem Nachwuchs auf, das nach der Pause zwei Arrangements des Norwegers Idar Torskangerpoll zum Besten gab. Am Schlagzeug glänzte Felix Bram, auf der Klarinette spielten Isabella Flock und Anika Meinhold und auf der Querflöte Franziska Mühling. Benedikt Genzler und Johannes Flock bliesen die Trompeten und Barnabas Balint das Saxophon bei den beiden Stücken „Three c-Rock“ und „Hat det bra“, was im Norwegischen soviel wie „Tschüss Freunde“ bedeutet. Sven Weichhahn fand den Auftritt ganz ordentlich, meinte aber, „da sei noch Luft nach oben drin“.

Das Jugend- und Blasorchester unterhielt die Gäste des Jahreskonzerts vor der Pause mit Musical-Arrangements, die sich nicht selten in tosenden Applaus Ausdruck verschaffte. Nach „Circle of Life“ und „Can you feel the love tonight“ aus „König der Löwen“, einem Broadway-Musical von Elton John und Tim Rice, überraschte das Orchester mit einer gekonnten Performance von Beatles-Songs aus dem Musical „All you need is love“. Bei den Klängen zu „Let it be“ und „Yesterday“ blieb kaum jemand im Saal auf seinem Stuhl ruhig sitzen. Insgesamt hatte Kurt Gäble sieben der größten Beatles-Hits zu einem Medley arrangiert.

Von Liverpool ging es dann in den Dschungel, wo die Zuhörer auf der Reise von Mogli auf Colonel Hati und seine Elefantenherde, auf die Schlange Ka, den Bären Balu und auf King Louie mit seiner Affenbande trafen. „Probieren wir’s mal mit Gemütlichkeit“ stand als Motto über diesem Arrangement zu Song-Texten aus dem Dschungelbuch. Vor der Pause wurde es dann fast ein bisschen gruselig. Michaela Padua kündigte den folgenden Part als „vielleicht schönstes und zugleich schwerstes Stück“ an: ein Potpurri aus dem Musical „Tanz der Vampire“, das auf einem Film Roman Polanskis basiert und 1997 in Wien uraufgeführt wurde. Mit dem Stück „Totale Finsternis“, das vom Röttenbacher Jugend- und Blasorchester mit Bravour vorgetragen wurde, verbanden nicht wenige der Zuhörer eine Erinnerung an den Song „Total Eclipse oft he Heart“ von Bonnie Tyler, die damit in den frühen 80er Jahren zahlreiche Hitparaden anführte.

Nach der Pause wurde das Publikum von Sven Weichhahn und seinem Orchester mit Stücken aus dem Musical „Aladdin“ in den Orient entführt, bevor dann der Saal mit Lied-Interpretationen aus „Grease“, dem wohl erfolgreichsten Musical der Welt, ‚gerockt‘ wurde. Wippende Petticoats, handfeste Schlägereien und heiße Tanzwettbewerb: da sprang der Funken schon hie und da auf die Zuhörer über, auch wenn nur mit den Beinen gewippt und mit den Händen bloß auf die Schenkel geklopft statt aufeinander eingeschlagen wurde. Es herrschte beste Samstag-Abend-Stimmung im 3000-Seelen-Dorf Röttenbach!

Mehr für’s Gemüt war dann das Udo-Jürgens-Medley gedacht – und so kam es auch beim Großteil des Publikums an, das zu den Evergreens „Mit 66 Jahren“, „Das ehrenwerte Haus“ oder „Niemals in New York“ leise mitsang. Den musikalischen Abschluss bot das Jugend- und Blasorchester mit der Interpretation der bekanntesten Songs aus dem Musical „Queen in Concert“, das mit dem ‚Hammersong‘ (Originalton Padua) „We will rock you“ endete. Zwei Zugaben mussten noch sein, bevor sich das Publikum gutgelaunt und hochzufrieden auf den Nachhauseweg machte – nicht, ohne es dabei ordentlich „rascheln“ oder „klingeln“ zu lassen. Der Eintritt war zwar frei an diesem Abend, doch Dirigent Sven Weichhahn ließ es sich bei der Verabschiedung nicht nehmen, auf die beiden Spendenteller am Ausgang hinzuweisen. Viele der Besucher statteten der Lounge noch einen Besuch ab, wo es noch reichlich zu trinken und zu naschen gab.

Copyright: Text undn Fotos Johann Schrenk, Röttenbach 10.11.2018

17. Mundarttage in Röttenbach 2018

Zu den 17. Mundarttagen hatten die Röttenbacher in diesem Jahr die Laufer Künstlerin Andrea Lipka eingeladen, die gemeinsam mit dem Piano-Musiker Michael Burzlauer ihr Mundartprogramm „Tücken des Alltags“ auf die Bühne brachte. Vor vollem Haus begrüßte Bürgermeister Thomas Schneider das Künstler-Duo, bevor er sich bei der Sparkasse Mittelfranken-Süd für das Sponsoring und bei Michaela Padua für die Organisation des Abends bedankte.

Dass es anfänglich zahlreichen Besuchern in der schlecht geheizten Aula der Grundschule Süd etwas fror, vermochte Andrea Ripka schnell vergessen zu machen. Mit ihrem temperamentvollen Auftritt als Putzfrau Elfriede Rumpler heizte sie dem Publikum ordentlich ein. Ob als frustrierte Kundin in der Warteschleife eines Erlanger Modehauses oder als engagierte Vorkämpferin gegen den Diätenwahn. Am schlechtesten schnitt an diesem Abend das männliche Geschlecht ab, für das vor allem Elfriedes Ehemann den Rücken hinhalten musste. Verwunderlich: hatte doch Bürgermeister Thomas Schneider die Einladung der Künstlerin damit begründet, dass sie ein Programm bieten würde, das sich nicht auf Kosten anderer lustig machen wolle. Doch im Publikum fühlte sich offensichtlich keiner der anwesenden Männer „auf den Schlips getreten“ – ‚Röttenbacher Souveränität‘ eben.

A

Andrea Ripka betreibt mit der „Glückserei“ seit 22 Jahren eine eigene Bühne in Lauf. Aus ihrem Soloprogramm mit der Kultputzfrau Elfriede Rumpler stellte sie ein ‚Best of‘ zusammen und nannte es „Tücken des Alltags“. Es ist ihr einziges Stück in fränkischem Dialekt, und deshalb hat sie es auch für die Mundarttage in Röttenbach ausgesucht. Für Andrea Ripka ist das Fränkische die ‚Endstufe der deutschen Rechtschreibung‘. Wenn ein Preuße  den anderen höflich darum bittet: „Gehen Sie doch bitte hier nach oben“, dann heißt das in Franken schlicht „nauf!“. „Wir Franken sprechen Steno und das macht uns Niemand nach“ verkündet Elfriede Rumpler mit stolz geschwellter Brust, und wird dafür mit donnerndem Applaus bestätigt. Sie sei in Nürnberg aufgewachsen und habe sich ihren Dialekt bewahrt. Wenn sie im Norden Deutschlands auf Tournee ist, wird sie oft als „aus Bayern“ kommend vorgestellt – und da schwillt ihr jedes Mal der Kamm.

Es war nicht nur eine musikalische Begleitung, die Michael Burzlauer an diesem Abend bot. Einfühlsam begleitete er bei einem Großteil der Sketche die singende Putzfrau, war aber auch technisch gefordert, wenn er z.B. bei der Nummer mit der Telefeon-Warteschleife die nervtötenden Ansagen, wie „Alle unsere Mitarbeiter sind momentan beschäftigt …“, über sein digitales Mischpult einspielte. Das war wirklich gekonnt! Thomas Schneider bedankte sich bei ihm und bei Andrea Ripka für ihr Programm und lobte den Einsatz der Damen vom Roten Kreuz, die die Besucher in der Pause mit fränkischem Käckbrot und Bier aus der Region bewirteten.

Copyright: Text undn Fotos Johann Schrenk, Röttenbach 2018

Bürgerversammlung in Röttenbach 2018

Viele Röttenbacher nutzten die jährliche Bürgerversammlung mit Bürgermeister Thomas Schneider dafür, diesen mit ihren Fragen und aktuellen Problemen zu konfrontieren. Doch vor der Aussprache zog Schneider erst einmal ein Résumé für das Jahr 2018 und kommentierte die aktuellen statistischen Daten, die er von der Verwaltung für dieses Gespräch mit den Bürgern druckfrisch auf den Tisch bekommen hatte.

Die Einwohnerzahl habe sich, so Schneider zu Beginn seiner Ausführungen, erfreulich entwickelt, von 2.889 Einwohnern im Jahr 2014 auf 3240 im Jahr 2017. Der aktuelle Stand beträgt 3144 Einwohner, wobei hier bereits sog. Werksvertragsarbeiter und andere „temporäre Gäste“ herausgerechnet wurden. Auf die Ortsteile verteilt, ergibt sich momentan folgende Situation: im Kernort Röttenbach wohnen 1887 Bürger, in Mühlstetten 982, in Oberbreitenlohe 119, in Niedermauk 115 und in Unterbreitenlohe 41.

Der Zuwachs erklärt sich zum einen aus der positiven Geburtenrate und zum anderen aus dem Zuzug in die Neubaugebiete. Dass ein Interesse besteht, dieses Wachstum zu stabilisieren, liegt daran, dass Röttenbach als eine Gemeinde mit über 3000 Einwohnern einen hohen Fixkosten-anteil hat (Straßenausbau, Wasserver- und entsorgung etc.), der auch bei einer geringeren Einwohnerschaft zu erwirtschaften sei, dann aber zu einem höheren Schuldenstand führen würde.

Betrug der Verwaltungshaushalt im Jahre 2017 noch 5 Mio Euro, so ist er in diesem Jahr auf 6 Mio, d.h. um ca. 20 % gestiegen. Der Vermögenshaushalt beläuft sich 2018 auf 7 Mio Euro, d.h. man hat in Röttenbach in diesem Jahr viel Geld in die Hand genommen. Auf der Einnahmenseite schlagen die beiden Grundsteuern A und B mit 400 Tsd. Euro zu Buche, die Gewerbesteuer-einnahmen mit 2 Mio Euro, die Einkommensteuer mit 1,6 Mio Euro, die Umsatzsteuer mit 220 Tsd. Euro und die Schlüsselzuweisungen u.a. Steuern mit 550 Tsd. Euro. Gegenüber 2017 hat die Gemeinde Mehreinnahmen in Höhe von 1,9 Mio Euro erzielen können.

Daraus errechnet sich für Röttenbach eine Steuerkraft von 907 Euro pro Einwohner. Vergleicht man den Ort mit den anderen Gemeinden im Landkreis, so rangiert Röttenbach auf Platz 10, noch vor Hilpoltstein, Spalt, Schwanstetten, Thalmässing, Heideck und Allersberg, wo man eine Steuerkraft von nur 675 Euro pro Einwohner erzielt. Spitzenreiter in dieser Rangfolge sind Wendelstein, Georgensgmünd und Rednitzhembach. Roth liegt mit 910 Euro Steuerkraft pro Einwohner nur knapp vor Röttenbach!

Die Gemeinde bietet 650 Menschen einen festen Arbeitsplatz und erzielt damit eine Erwerbsquote von knapp 65%. Das sei, so Bürgermeister Schneider weiter, wirklich eine „positive Entwicklung“. Die Verschuldung pro Kopf liegt in Röttenbach aktuell bei 414 Euro, wird aber 2019 wegen der Umsetzung zahlreicher Baumaßnahmen wieder kräftig ansteigen. Warum das so kommen wird, erklärte Bürgermeister Schneider dann im Detail.

Der Anbau an das bestehende Rathaus kostet die Gemeinde 1,2 Mio Euro, die jedoch zum größten Teil aus dem laufenden Haushalt aufgebracht werden sollen. Der Rückbau der beiden Hauptdurchgangsstraßen (Rother Straße und Weißenburger Straße) „verschlingt“ 2,8 Mio Euro, wovon 60 % aus dem Topf der Städtebauförderung gefördert werden. Hinzugerechnet werden müssen die 600.000 Euro Einnahmeausfall bezüglich der Straßenausbaubeteiligungskosten, die nach dem neuen Gesetz der bayerischen Landesregierung vom April dieses Jahres nicht mehr zu Lasten der Bürger eingezogen werden dürfen, nun aber von der Gemeinde zu tragen seien. Durch diese Großbaumaßnahme im Ortskern wird sich 2019 die Prokopf-Verschuldung der Gemeinde alleine um 300 Euro erhöhen.

Beim Projekt „Wohnen für Alle“, das ebenfalls 2019 realisiert werden soll, werden im Bauabschnitt I elf Wohneinheiten zum Vermieten und im Bauabschnitt II fünfzehn Wohnungen zum Verkauf gebaut werden. Für acht Wohnungen des zweiten Bauabschnitts bestehen bereits konkrete Kaufoptionen. Die elf Mietwohnungen des Bauabschnitts I, die im Eigentum der Gemeinde bleiben, refinanzieren sich durch die Mieteinnahmen, so dass bei diesem Projekt keine Belastung für die Bürgerschaft entsteht. Zudem wird das Bauvorhaben vom Staat mit 90% gefördert, darunter 30% Zuschüsse und 60 % günstige Kredite.

Schneider ging dann noch auf den Anbau für das „Haus der Kinder“ und die Abwasserentsorgung ein, bevor er auf das neue Wohnbaugebiet am Lerchenfeld und die Entwicklung des Gewerbegebietes zu sprechen kam. Stolz sei er darauf, dass man hier 2018 65 Tsd Hektar Gewerbegebiete neu erschlossen habe. Das habe allerdings zur Folge, dass für die Zukunft kaum noch Flächen für die gewerbliche Nutzung vorhanden seien. Deshalb habe man – wir berichteten davon – mit den Gemeinden Spalt und Georgensgmünd eine kommunale Allianz zur Erschließung neuer Gewerbegebiete gegründet. Hier sei die Gemeinde mit jeweils einem Drittel an den Einnahmen und an den Kosten beteiligt.

 Zum Schluss ließ Bürgermeister Schneider es sich nicht nehmen, auf das aktuell dargebotene „Trauerspiel“ der Baumaßnahmen im Ortskern einzugehen (Kanalbauarbeiten und Rückbau der Weißenburger- und Rother Straße), womit er möglichen Fragen aus dem Publikum vorab bereits einigen „Wind aus den Segeln“ nahm. Sechs Wochen Verzug bei den Bauarbeiten rund um die Straßenbaumaßnahmen seien alleine auf die Schwierigkeiten beim Verlegen der Abwasserkanäle zurückzuführen. Nicht nur, dass es zu unvorhergesehenen zusätzlichen Bauaufträgen an die Baufirma aus Spalt kam (neuer Schmutzwasserkanal, zusätzliche Kanalbaumaßnahmen links und rechts der alten B2 u.a.). Verzögernd wirkten auch die Hindernisse, die sich bei den Kanalbauten selbst einstellten. Da querten Gasleitungen, die in keinem Plan eingezeichnet waren, oder man stieß auf Holzrohre, die nach Vermutung von Fachleuten zu einer historischen Kläranlage aus dem 17. oder 18. Jahrhundert gehören und damit aus der Deutschordenszeit stammen könnten. Als nicht minder schwerwiegend erwiesen sich die Fehlzeiten bei den Arbeitseinsätzen im Rahmen des Rückbaus, die z.T. mit Urlaub oder Arbeitskräftemangel begründet wurden. Es war zu Krisengesprächen mit der Baufirma aus Pleinfeld gekommen, nachdem Anlieger unnötigerweise lange von ihren Grundstücken regelrecht „abgeschnitten“ worden waren. Das Ganze, so Schneider, sei eine „zähe Geschichte“ und für die Anwohner alles andere als befriedigend. Jetzt sei die Fertigstellung aller Baumaßnahmen für den Juni 2019 versprochen worden. Die Rother Straße werde asphaltiert und für den Rest des Jahres 2018 wieder komplett dem Verkehr freigegeben.

Aus dem Publikum folgten Fragen nach der Beteiligung der Bürger an den Baumaßnahmen für das neue Klärwerk in Georgensgmünd. Hier beruhigte Bürgermeister Schneider, dass alles im vorgesehenen Finanzierungsrahmen ablaufen würde. Auch, was den Verzicht des Landes Bayern auf die Erhebung von Straßenausbesserungskosten betrifft, sei nicht damit zu rechnen, dass hier aus dem neuen Landtag heraus ein Rückzieher erfolgen könnte. Haben doch, so Schneider in seiner Antwort auf die Frage einer besorgten Bürgerin, die Freien Wähler die CSU geradezu dazu gedrängt, diese Kostenerleichterung für die Bürger gesetzlich abzusichern.

Weitere Sorgen der Bürger galten der neuen Grüngut-Containeranlage (behinderter Zugang), dem neuen Zebrastreifen mitten auf der Anhöhe zwischen Mühlstetten und Röttenbach (Gefahrenquelle bei Winterwetter), den kurzfristig eingeführten 30-km-Geschwindigkeitszonen (waren nicht angekündigt worden), dem chaotischen Parkverhalten der KFZ-Besitzer entlang der Mühlstettener und der Deutschherrnstraße (Behinderung von Hofeinfahrten), den Rasern (PKW- und Motorradfahrer), dem neuen Standort für einen Mobilfunk-Masten an der Bahnlinie zwischen Georgensgmünd und Röttenbach (Gesundheitsgefährdung), und schließlich den Kosten für die Hausanschlüsse an das neue Breitbandnetz der Firma Inexio (Desinformationen).

Der Bürgermeister ging auf alles geduldig ein, beantwortete die Fragen größtenteils zur Zufriedenheit der Fragesteller und versprach, offene Probleme und Anliegen durch die Verwaltung klären bzw. erledigen zu lassen. Zum Ende gestand Bürgermeister Schneider im Gespräch mit unserer Zeitung, dass es doch etwas länger gedauert habe, bis sich seine Enttäuschung über die verlorengegangene Landtagswahl wieder gelegt habe (er hatte sich für die Freien Wähle um einen Sitz im Landtag zur Wahl gestellt und sein Ziel mit nur 1000 Fehlstimmen knapp verpasst). Jetzt sei er mit neuem Mut und viel Zuversicht wieder darum bemüht, der Gemeinde Röttenbach und ihren Bürger mit ganzer Kraft zu dienen.

Text und Fotos: J. Schrenk, Röttenbach 2018

Es war ein grandioser 19. Kartoffelmarkt in Röttenbach:

Bei strahlendem Spätsommerwetter strömten die Besucher zum 19. Kartoffelmarkt nach Röttenbach. Alljährlich richtet der Landkreis Roth gemeinsam mit der Gemeinde Röttenbach/Fränk. Seenland dieses bunte Fest rund um die „tolle Knolle“ aus.

Schon am Vortag trafen sich zahlreiche fleißige Helfer vor Ort, um die einzelnen Stände im Festzelt und auf dem Freigelände vorzubereiten. Zur Tradition des Röttenbacher Kartoffelmarktes gehört die Kartoffelsuppe frisch aus dem Kessel, die von den Mitgliedern des Heimat- und Gartenbauvereins bereits am Samstag vorbereitet wird. Dazu treffen sich auf dem Hof des Mühlstettener Kartoffelbauern Anton Pflock und seiner Frau Barbara Helferinnen aus der Nachbarschaft und der näheren Umgebung, um aus einem knappen Zentner Kartoffeln eine original fränkische Äbirn-Suppn zuzubereiten.

Vor zehn Jahren habe Barbara Pflock, so in einem Gespräch mit unserer Zeitung, das Rezept von Therese Hausmann, die aus Altersgründen den Vorsitz im HGV abgegeben hatte, in die Hand gedrückt bekommen. Das Rezept selbst verrät sie allerdings nicht.

Dass neben Kartoffeln auch Schinkenspeck mit beigeg4eben wird, ließ sich in der Kartoffelsuppen-Küche der Familie Pflock nicht ganz verheimlichen. Insgesamt ergibt die mühsame Arbeit des Schälens, Zerkleinerns und Kochens ca. 300 Portionen Suppe, die im Festzelt am Sonntag ab 11 Uhr ausgeschenkt werden. Dazu gibt es eine deftige Scheibe Landbrot aus Heideck. Um 14 Uhr war die Suppe dann auch „ausverkauft“. Der Erlös geht an den HGV.

Für Stimmung sorgte am Sonntag im Festzelt das Jugend- und Blasorchester des Musikvereins Röttenbach unter Leitung von Jugendkulturpreisträger Sven Weichhahn, der das Orchester von 12 Jahren gegründet hatte.

Programmatischer Höhepunkt war wie jedes Jahr dann der Kochwettbewerb auf der Bühne, der von Landrat Herbert Eckstein und von Bürgermeister Thomas Schneider souverän moderiert wurde. Die Wettbewerbsteilnehmer für die Zubereitung eines Äbirn-Salats wurden spontan von Eckstein und Schneider auserwählt. Dies Jahr „traf es“ Bürgermeister Ralf Beyer aus Heideck, der den besten Kartoffelsalat zubereitete, sowie die Seenlandkönigin Katharina Strobel (2. Platz), den Niederlassungsleiter der Fa. HTI Bernhard Haas (3. Platz) und die Spargelkönigin Theresa Bub (4. Platz).

In seiner Abschlussrede wies Landrat Eckstein noch auf das Grundübel unserer Gesellschaft hin, wonach viel zu viele Lebensmittel weggeworfen würden, und das, obwohl an anderen Ecken der Welt zahlreiche Menschen hungern müssten. Das sei aus seiner Sicht unerträglich und müsse bei jedem einzelnen von uns zum Umdenken führen: Nahrungsmittel sollten weniger und gezielt eingekauft werden, wobei regionale Produkte immer bevorzugt werden sollten. „Direktvermarktung für ein gutes Klima“ lautete auch das Motto des Amtes für Landwirtschaft und Forsten in Roth für den diesjährigen Kartoffelmarkt. Rosemarie Bramer trug dazu vor großem Publikum ihre kritischen Gedanken vor.

Im Gespräch mit unserer Zeitung äußerten sich die Kartoffelbauern Johann Gilch aus Röttenbach und Heinrich Bub aus Büchenbach/Aurau verhalten positiv zur diesjährigen Kartoffelernte. Es sei zwar weniger geerntet worden, aber mit der Qualität sei man in diesem Jahr zufrieden. Das trockene Wetter habe den Pflanzen weniger geschadet. Johann Gilch aus Röttenbach, der seine Kartoffeln u.a. über den Dorfladen vertreibt, hat nebenher noch Landwirtschaft (Getreide, Schweine und Gemüse). Immerhin gibt es in Röttenbach noch fünf bis sechs Kartoffelbauern.

Auf dem Festgelände herrschte bis in den späten Nachmittag hinein ein buntes Treiben. Zahlreiche Stände boten Lebensmittel aus der Region an, darunter neben den Kartoffeln auch Kürbisse und Kürbiskernprodukte, Öle und Obstbrände. Zahlreiche Vereine waren auf dem Festplatz aktiv, darunter der Fischereiverein und der Helferkreis Röttenbach, um nur zwei zu nennen. Im Festzelt präsentierten sich zahlreiche Einrichtungen, darunter der Bund Naturschutz, das Rote Kreuz (Backers), das Haus für Kinder (Schupfnudeln), der katholische Frauenbund (Kuchen und Torten), die Direktvermarkter beim Landratsamt (Kartoffel-Chips), der Seniorenbeirat, der ambulante Pflegedienst HPR und der VdK.

Ihre Waren boten zahlreiche Direktvermarkter im Festzelt an, darunter die Mäusleinsmühle (Holzofenbrot), Gusto Naturale (italienische Spezialitäten), Thermomix, der Schrenk-Verlag aus Röttenbach (Bücher), Andrea Walter aus Röttenbach (Schmuck aus Edelsteinen)-und Silke Dörlitz aus Gunzenhausen (Kalligraphie-Kunsthandwerk). Frau Kauschka stellte ihr zweites Röttenbacher Heimatbuch vor.

Der Schrenk-Verlag war mit einem eigenen Stand auf dem Kartoffelmarkt vertreten!

 

+++++++++++

Einschulung in der Grundschule Röttenbach-Mühlstetten

In der Grundschule Röttenbach-Mühlstetten konnte Rektor Andreas Storz 30 Erstklässler begrüßen, die bereits am ersten Schultag in zwei Klassen die Schulbank drücken durften. Doch bevor es soweit war, wurde „im Hintergrund“ von fleißigen Helfern alles vorbereitet und hergerichtet, um den Kindern den ersten Schultag so angenehm wie möglich zu gestalten.

Einige  Eltern der zweiten Klasse hatten sich am Vortag getroffen, um gemeinsam kleine Kuchen und süßes Gebäck für die Schulneulinge und die zahlreichen Gäste zu backen, während Rektor Andreas Storz mit seiner dritten Klasse Willkommenslieder für „die Neuen“ einstudierte. Andere stellten Stühle auf oder brachten Girlanden in der Aula der Grundschule an, auf denen die Schulanfänger willkommen geheißen wurden.

Den Auftakt der Einschulungsfeierlichkeiten bildete der Besuch der Marienkirche, wo der katholische Dekan Matthäus Ottenwälder und Pfarrerin Cornelia Meinhard von der Evangelisch-Luth. Kirchengemeinde Georgensgmünd einen abwechslungsreichen Schulgottesdienst abhielten. Nach dem gemeinsam gesungenen „Lobet den Herrn“ begrüßten die beiden Geistlichen die Schulanfänger und deren Eltern, Freunde und Bekannte, die an diesem Morgen als Begleitung mitgekommen waren und sich nicht zuletzt um die Schultüten der Kinder zu kümmern hatten.

Bei strahlendem Sonnenschein begab sich die Elternschar mit den Kindern zur Grundschule, wo Rektor Storz bereits mit der Klampfe in der Hand darauf wartete, bis alle neuen und „alten“ Schulkinder in der Aula Platz genommen hatten. Nach dem Begrüßungslied „Ihr seid wollkommen“ klärte er die Erstklässler darüber auf, dass sie von jetzt an „Grundschulkinder“ seien. Auch wenn sie vielleicht von Eltern oder Freunden  ‚vorgewarnt‘ worden seien, dass jetzt ein neuer, schwerer Lebensabschnitt für sie begänne, so mache die Schule auch Spaß, und kann zuweilen „richtig schön“ sein. Die Kinder würden in der ersten Klasse, so Storz weiter, nicht nur Rechnen und Schreiben lernen, sondern auch bald erfahren, wo man im Pausenhof am besten spielen und wo man sich Bücher zum Anschauen und Lesen ausleihen könne.

Als dann der Rektor seine eigene Schultüte hervorzog, um den Kindern zu zeigen, was er zum ersten Schultag mitgebracht hatte, machte sich Erstaunen breit. So befand sich in der Tüte u. a. ein Ball, den man, so Rektor Storz, in der Schule dringend bräuchte – denn diese sei ja nicht nur zum Lernen, sondern auch zum Spielen da. Einigen Müttern kam das wohl etwas Spanisch vor. Doch der Rektor hatte auch an den Ernst der Schule gedacht. So zog er ein Stück Stoff aus der Tüte, das  er als ‚dickes Fell‘ bezeichnete. Das bräuchten die Kinder, wenn sie in der Schule mal etwas aushalten müssten, was ihnen nicht so gefällt. Ein Wollknäuel, das sich ebenfalls in der Tüte befand, musste als ‚Geduldsfaden‘ herhalten, den man beim Lernen ebenfalls benötigen würde. Denn zuweilen  würde Einiges im Unterricht nicht gleich beim ersten Mal verstanden werden, und da dürfe man eben nicht so schnell die Geduld verlieren.

In der Grundschule Röttenbach-Mühlstetten werden in diesem Schuljahr 2018/2019 insgesamt 115 Kinder unterrichtet, das sind 13 mehr als im vergangenen Schuljahr. Es gibt eine erste Klasse mit 20 Schulanfängern, eine gemischte Klasse mit 10 Erst- und 15 Zweitklässlern, eine zweite Klasse, zwei dritte und eine vierte Klasse.

Mit dem ersten Schultag beginnt auch die offene Ganztagsschule (wir berichteten davon). Heuer wurden von den Eltern insgesamt 73 Kinder dafür angemeldet, was für die Mittagsbetreuung, so Leiterin Theresa Rank vom Familienzentrum im Gespräch mit unserer Zeitung, einen enormen Zuwachs darstelle. Dafür wurde eine neue Betreuungskraft eingestellt, so dass sich in diesem Schuljahr insgesamt sieben sozialpädagogisch ausgebildete Fachkräfte um das Mittagessen, diverse Beschäftigungsangebote und die Hausaufgabenbetreuung kümmern würden.

Richtfest für den Rathauserweiterungsbau in Röttenbach

Nach nur viermonatiger Bauzeit konnte die Gemeinde Röttenbach am vergangenen Wochenende das Richtfest für den Erweiterungsbau des Rathauses feiern. In seiner Begrüßungsrede führte Erster Bürgermeister Thomas Schneider den Gästen beeindruckend vor Augen, wie sich die Zeiten geändert hätten. Betrug der gesamte Kostenaufwand für den Bau des Rathauses, einschließlich der Außenanlagen, im Jahre 1998 noch 1,1 Mio Euro, so „verschlingt“ der Erweiterungsbau jetzt alleine schon 1,2 Mio Euro. Dafür bekommt die Gemeinde allerdings den dringend benötigten neuen Rathaussaal und zusätzlichen Büroraum für die mit den Einwohnerzahlen gewachsene Verwaltung.

Zwei gutgelaunte Zimmerergesellen ließen zunächst auf dem Dach des Neubaus den Architekten, die Handwerker und die Bauherren hochleben und entsorgten anschließend ihre bei dieser Prozedur geleerten Weingläser schwungvoll in die Baugrube. Zuvor mussten sie Bürgermeister Thomas Schneider allerdings versichern, dass sie, wie sich das für Röttenbach gehöre, auch wirklich katholisch seien. Im Anschluss daran erteilten Dekan Matthäus Ottenwälder und Pfarrer Martin Kraus in einer kleinen Feier dem Neubau den Segen Gottes. „Wenn der Herr das Haus nicht baut, baut jeder umsonst“ gab der katholische Dekan den Gästen mit auf den Weg.

Bürgermeister Schneider begrüßte danach die zahlreichen Gäste aus Politik und Wirtschaft, namentlich zweiten Bürgermeister Anton Schmidpeter, Architekt Thomas Wenzel und Bauleiter Michael Kauschka. Diese betonten imm Gespräch mit unserer Zeitung, dass der Bau in harmonischer Zusammenarbeit und ohne bedeutende Beeinträchtigungen erfolgen konnte. Gemeinsam traf man sich danach zum Richtfestschmaus, für den Gemeinderatsmitglied Alfred Knäblein als Metzger vor Ort gesorgt hatte. Bei Speis und Trank ergaben sich in großen und kleinen Gruppen noch angeregte Gesprächsrunden zu aktuellen politischen Fragen und Problemen. Text und Fotos: J. Schrenk 2018

Tag der offenen Tür in Röttenbach

Am Tag der offenen Tür standen die Mitarbeiter der Gemeinde Röttenbach, wie hier im Bild Christian Lutz (links) und Michaela Padua, der Bevölkerung mit Rat und Tat zur Seite. Foto J. Schrenk (2018)

Einweihung des neuen Pumpwerks in Röttenbach

Am Tag der offenen Tür wurde das neue Pumpwerk eingeweiht. Bürgermeister Thomas Schneider (Mitte) erklärt Landrat Herbert Eckstein (links) und Pfarrer Martin Kraus die Anlage. Foto J. Schrenk (2018)

oben: Artikel in der Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung (Text und Foto: Johann Schrenk)

Ein "Schandfleck" in Röttenbach in zweierlei Hinsicht. Mehr dazu

Nach der Ansiedlung des Handels-zentrums HTI kommt nun, wie bereits bei der Einweihung von HTI im vergangenen Jahr angekündigt, die Fa. Buschheuer Bau- und Korrossi-onsschutz GmbH aus Regensburg nach Röttenbach, um hier eine neue Veredelungsanlage für Stahlbauteile, wie z.B. Rohre oder Bleche, zu errichten. Man habe Röttenbach wegen der Nachbarschaft zum Handelszentrum, mit dem man bereits seit über zehn Jahre bestens zusammenarbeite, und wegen der optimalen Verkehrsanbindung als Standort ausgewählt. Mit dem Betrieb soll bereits im Spätherbst dieses Jahres begonnen werden. Hilpoltsteiner Kurier 21.4.2018 Mehr ...

 

Theaterabend der Landjugend Röttenbach

Zu einem Schwank in drei Akten hatte die Landjugend Röttenbach in die Turnhalle der Grundschule geladen, und alle drei Vorstellungen waren bis auf den letzten Platz gefüllt. Aufgeführt wurde das bayerische Lustspiel „Blasi, du Bazi“ von Franz Geisenhofer. Erstmals führte Brigitte Steigerwald bei diesem vielgespielten „Klassiker des Bauerntheaters“ die Regie, und wenn es nach dem Publikum ginge, hätte sie Ihre Premiere mit Bravour bestanden.

Das auf Klamauk gestrickte Stück (wir berichteten bereits über dessen Inhalt) hat die zahlreichen Besucher immer wieder zu spontanen Beifallsbekundungen hingerissen. Für Alfred Knäblein schien die Rolle des Bazi wie auf den Leib geschrieben. Als Mädchen verkleidet bot ihm die im Drehbuch angelegte Sitationskomik mehrmals die Möglichkeit, für Lacher in den Reihen der Zuschauer zu sorgen. Es kam auch zu kleinen Pikanterien, wenn er z.B. als Zenzi zu Afra, der Tochter der Bäuerin, ins Bett steigen sollte, weil es im Haus an Schlafplätzen mangelte. Diese Bettenknappheit war entstanden, nachdem sich er und sein Vater, der Sterzenhofer Nazi (Koseform von Ignatz), unangemeldet am Hof der Ochsenhofbäuerin eingefunden hatten, um ihn, Bazi, mit deren Tochter Afra bekannt zu machen. Der Vater wolle ja schließlich vorher wissen, auf welchen Hof der Sohn da einheiraten könne.

Die zweite Rolle, die immer wieder gut für einen Schenkelklopfer war, bot sich für Urschl, die Saumagd, die von Natalie Müller glaubhaft dargestellt wurde. Ihre derben Witze und die offen zur Schau getragene Zuneigung für das männliche Geschlecht sorgten über alle drei Akte hinweg für das „Salz in der Suppe“. Mit ihrer faxenhaften Mimik und ihrer gekonnt gespielten Tollpatschigkeit hatte sie ihr Publikum schnell „im Griff“, das für jede Zweideutigkeit und Hintersinnigkeit dankbar war. Dass die fränkischen Darsteller diese bayerische Bauernposse von Franz Geisenhofer so authentisch auf die Bühne brachten, dafür alleine gebührt den Akteuren höchstes Lob. Dass sich die Röttenbacher fast „wie zu Hause“ fühlten, lag an den immer wieder in den Text eingestreuten Ortsbezügen.

 

Mit dieser Premiere hat sich die Jung-Regisseurin Brigitte Steigerwald eine Grundlage für eine Karriere als Theatermacherin in Röttenbach gelegt. Die Inszenierung war ihr über weite Strecken gelungen, wohingegen das Bühnenbild und einige Szenen doch ein wenig blass wirkten. Als Souffleuse hat Sarah Daichendt ihre Arbeit erfolgreich absolviert, denn es gab über das gesamte Stück hinweg keine erkennbaren Versprecher, Hänger oder Aussetzer. Für das heimische  Publikum, das in den beiden Pausen von aufmerksamen Helfern bestens bewirtet wurde, war es ein gemeinsam verbrachter und gelungener Abend – „zu Hause in Röttenbach“, im „Wohnzimmer“ der Turnhalle.

Johann Schrenk 4/2018, Röttenbach (Text und Fotos)

Mit dieser Pmer“ der Turnhalle.

"Wohnen für Alle" - ein engagiertes Projekt der Gemeinde Röttenbach: jetzt beschlossen!

Am 26. März 2018 wurde das Projekt mit einer knappen Mehrheit im Gemeinderat beschlossen. Im Herbst des Jahres soll mit beiden Baubschnitten (Plan) begonnen werden. Detaillierter Bericht

In dieser Luftbildaufnahme von Röttenbach ist der zentrale Ortskern mit der Straßenkreuzung im Zentrum des Altorts gut erkennbar. Die Weißenburger Straße (von Süden) und die Rother Straße (von Nordosten) stoßen hier auf die Mühlstettener Straße, die zum westlich gelegenen Ortsteil Mühlstetten führt, und auf die Deutschherrnstraße, die gen Osten entlang der historischen Bauten aus der Deutschordenszeit (17.-19. Jh.) zur Kirche mit dem Freidhof verläuft. (Quelle: Gemeinde Röttenbach, Vorbereitende Untersuchungen zur Ausweisung des Sanierungsgebietes „Altort Röttenbach“; Erläuterungsbericht zu den Ergebnissen der Vorbereitenden Untersuchungen, Stand 20.11.2014)

Die Nord-Süd-Achse soll nun mit großem Aufwand "rückgeführt", d.h. menschenfreundlicher, erlebensorientierter und umweltschonender gestaltet werden. mehr

Neben dieser "Revitalisierung des Altorts Röttenbach stehen für die kommende Zeit noch zwei weitere Großprojekte in Röttenbach an: Die Erweiterung des Rathauses und das Projekt "Wohnen für Alle".

Im Bild jeweils links Architekt Thomas Wenzel, der den Gemeinderäten und der Verwaltung (im Bild rechts Peter Straß und 1. Bürgermeister Thomas Schneider) die aktuelle Planung erläutert (Fotos und Texte J. Schrenk, 2017);

Bericht zum 10-jährigen Jubiläum des Röttenbacher Musikvereins

Zu seinem zehnjährigen Jubiläum hatte der Musikverein Röttenbach in die Turnhalle geladen. „Best of Music“ war das Motto für den Konzertabend des Jugend- und Blasorchesters Röttenbach. Unter dem Taktstab von Dirigent Sven Weichhahn spielten die insgesamt 41 Musiker Lieblingsstücke aus ihrem Aufführungsprogramm der Jahre von 2008 bis 2017.
Michaela Padua von der Gemeinde Röttenbach führte das Publikum in gekonnt souveräner Art durch den Abend, und das Orchester eröffnete den bunten Reigen mit „Slovenia“, einer Komposition über den erfolgreichen Befreiungskampf des slowenischen Volkes gegen die Unterdrückung durch das serbische Regime. Schon nach dieser Eröffnungsmusik waren die Zuhörer von der Klangfülle des Orchesters und dem virtuosen Können der Musiker und Musikerinnen begeistert. Fünf Flöten, sechs Klarinetten, zwei Tenorhörner, neun Saxophone, je zwei Tuben und Posaunen, sieben Trompeten, Pauke, Schlagzeug, Percussion und vier Waldhörner kamen zum Einsatz. Es folgte ein quirliges Medley aus den 70-er und 80-er Jahren, wobei sich das Orchester zwei Musikberühmtheiten ausgesucht hatte: Udo Jürgens und die schwedische Pop-Gruppe ABBA. Peter Schüller und Heinz Briegel stellten die Auswahl zusammen. Danach entführte das Jugend- und Blasorchester seine Zuhörer in die Traumwelt der „Highland Cathedral“, ein eindrucksvoll arrangiertes Musikstück aus dem schottischen Hochland.
Vor der Pause inszenierte der Musikverein „sein bestes Stück“, wobei in diesem Fall nicht das Musikstück „Immer kleiner“, sondern eine dreizehnjährige Musikerin im Rampenlicht stand: Anna-Lena Dollinger. Sie brillierte mit einem Klarinetten-Solo der besonderen Art. Michaela Padua dazu: „Sie alle kennen ja eine Klarinette. Da haben wir das Mundstück, dann die sogenannte Birne, den oberen Teil, dann das untere Teil und zum Schluss den Becher. Alles zusammengebaut, fertig zum Spielen. Aber jetzt passen Sie mal auf, was unsere Jüngste damit machen kann! So viele Teile braucht man gar nicht!“ Und wahrlich: Anna Lena Dollinger verkleinerte ihre Klarinette von Stück zu Stück und landete damit beim Publikum einen „Volltreffer“. Danach wurde sie von Sven Weichhahn für ihr besonderes musikalisches Können gelobt. Sie sei, so der Dirigent mit stolz geschwellter Brust, in Bayern wohl die einzige Jungmusikerin, die bereits im Alter von 12 Jahren das Musikerleistungsabzeichen D3 absolviert hat, das in der Fortbildungsstruktur der Blasmusikverbände die höchste instrumentale Qualifikation darstellt. Um diese Prüfung zu bestehen, wird eine mehrjährige intensive Instrumentalausbildung vorausgesetzt. Anna-Lena Dollinger, deren Eltern Siglinde und Alfons Dollinger an diesem Abend ebenfalls auf der Bühne mitwirkten, hat bereits im Alter von 9 Jahren mit ihrer Ausbildung begonnen.


Thomas Sonnauer, Erster Vorstand des Musikvereins Röttenbach, berichtet im Gespräch mit unserer Zeitung, dass das Röttenbacher Orchester, das sich ausschließlich aus Musikern vor Ort rekrutiet, ganzjährig mit 40 Proben, einem guten Dutzend Konzerten und etlichen Auftritten bei Vereinsabenden oder bei Kirchweihfesten ausgelastet ist. Die Arbeit wird nicht staatlich gefördert, und so ist man bei allen Auftritten auf die eigenen Kräfte angewiesen. Den finanziellen Aufwand für die Notenbeschaffung und die beiden Dirigenten „erwirtschaftet“ man aus Spenden bei den Veranstaltungen oder aus anderen privaten Zuschüssen. Dem Orchester kommt vor allem die gute schulische Musikausbildung in Röttenbach zugute, wo man die musikalische Erziehung bereits in der 1. Klasse mit Trommelkursen beginnt. In der 2. Klasse entscheiden sich die Jugendlichen in der Regel für ein bestimmtes Instrument. Wenn Interesse besteht, werden die Kinder in die Jüngstenabteilung des Orchesters übernommen, in die Gruppe „Kunterbund“, bevor sie dann als Jugendliche in das Blasorchester überwechseln können.
Zum zehnjährigen Jubiläum des Röttenbacher Blasorchesters spielte „Kunterbund“ unter Leitung von Sven Weichhahn mit neun musikalischen Jungtalenten auf, sehr zur Freude der vielen Eltern, die es sich nicht haben nehmen lassen, ihren Kindern an diesem Abend „beizustehen“. Wie die Größeren, so hatten sich auch die Jüngsten zwei Wochen vor dem großen Auftritt in ein dreitätiges „Trainingscamp“ begeben, um ihren Einsatz zu proben. Auf der Bühne zeigten sich dann die drei Klarinettistinnen Anika Meinhold, Hanna Breit und Isabella Flock, die Querflötistin Franziska Mühling, Johannes Flock und Benedikt Genzler an der Trompete, Balint Barnabas am Saxophon sowie Felix Bram und Finley Brenz am Schlagzeug, an den Pauken und am Woodblock von ihrer besten Seite. Sie spielten zunächst die beiden Stücke „The Music Mill“ und „Forte und Piano Song“ von Jan de Haan, bevor sie ihr Lieblingsstück „Guns ‚n‘ Cowboys“ mit Bravour präsentierten.
Zum Abschluss spielte dann das Jugend- und Blasorchester u.a. Stücke des belgischen Jungkomponisten Bernd Appermont, den „Ungarischen Tanz Nr.5“ von Johann Brahms und einen Song von John Miles. Das Finale fand dann unter der Beteiligung des Publikums statt, das gemeinsam mit dem Orchester die Sensationspolka „Böhmische Liebe“ von Matthias Rauch in die Röttenbacher Abendluft schmetterte. Bei bunten Häppchen und einem guten Glas fränkischen Weins endete der Abend in bester Stimmung. Im kommenden Jahr will das Jugend- und Blasorchester Röttenbach seine Gäste in die Welt des Musicals entführen.

Besuch der „Jugend-Zukunftswerkstatt Röttenbach“ beim Gemeinderat

Theresa Rank, die Leiterin des Röttenbacher Familienzentrums, hatte in diesem Jahr die Initiative des Kreisjugendrings Roth über eine „Jugendzukunftswerkstatt“ mit zwei spektakulären Aktionen unterstützt (wir berichteten darüber). Sie konnte nun die Röttenbacher Jugend dazu motivieren, ihre Anliegen den gewählten Gemeinderäten vorzutragen.
Erster Bürgermeister Thomas Schneider erteilte in der November-Sitzung des Gemeinderats Theresa Rank das Wort, die daraufhin die Diskussionsergebnisse der Jugendlichen zusammenfasste, bevor sie Tim Lauch darum bat, das Projekt „Jugendhaus Röttenbach“ im Detail vorzustellen. Dieser erklärte anhand einer Schautafel die Wunschvorstellungen der Jugendlichen. Man benötige dringend eine Möglichkeit, um sich in Röttenbach treffen zu können. Ein „Jugendhaus“ müsse aber kein Neubau sein. Man könne sich z.B. ein leerstehendes Gebäude vorstellen, wie das ehemalige Feuerwehrhaus in Mühlstetten. Generell wünschen sich die Jugendlichen, dass ihr „Treff“ zwei Mal in der Woche geöffnet sein, und zwar nachmittags für die Jüngeren und abends für die schon älteren Jugendlichen. Einer der Räume sollte für Feiern geeignet sein, und an Freizeitmöglichkeiten wünscht man sich einen Billardtisch, eine Tischtennisplatte, einen Kicker und eine Musikanlage. Darüber hinaus sollte ein freier WLAN-Zugang vorhanden sein. Zum Betreiben des Jugendtreffs wären noch eine Küche und ein Fernsehbereich mit Sofas wünschenswert.

Über diesen Forderungskatalog stellten die Jugendlichen Ihre Bereitschaft, beim Einrichten des Jugendhauses allesamt mitzuhelfen. Auch in den Familien würde man dafür Unterstützung finden. Tim Lauch meinte sogar, dass man sich durchaus eine pädagogische Kraft vorstellen könne, „die auf uns aufpasst und uns hilft“. Unabhängig davon würden sich die älteren Jugendlichen grundsätzlich bereit erklären, den Jüngeren bei allen Problemen, die mit dem Betreiben des Jugendtreffs zusammenhängen, zur Seite zu stehen.
Den anwesenden Jugendlichen aus Röttenbach, die ihr Anliegen mit Zuversicht und Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit der Gemeinde vorgetragen hatten, wurde in der anschließenden Diskussion mit der politischen Realität konfrontiert. Man erwarte, so u.a. Konrad Frank jun. von der CSU, einen für die Immobilie ausgearbeiteten Umbau- bzw. Gestaltungsplan mit Kostenvoranschlag, den man dann in den Gremien ausführlich erörtern könne. Das Konzept selbst, so Konrad weiter, sei ja in Ordnung, doch damit alleine kann die Arbeit in den Gremien nicht fortgeführt werden. Birgit Lang, die Vertreterin des Kreisjugendrings Roth, betonte, dass die Jugendlichen noch kein fertiges Konzept in der Tasche hätten, und es jetzt eher darauf ankäme, ein solches gemeinsam mit den Gemeindevertretern auszuarbeiten. Diese könnten „den Ball nicht einfach an die Jugendlichen zurückschießen!“
Erster Bürgermeister Thomas Schneider registrierte die Zwickmühle, in die sich die Jugendlichen hineinmanövriert fühlten, und versuchte zu vermitteln. Wenn Die Gemeinde ein solches Projekt stemmen solle, dann müsse sie schon auf längere Sicht planen. Die Jugendlichen selbst würden nach 2-3 Jahren das Zeitfenster des Jugendtreff-Projekts verlassen, während die Kommune auch noch in fünf bis zehn Jahren eine solide Möglichkeit für Jugendliche bieten wolle, sich in Röttenbach zu treffen. Dazu bräuchte man schon detailliert ausgearbeitet Pläne, die den Gang durch die Instanzen bestehen. Auch er plädiere für ein Gebäude aus dem Bestand. Es müsse möglich sein, dass die Gemeinde in 2018 über dieses Projekt entscheidet. Die Jugendlichen, so Schneider weiter, „sollten für ihr Engagement belohnt werden“.
Auch Charly Freudenberger (Freie Wähler) sprach sich dafür aus, sobald als möglich „Nägel mit Köpfen zu machen“. Er erinnerte – wie vor ihm auch Theresa Rank – daran, dass eine Nachfrage nach einem Jugendtreff erstmals vor sechs Jahren artikuliert worden sei, woraufhin jedoch alle Initiativen „im Sande verlaufen“ seien. Er schlug vor, dass der Ausschuss für Jugend- und Seniorenfragen im Dezember 2017, spätestens jedoch im Januar des neuen Jahres einen konkreten Vorschlag ausarbeiten sollte, der dann für die Haushaltsberatungen im März 2018 entscheidungsfördernd sein könne. Er halte den Vorschlag, das ehemalige Feuerwehrhaus in Mühlstetten zum Jugendtreff umzubauen, für kurzfristig umsetzbar. Die Jugendlichen hätten von ihrer Seite aus mit ihrem Auftritt vor dem Gemeinderat ein klares Signal gesetzt. Nun könnten die Gemeindevertreter sie nicht wieder hinhalten. Dafür bekam er aus allen Fraktionen Beifall.

 

„HTI GANZ NAH“ – lautete das Motto für den „Tag der offenen Tür“ im neuen HTI Handelszentrum Röttenbach. Katrin Bacher von der Abteilungsleitung Verkaufsförderung eröffnete diesen “besonderen Tag“ und erinnerte an den legendären „Spatenstich“ vom 13. November 2015, an dem der Startschuss für das HTI Handelszentrum fiel, und damit auch der Grundstein für einen Großhandel mit neuem Anspruch gelegt wurde. Gehandelt wird mit über 90.000 Sortimentsartikeln für Tiefbau und Industrietechnik. Bereits im Herbst 2016 konnten in den neu erbauten Hallen die ersten Stahlrohre eingelagert werden.

Thomas Herrmann, der persönlich haftende Gesellschafter von HTI, warf einen Blick zurück:  Zunächst war man auf der Suche nach einem in der Mitte Bayerns gelegenen Standort für das zentrale Lager der HTI-Gruppe. Über Kösching, dem eigentlichen geologischen Mittelpunkt Bayerns, gelangte man dann immer weiter ins Mittelfränkische und stieß hier auf Röttenbach, wo man ideale Ausgangsbedingungen für die Ansiedlung vorfand. Röttenbach entpuppte sich als eine „faszinierende Gemeinde“, so Herrmann weiter. Nicht nur, dass hier genügend Fläche für den Bau eines Zentrallagers für die „ganz großen Lieferungen“ angeboten wurde. Röttenbach stellte sogar die Möglichkeit in Aussicht, dass weitere Partner sich in der unmittelbaren Umgebung dazugesellen könnten. Auch sei Röttenbach eine wachsende Gemeinde und verfüge – in Bayern wohl einmalig – über ein eigenes Leerrohrnetz für den Breitbandausbau mit Glasfaserkabeln. „Am Handelszentrum 1“ lautet die neue HTI-Adresse in Röttenbach, und die „Nr. 2“ ist bereits vergeben für die Fa. Buschheuer Bau und Korrosionsschutz GmbH, die wohl noch in diesem Jahr hier bauen wolle, und mit der man eng kooperieren würde.

Momentan sehe man sich in der boomenden Bauwirtschaft mit dem Problem konfrontiert, für die Baustellen genügend Personal zur Verfügung zu haben, und auch der Nachwuchs an Fachkräften bereite Sorge. Die „Fachwelten“, die HTI an seinen Standorten in Bayern eingerichtet habe, leisteten schon seit Jahren für die Lösung dieser Probleme einen aktiven Beitrag. In ihnen werde trainiert, qualifiziert und ausgebildet. Neue Berufe würden in der Zukunft entstehen, und HTI werde dabei gestaltend mitarbeiten. Eine Erweiterung der Fachwelten im Röttenbacher Handelszentrum soll es dann auch im Herzen Bayerns möglich machen, Qualifizierung, Weiterbildung und Forschung aktiv zu leben. Dort, so Herrmann weiter, könne praxisnah geschult, Wissen vermittelt und geforscht werden. Kooperationen bestünden bereits mit der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und der TU Deggendorf. Für die Kundschaft, und dazu gehöre z.B. auch die Gemeinde Röttenbach, bestünde in der „Fachwelt“ des neuen Handelszentrums die Möglichkeit, sich über neue Technologien in der Bauwirtschaft mit kompetenten Fachleuten auszutauschen.
Zum Abschluss richtete Thomas Herrmann sich nochmals an Bürgermeister Thomas Schneider. „Wenn wir derzeit mit unseren 75 Mitarbeitern bereits der drittgrößte Betrieb in Ihrer Gemeinde sind, dann werden wir alles daran setzen, diese Zahl zu verdoppeln, um so „die Nr. 1“ in Röttenbach zu werden.“

Horst Collin, Gesellschafter der Rhein-Ruhr Collin KG und Koordinator der HTI-Gruppe mit ihren 1300 Mitarbeitern in 65 HTI-Standorten, verwies auf die aktuellen Herausforderungen für die Unternehmen der HTI-Gruppe. Mit der „Industrie 4.0“ verbinde sich eine intensive Vernetzung aller Prozesse und damit eine vorher nicht gekannte Beschleunigung der Arbeitswelt. Da benötige man „schlanke Prozesse“. Man sei bereits Marktführer in der Branche, man wolle aber auch Anführer im Digitalisierungsprozess sein. Doch bei aller Technik sei der Mensch, so Collin weiter, das „Wesentliche am Geschäft“. Deshalb setzt man bei HTI verstärkt auf die innerbetriebliche Kommunikation und den Dialog mit der Kundschaft und den Lieferanten. Mit Stolz erfülle ihn der Anblick des neuen Handelszentrums in Röttenbach, das auf über 60.000 qm Fläche ein Vollsortiment an Produkten namhafter Hersteller bereitstelle. Darunter ein Vollsortiment an Rohrsystemen aus Stahl- und Edelstahl, Kunststoff und Guss.

 

Auch Horst Collin zollte der Gemeinde Röttenbach großen Respekt für das beispiellose Engagement beim Ausbau der Breitbandverkabelung. Vor Bürgermeister Schneider ziehe er den Hut ganz tief. Mit einem Apell an das Team in Röttenbach, weiter mutig voranzugehen, und einem „Glückauf“ beendete Collin sein Grußwort.

Thomas Schneider lobte in seiner Ansprache das partnerschaftliche Miteinander mit HTI. Erfolg könne man nur haben, wenn man kooperiere. Alle HTI-ler seien, so Schneider, von diesem partnerschaftlichen Denken beseelt, und die Philosophie des Unternehmens gleiche dem eines „ehrbaren Kaufmanns“. In diesem Leitmotiv von Thomas Herrmann sehe er ideale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Unternehmen und Gemeinde. Auch er wolle sich für die Möglichkeiten einer Erweiterung von HTI einsetzen. Damit spielte er auf die Absichtserklärung von Thomas Herrmann an, „die Nummer 1“ in Röttenbach werden zu wollen. Als Willkommensgeschenk überreichte Bürgermeister Thomas Schneider gemeinsam mit Peter Straß, dem Kämmerer, zwei Apfelbäume, die auf dem Firmengelände gepflanzt werden sollen.

Bei den anschließenden Führungen nutzten zahlreiche Kunden, Mitarbeiter von Lieferantenfirmen und Röttenbacher die Gelegenheit, das Gelände und die Lagerhallen zu besichtigen. Dabei war zu erfahren, dass sich mit diesem Neubau (20.000 qm Grundfläche) eine Fülle an technischen Raffinessen verbindet, die auf den ersten Blick gar nicht sichtbar sind. So war HTI sehr darum bemüht, die Heiz- und Kühlprozesse so weit als möglich regenerativ zu gestalten. Das beginnt bei der teilweisen Begrünung der Hallendächer und endet „im Untergrund“ mit einem Netz an über dreißig bis zu 90 m tiefen Erdwärmesonden, die einen Teil der benötigten KW-Leistung –im Winter für die Beheizung und im Sommer für die Kühlung – liefern. Für diese Vorrichtung wurde ein „U-Boot“ auf dem Gelände „versenkt“, d.h. ein Abwasser-Ringkanal mit 2,5 km Länge. Einige der Verkehrswege auf dem Gelände sind als Teststrecken ausgelegt, um verschiedene Straßenbeläge auf deren Eignung zur Regenwasserabführung zu prüfen. Die Ergebnisse stehen dann für die Forschung zur Verfügung.
Auf dem 35.000 qm großen Freigelände herrscht jetzt bereits Enge. Hier lagern Geo-Textilien für den Wasserrohrbau, Gasrohre mit Geo-Mantel sowie Betonteile für Abwassereinrichtungen aus Kunststoff und Guss. In den Hallen gilt das Stahlrohrlager mit seinen 7000 qm Grundfläche – hier lagern derzeit rund 10.000 Tonnen Stahl – als „Juwel“ des Unternehmens. Bislang habe man diesen Produktbereich in Regensburg eingelagert. Dort wurden allerdings die räumlichen Möglichkeiten immer beengter, weshalb man jetzt hier in Röttenbach die große Lösung realisieren konnte. Die LKWs, die in die Halle einfahren, werden mit Laufkränen beladen. Getrennt davon werden die Edelstahlrohre in einer eigenen Halle eingealgert. Hier wird auf eine große Sorgfalt im Handling Wert gelegt. So werden diese Rohre schonend mit einem Seitenstapler in die Regale gehoben. Für alle HTI-Unternehmen in Bayern werden hier in Röttenbach die Edelstahlrohre eingelagert. In weiteren Hallen befinden sich Formteile für den Tiefbau und Kleinteile für die Industrie, wie z.B. Armaturen oder Pumpen.
Die Raffinesse in der Logistik dieses Handelszentrums zeigt sich auch im Detail. So werden der Wareneingang und die Auslieferung nach den Vorgaben eines neu entwickelten Lager-Management-Systems (LMS) organisiert. Die LKW-Fahrer bekommen beispielsweise von HTI in Form eines QR-Codes ein Zeitfenster für die Anlieferung der Waren. Dem Fahrer öffnet sich die Schranke zum Gelände nur, wenn er den auf seinem Handy abgespeicherten Code innerhalb des vorgegebenen Zeitfensters einlesen lässt.

 

Graffiti auf der neuen "Kunstmeile" in Röttenbach!

Zum zwölften Mal richtet der Bezirk Mittelfranken in diesem Jahr die Kinder- und Jugendkulturtage aus. „Unter dem Motto 360° stehen“, so Sybille Körner von der Fachberatung Kinder- und Jugendkultur für den Bezirk Mittelfranken, „die verschiedenen künstlerischen Module. Hiermit ist eine ‚Rund-um-uns-herum-Wahrnehmung‘ gemeint. Auf 360° begegnen wir Menschen mit denen wir Gemeinsames erleben, erfahren und teilen.“

 

Auf Initiative des Familienzentrums wurde von Theresa Rank der Künstler Sven Küstner für einen Graffiti-Workshop nach Röttenbach eingeladen. Gemeinsam mit Carlos Lorente betreiben er und andere Sprüher im Nürnberger Z-Bau das Event-Unternehmen „Style Scouts“. Für Schulen, Firmen und Privatpersonen bietet die Graffiti-Akademie die Erlernung spezieller Sprüh-Techniken an. Von diesem Angebot machten in Röttenbach allerdings nur wenige Jugendliche Gebrauch. Dafür aber kam die Gruppe an diesem Tag „voll auf ihre Kosten“.

In einem Seminar im Werkraum der Grundschule Röttenbach informierte Sven Küstner am Vormittag die Jugendlichen über die Graffiti-Kunst und demonstrierte verschiedene Sprüh-Techniken. Jeder durfte sich für das geplante Groß-Graffiti einen Künstlernamen ausdenken, der unter seiner Anleitung grafisch ausgestaltet wurde. Auf Übungstafeln konnten die Jungen und Mädchen dann im Freien selbst ausprobieren, wie man mit der Sprühpistole fachmännisch umgeht. Dazu mussten sie natürlich Schutzmasken und Handschuhe tragen.

Mit Begeisterung übten sie die wichtigsten Sprühtechniken, wie z.B. Linien, Kreise oder Flächen. Mit diesem Wissen machte sich die Gruppe dann nach der Mittagspause auf den Weg ins Industrieviertel von Röttenbach. Hier hatte Bürgermeister Thomas Schneider einen Unternehmer in der Messerschmittstraße dafür gewinnen können, eine Begrenzungsmauer als Malfläche für die Jugendlichen zur Verfügung zu stellen.

In einer zweistündigen Sprühaktion fertigten die sechs Jugendlichen, gemeinsam mit Sven Küstner, ein ca. 20 Quadratmeter großes Graffiti-Kunstwerk, das dem 360°-Motto gemäß mit Schlagworten wie „Nette Menschen“, „Freundschaft“, „Family“ oder „Geborgenheit“ ausgestaltet wurde. In der Mitte befindet sich die völkerverbindende Weltkugel, neben die Sherzad Doko, einer der jugendlichen Teilnehmer, seine kurdische Heimatflagge sprühte. Auch die Künstlernamen der Jugendlichen sind auf dem Kunstwerk verewigt worden.

Die Messerschmittstraße hat an diesem Tag ihre Geburtsstunde als „Kunstmeile Röttenbachs“ erlebt. Darauf dürfen die Jungen und Mädchen stolz sein.

Auf dem Bild das Graffiti-Kunstwerk in der Messerschmittstraße mit (von links): Sven Küstner (Coach), Alexander Billner, Sherzad Doko, Martha Lippa, Dana Kupfer, Denise Warnecke und Theresa Rank vom Familienzentrum Röttenbach.

Texte und Fotos: Johann Schrenk, Röttenbach 2017

Zuletzt aktualisiert 24..11.2018

nach oben

Seite "Röttenbach" zuletzt aktualisiert am 02.12.2019

+++++++++++++++++

Röttenbacher Kirchweih 2019 Fotostrecke

++++++++++++++++++++

Lesung von Johann Schrenk aus dem Buch "Alles hat seine Zeit" des Thalmässinger Autors Günther Kraus am Donnerstag 11. Oktober 2018 im ehem. Deutschordens-Schulhaus Bericht zur Lesung

+++++++++++++++++++

Die längste Stadtwurst der Welt: Das Buch zum Jahrhundert-Event in Röttenbach (€ 5,00 UVP): Hier online bestellen

Ganz Röttenbach im Umbruch?

Zur aktuellen Situation und zur Haushaltsdikussion im gemeinderat Details hier

Neues vom Dorfladen

Im Wettbewerb mit der stets wachsenden Konkurrenz durch Sortimenter und Discounter im benachbarten Georgensgmünd möchte sich die Crew vom Dorfladen mit ihrem Vorstandsvorsitzenden Ersten Bürgermeister Thomas Schneider mit dem Bezug von regionalen Lebensmitteln qualifizieren.

Bericht zum Metzger Gruber in Großweingarten

Die Metzgerei Gruber aus Großweingarten beliefert den Dorfladen in Röttenbach mit frischen Fleisch- und Wurstwaren aus eigener Schlachtung. Die Tiere (Schwein, Rind, Kalb und Lamm) kommen aus Betrie-ben in der Region (Spalt, Ottmannsberg, Lieben-stadt). Max Gruber legt großen Wert darauf, dass seine Liebenstädter Schwei-ne aus artgerechter Stroh-haltung kommen und möglichst viel an der frischen Luft sind, wo sie bei Sonnenschein das wertvolle Vitamin D „tanken“ können. Hier werden keine Wachs-tumsförderer eingesetzt. Zur Schlachtung werden die Tiere in Liebenstadt abge-holt und auf kürzestem Weg mit dem eigenen Transpor-ter ins Schlachthaus nach Großweingarten gebracht. Max Gruber legt großen Wert darauf, die komplette Kette – von der Tierhaltung zur fertigen Fleisch- oder Wurstware – unter Kontrolle zu haben. Bei der Montags-schlachtung wird das Schweinefleisch warm verarbeitet, womit Max Gruber z.B. bei der Gelb-wurst auf die Beigabe von Zusatzstoffen verzichten kann. In seinen Bratwürsten befinden sich keine Geschmacksverstärker oder künstlichen Bindemittel, nur Schweinefleisch, Kochsalz und natürliche Gewürze. (Johann Schrenk)

 

Ein weiteres Beispiel für das authentisch-regionale Sortiment sind die Produkte vom Hofladen Schnell in Kammerstein.

Gerade erst sind die letzten Kürbisse geerntet, da beginnt für Martin Schnell aus Nep-persreuth bei Kammerstein die Verarbeitung der Früchte. In der Mühle werden die Kürbiskerne zunächst fein zermahlen, bevor daraus im Kneter eine teigige Masse entsteht, die mit Wasser noch etwas „gefügiger“ gemacht wird. Zur Weiterverarbeitung wird der „Kürbiskernbrei“ in die große Röstpfanne einge-füllt und dort unter ständigem Umrühren erhitzt (s. Foto).

Hierbei wird das Wasser wieder entzogen. Bei diesem Vorgang entstehen auch die für das Kürbiskernöl so typische Farbe und das schmackhafte Aroma. Die Masse kommt schließlich in die Ölpresse, wo mit einem Druck von 185 Tonnen das 100 % reine Kürbiskernöl gepresst wird. Zum Absetzen wird es in einen Spezialtank gefüllt, bevor es dann auf Flaschen abgefüllt und diese mit dem Label von „Schnell’s Hofladen“ etikettiert werden.

Weitere Berichte aus Röttenbach:

August 2017: Röttenbachs Ortsmitte wird umgekrempelt

Unübersehbar klafft im Zentrum des Altorts von Röttenbach eine Lücke, nachdem die beiden Anwesen in der Mühlstettener Straße 2 (im Bild unten) und in der Rother Straße 1 größtenteils abgerissen wurden.

Die Bewohner fragen sich: „Was wird an dieser Stelle folgen, wie sehen die Pläne für die Gestaltung des Ortszentrums aus?“. Wir haben uns auf Spurensuche begeben. mehr

Juli 2017: Brotbackfest in Röttenbach

Der Heimat- und Gartenbauverein Röttenbach/Mühlstetten e.V. (HGV) hatte zum Brotbackfest auf dem Festplatz an der Heidecker Straße in Mühlstetten geladen. Immer am letzten Juliwochenende gilt der traditionellen Bieranstich als Startschuss für die zweitägigen Feierlichkeiten.

Doch in diesem Jahr war alles anders: Die Besucher wunderten sich schon, dass um 16 Uhr das obligate Fass mit dem Festbier nicht bereit stand. Gespannt wartete man auf die Begrüßung durch Ludwig Seibold, den Schatzmeister des Vereins und neben der ersten Vorsitzenden Ingrid Merlein der Organisator des Brotbackfestes. Nach seinem „Endlich geht’s los!“ verkündete er die Neuigkeit: Erstmals wird das Brotbackfest nicht mit dem Bieranstich eröffnet, wie es in der Einladung noch zu lesen war, sondern mit einem Brotanschnitt! mehr

 

alle Texte und Fotos auf dieser Seite: Johann Schrenk, Röttenbach 2017